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Aus der Not erschaffen Eura Mobil Profila - Sprinter statt Ducato

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Optisch hat der Wechsel zu Mercedes der Profila-Baureihe nicht geschadet.

(Foto: Eura Mobil)

Manchmal sind es einfach äußere Umstände, die zum Wechsel zwingen. Weil der Fiat Ducato nicht lieferbar war, setzt der Reisemobil-Hertsller Eura Mobil jetzt auf den Mercedes Sprinter und präsentiert mit einem Profila-Teilintegrierten bereits die zweite Baureihe auf dessen Basis.

Aus der großen Premierenfeier auf der CMT wurde zwar corona-bedingt nichts, dennoch überrascht Reisemobil-Hersteller Eura-Mobil zu Jahresbeginn mit der Einführung einer zweiten Sprinter-Baureihe. Nach dem in der Oberklasse angesiedelten Contura kommt der Mercedes-Transporter als Basisfahrzeug nun auch in der Bestseller-Baureihe Profila zum Einsatz, wo er in den beiden teilintegrierten Versionen 676 EB und 696 EB zu Preisen ab rund 80.000 Euro ab März ausgeliefert werden soll.

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Das Cockpit ist original das des Mercedes Sprinter.

(Foto: Eura Mobil)

Eura-Chef Holger Siebert macht keinen Hehl daraus, dass die langfristigen Planungen eigentlich anders ausgesehen hatten und das zweite Sprinter-Modell zu diesem frühen Zeitpunkt eher aus der Not geboren wurde. Die großen Lieferprobleme gerade bei dem in der Volumen-Baureihe Profila verwendeten Ducato verlangten im Sommer 2021 entschlossenes Handeln.

Chipmangel führte zum Wechsel

"Der durch die Pandemie entstandene, massive Chipmangel führte dazu, dass Fiat die bestellten Chassis-Lieferungen auf 70 Prozent absenken mussten und selbst diese Menge noch nicht garantiert ist", erklärt Siebert. "Also haben wir uns nach anderen Basis-Fahrzeugen umgesehen und mit Mercedes den Kooperationspartner gefunden, der am besten zu Eura passt." Mit den Profila-Sprintern zielen die Sprendlinger, die zu der französischen Trigano-Gruppe gehören, auf einen Kundenkreis ab, der sich an der Luxusklasse orientiert, aber handlingfreundliche Fahrzeuge mit vergleichsweise kompakten Abmessungen sucht.

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Die Heckgarage ist sehr geräumig. Mit einer Höhe von 1,25 Meter lassen sich E-Bikes leicht unterbringen.

(Foto: Eura Mobil)

Beide T-Modelle sind jeweils 7,12 Meter lang und unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch die Anordnung der Küche in der Wagenmitte. Bei der Variante 676 EB befindet sich der längs ausgerichtete Küchenblock samt 142-Liter-Kühlschrank auf der Beifahrerseite direkt hinter der Aufbautür und der Bad-Toiletten-Raum mit schwenkbarem Waschbecken gegenüber. Beim 696 EB schließt die etwas großzügigere Winkelküche auf der linken Seite direkt an die L-Sitzbank an und bildet mit einer geschwungenen Arbeitsplatte einen fließenden Übergang zum Wohnbereich. Dafür sind die hinteren Einzelbetten mit einer Länge von 1,90 Meter (rechte Seite) und 1,85 Meter (linke Seite) jeweils fünf Zentimeter kürzer als im 676 EB. Die vordere Sitzgruppe besteht in beiden Versionen aus den drehbaren Frontsesseln, einer L-Sitzbank und einem gegenüberliegenden Einzelsitz. Sie lassen sich bei Bedarf in ein weiteres schmales Doppelbett umbauen. Ein optionales Hubbett wird dagegen nicht angeboten.

Macht eine gute Figur

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Ein aufstellbares Panorama-Dachfenster mit einem weiteren Hebe-Kipp-Fenster sorgt für einen hellen Wohnbereich.

(Foto: Eura Mobil)

Der Mercedes-Profila macht mit seiner harmonisch eingefügten GfK-Dachhutze nicht nur äußerlich eine gute Figur. Das aufstellbare Panorama-Dachfenster mit einem weiteren Hebe-Kipp-Fenster dahinter sorgt für einen taghellen Wohnbereich, und die Stehhöhe beträgt 1,98 Meter. Auch die Heckgarage ist sehr geräumig. Mit einer Höhe von 1,25 Meter lassen sich E-Bikes hier leicht unterbringen. Eine autarke Ladestation für die E-Räder im Heckabteil muss mit 3300 Euro allerdings teuer extra bezahlt werden.

Die Kombination des Sprinter-Triebkopfs mit einem Alko-Tiefrahmenchassis und Breitspurachse hebt die Profila-Baureihe auf ein neues Komfortniveau. Serienmäßig ist die 140 PS starke Ausführung des Mercedes-Diesels an Bord. Optional kann für 2450 Euro mehr die höhere Leistungsstufe mit 170 PS geordert werden. Natürlich profitiert der Profila von den zahlreichen Assistenzsystemen, die im Sprinter angeboten werden, einschließlich des viel gelobten Multimediasystems MBUX.

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Beim 696 EB schließt die etwas großzügigere Winkelküche auf der linken Seite direkt an die L-Sitzbank an.

(Foto: Eura Mobil)

Das Alko-Fahrwerk ermöglicht einen durchgängigen Doppelboden, der gegenüber den Ducato-Modellen um sieben Zentimeter zugelegt hat und mit 19,5 Zentimetern Höhe neben den technischen Installationen auch deutlich mehr Stauraum bietet. Dort untergebracht ist zudem die Warmwasserheizung, die zum Serienumfang gehört. Der Profila T ist winterfest, hat isolierte Tanks (Frischwasser 140 Liter, Abwasser 100 Liter) und kann optional mit einem elektrischen Ablassventil ausgerüstet werden. Vorbildlich die zentrale Ver- und Entsorgungsstelle an der linken Aufbauseite hinter der Fahrertür.

Wesentlich teurer als Ducato-Version

Beide Versionen des Sprinter-Profilas werden mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht zu einem Grundpreis von exakt 79.900 Euro angeboten. Das sind 6600 Euro mehr als für die vergleichbare Ducato-Variante. Eura gibt die fahrbereite Leermasse bei dem Sternen-Wohnmobil mit knapp unter drei Tonnen an, so dass gut 500 Kilogramm Zuladung zur Verfügung stehen.

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Das Alko-Fahrwerk ermöglicht einen durchgängigen Doppelboden, der auch ein Bodenfach bereitstellt.

(Foto: Eura Mobil)

Das klingt nicht schlecht. Allerdings empfiehlt es sich beispielsweise das sogenannte Mondial-Paket zu ordern, das eine Klimaanlage, Tempomat, Panorama-Dachfenster, Fahrerhaus-Verdunklung, Mückengittertür sowie ein Designpaket mit schwarz lackiertem Fahrerhaus und noch einiges mehr enthält. Nach den Einzelposten würde es 11.140 Euro kosten, schlägt im Paket aber nur mit, 4590 Euro zu Buche. Da lässt sich eine Menge Geld sparen. Nachteil: "Mondial" erhöht das Leergewicht um mehr als 100 Kilogramm.

Wenn dann noch Markise, TV-SAT-Anlage und ein paar weitere Annehmlichkeiten dazukommen, dann kann es selbst für zwei Reisende schon eng werden. Eine Auflastung auf bis zu 4,5 Tonnen ist allerdings möglich - sofern der alte, vor 1999 gemachte Führerschein Klasse 3 oder ein entsprechender Zusatzführerschein vorhanden ist. Dass dann die Endsumme schnell in den sechsstelligen Bereich hineinreicht, dürfte nicht verwundern.

Quelle: ntv.de, Michael Lennartz, sp-x

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