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Neuer Versuch Daimler-Elektroauto Denza schwächelt

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Mit 40.000 Euro ist der Denza kein Schnäppchen.

Mit dem Elektroauto Denza sollte Daimlers E-Auto-Offensive in China starten. Nun stockt der Absatz des B-Klasse-Ablegers jedoch. Neues Geld soll die zwei Kernprobleme des Fahrzeugs lösen und den Weg für den Nachfolger bereiten.

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Die Basis für den Denza liefert die modifizierte Plattform der Mercedes B-Klasse.

Dass auch der größte Automarkt der Welt nicht zwingend ein Mekka für Elektroautos ist, muss jetzt der chinesische Konzern Denza feststellen. Allerdings ist auch der deutsche Partner Mercedes davon betroffen. Dabei hatten die Stuttgarter doch gerade erst mit dem EQ Concept gezeigt, wie sie sich das E-Auto der nahen Zukunft vorstellt. Die elektrische Gegenwart ist für den Konzern hingegen eher enttäuschend. In Deutschland fährt die batteriebetriebene B-Klasse unter ferner liefen und in China ist der weitläufig verwandte Denza 400 ein Zuschussprojekt.

Es fehlt der Glanz des Sterns

Eigentlich sollte der elektrische Edel-Van der Startschuss für Daimlers Elektro-Offensive im Reich der Mitte sein. Stolz präsentierten die Stuttgarter und der lokale Joint-Venture-Partner BYD 2014 den himmelblau lackierten Saubermann auf Basis der alten Mercedes B-Klasse der Öffentlichkeit. Knapp drei Jahre später müssen die beiden Unternehmen nun aber einem Bericht von "Automotive News" zufolge ordentlich Geld nachschießen. Mit jeweils rund 73 Millionen Dollar sollen vor allem das Händlernetz und die Markenbekanntheit ausgebaut werden.

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Edel präsentiert sich der Innenraum des Denza. Zum Kaufen verleitet er dennoch nicht.

Denn dass im vergangenen Jahr gerade einmal 2300 Denza-E-Autos verkauft wurden, hat auch mit dem geringen Bekanntheitsgrad in China zu tun. Auf dem unübersichtlichen Markt mit seinen hunderten Marken geht Denza unter – auch weil ihm die Strahlkraft des Mercedes-Sterns fehlt. Preislich allerdings orientiert sich auch die China-B-Klasse durchaus an der Premiummarke: Mit umgerechnet knapp 40.000 Euro ist er trotz großzügiger staatlichen E-Auto-Förderung alles andere als ein Schnäppchen.

Einfach nicht sexy

Da half selbst die technische Aufwertung nicht viel, durch die die Maximalreichweite Mitte 2016 von rund 300 auf 400 Kilometer wuchs. Und auch davor hat Daimler für Denza kaum technischen Aufwand gescheut. So wurde die B-Klasse-Plattform gründlich umgebaut, damit man die Akkus besser unterbringen konnte. Zugleich wurde auch noch ein eigener Schnelllader entwickelt, der eine bessere Alltagstauglichkeit garantieren soll.

Vielleicht liegt der überschaubare Erfolg aber auch an der Ausstrahlung: Im Vergleich mit den Tesla-Modellen S und X zumindest wirkt die B-Klasse wenig sexy. Auch das deutsche Schwestermodell des Denza, der deutlich modernere und mit anderen Akkus ausgestattete Mercedes B 250e, ist alles andere als ein Renner. Gerade einmal für 281 Exemplare ist seit der Einführung der Elektroautoprämie im Sommer 2016 ein Förderantrag gestellt worden. Für Trost in der Stuttgarter Daimler-Zentrale dürfte vorerst nur der gerade eingeführte Smart Electric Drive sorgen. Und der Ausblick auf 2019 - dann sollen die neuen E-Modelle der EQ-Familie starten und die sind sexy.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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