Auto

Neues Notfallsystem an Bord EU schreibt "eCall" für alle Neuwagen vor

4f527849a70827213454b6cc3b9ecefe.jpg

SOS-Taste für den Fahrer: Das automatische Notfallsystem "eCall" ist ab April in allen Neuwagen vorinstalliert.

(Foto: dpa)

Auf den Straßen Europas gilt ab April eine neue Pflichtvorgabe: Hersteller müssen Neuwagen im EU-Markt dann ohne Ausnahme mit einem fest verbauten Notfallsystem ausliefern. Dank der neuen "eCall"-Technik lassen sich Unfallfahrzeuge auch aus der Ferne orten.

Alle neuen Automodelle in Europa werden ab Ende März mit dem Notfallsystem "eCall" ausgestattet, das nach einem Unfall automatisch die Rettungsdienste alarmiert. Wie der europäische Herstellerverband Acea erklärte, ist das System ab 31. März in der Europäische Union Pflicht für neu zugelassene Typen.

"eCall hat das Potenzial, viele Menschenleben zu retten, indem es die Reaktionszeit der Rettungsdienste verkürzt", sagte Acea-Generalsekretär Erik Jonnaert. Rettungswagen, Feuerwehr und Polizei könnten künftig schneller reagieren und die möglicherweise entscheidende Zeitspanne bis zum Eintreffen der Ersthelfer am Unfallort verkürzen.

Anruf aus der Rettungsstelle

Das neue System stellt nach einem Unfall automatisch eine Sprachverbindung zur nächsten Rettungsleitstelle her. Falls die Insassen nicht reagieren, können auf Grundlage von GPS-Daten direkt Rettungsdienste zum Unfallort geschickt werden. Dies soll nach Erwartung der EU-Kommission die Reaktionszeiten auf dem Land um 50 und in der Stadt um 40 Prozent verringern.

Experten zufolge sinkt die Überlebenschance bei lebensgefährlich Verletzten mit jeder Minute, die ungenutzt verstreicht, um zehn Prozent. Die EU-Kommission rechnet vor, dass europaweit mit "eCall" bis zu 2500 Menschenleben pro Jahr gerettet werden könnten. Einig sind sich Experten und Politiker hier nicht: Das Europaparlament geht - gestützt auf eigene Gutachten - von bis zu 1500 Menschenleben aus.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa