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Mit altem Namen zu neuen Ufern Ford Puma - das Clever-SUV?

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Heute ist der Ford Puma ein SUV, früher war es ein Sportcoupé.

(Foto: Ford)

Seinerzeit war der Ford Puma ein Sportcoupé, heute ist es ein SUV. Und noch dazu ein recht cleveres. In dem Wagen stecken Ideen, die bis dato in dieser Klasse nicht zu finden waren. Aber reicht das, um gegen dutzende Konkurrenten zu bestehen?

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Der 4,19 Meter lange Puma setzt auf der Plattform des Ford Fiesta auf.

(Foto: Ford)

Einen Namen wie Puma einfach sausen lassen? Nein, das kam für die Produktplaner bei Ford nicht in Frage. Auch wenn der moderne Puma von heute so gut wie nichts mehr mit seinem Namensvetter aus den 90er-Jahren zu tun hat. Damals war der Puma ein kleines Sportcoupé. Mit einem solchen Modell aber ließe sich heute im kompakten B-Segment kein Blumentopf gewinnen.

Voll im Trend dagegen liegen kleine SUV und Crossover. Und genau dahingehend wurde der neue Puma konzipiert. Allerdings fällt Ford dies nicht als Erster ein. Über ein Dutzend Modelle der Konkurrenz sind bereits auf dem Markt. Die Kölner geben sich dennoch äußerst zuversichtlich, dass der Puma ein Erfolg wird: "Wir kombinieren gutes Design mit dem besten Package der Klasse", sagt der Leiter der Baureihe, Sigurd Limbach. Der 4,19 Meter kurze Puma teilt sich die B2-Architektur mit dem Fiesta, erhielt aber einen 9,5 Zentimeter längeren Radstand. Das kommt vor allem den Passagieren im Fond zugute. Sie genießen ordentliche Beinfreiheit.

Einzigartige Funktionalität

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Der Kofferraum des Ford Puma ist mit 456 bis 1216 Liter der größte in seiner Klasse.

(Foto: Ford)

Die große Überraschung aber liegt buchstäblich hinter ihnen. Besonders stolz sind die Entwickler auf die bislang einzigartige Funktionalität des Puma. Nicht nur, dass der Kofferraum 456 Liter, 164 mehr als der Fiesta, fasst und damit das Segment anführt, das kleine SUV besitzt auch eine sogenannte "Mega-Box". Sie steckt unter dem Ladeboden. Dort, wo sich sonst die Reserveradmulde befindet, hat Ford eine tiefe, rechteckige Kunststoffwanne gepackt (Volumen: 81 Liter). Darin können zum Beispiel große Pflanzen aufrechtstehend und schmutzige Gummistiefel, ohne das Auto zu verdrecken, problemlos transportiert werden. Die Box verfügt sogar über eine Ablauföffnung, lässt sich also auch leicht mit dem Wasserschlauch reinigen.

Aber das sind nicht die einzigen cleveren Ideen, die die Entwickler dem Puma mit auf den Weg gegeben haben. Auf Wunsch gibt es eine sensorgesteuerte Heckklappe oder Massage-Sitze. Der Clou sind aber Sitzbezüge, die sich per Reißverschluss abziehen und in die Waschmaschine stecken lassen. Der Ärger über Flecke auf den Polstern nach einem Missgeschick sollte hier der Vergangenheit angehören. Weiterer Vorteil: Wer nach einigen Jahren auf eine andere Polsterfarbe umschwenken möchte, zieht einfach neue Bezüge auf.

Es darf gedrückt und gedreht werden

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Im Ford Puma darf noch am Rad gedreht werden.

(Foto: Ford)

Sehr modern zeigt sich der Puma auch hinter dem mit diversen Funktionstasten gespickten Dreispeichen-Lenkrad. Es ist Fords erstes Europa-Auto mit virtuellem Digital-Display. Die Anzeigen lassen sich in unterschiedlichen Darstellungen konfigurieren und sind einwandfrei ablesbar. Schön, dass die Designer für die Bedienung der wichtigsten Funktionen wie Lautstärke und Klimaregelung es jedoch bei klassischen Drehreglern und Tastern belassen haben. Denn nicht alles im Auto muss heute mit dem Finger auf dem Display gesteuert werden.

Das Antriebsportfolio im Puma bilden bei Marktstart im März zunächst Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum und 125 PS, beziehungsweise 155 PS. Beide Aggregate sind Mildhybride mit 48-Volt-Technologie. Für die 155-PS-Version verspricht Ford eine um 15 Prozent verbesserte Effizienz und gibt den Verbrauch nach WLTP mit nur 5,6 l über eine Strecke von 100 Kilometer an, was einem CO2-Ausstoß von 127 g/km entspricht. Darüber hinaus gibt es den Einliter-Benziner auch ohne Elektrifizierung, mit 125 PS. Der einzige Diesel stammt aus dem Focus, leistet 120 PS und kommt ab Mai 2020.

Dreizylinder überzeugt

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Der Ford Puma dürfte den Fahrer auch mit seinem guten Handling erfreuen.

(Foto: Ford)

Bei einer ersten Probefahrt überzeugte der Dreizylinder-EcoBoost-Benziner mit kernigem Sound, angenehmer Agilität sowie gutem Durchzug aus niedrigen Drehzahlen. Nicht zuletzt, weil die elektrische Hilfe des Generators bis zu 50 Prozent mehr an Drehmoment zu den Antriebsrädern schickt – und dies eben bereits kurz über der Leerlaufdrehzahl. Serienmäßig ist der Motor mit einem manuellen Sechsganggetriebe gekoppelt. Es lässt sich leicht und präzise schalten. Für die 125-PS-Variante ohne Mildhybrid will Ford im Laufe des Jahres auch ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe anbieten.

Auch das gute Handling soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Was nicht wundert, denn gegenüber dem Fiesta wurde die Spur des Puma um knapp sechs Zentimeter verbreitert. Ein starkes Pfund. Ford genießt in Sachen Fahrwerk und Fahrdynamik ohnehin einen ausgezeichneten Ruf und hat sich diesbezüglich besonders in der Kompaktklasse über viele Generationen einen Namen gemacht. Wer die Fahreigenschaften individualisieren oder seinen unterschiedlichen Bedürfnissen anpassen möchte, dem steht ein Fahrmodus-Schalter zur Verfügung. Er aktiviert die Modi "Normal", "Eco", "Sport", "Rutschig" und "unbefestigte Straße".

Preislich startet der Puma bei 23.150 Euro. Es gibt vier Ausstattungslinien, "Titanium", "Titanium X", "ST-Line" und "ST-Line X", wobei Letztere ausschließlich für die beiden Mildhybride vorgesehen ist. Hier beginnt der Preis dann bei 26.900 Euro.

Quelle: ntv.de, Michael Specht, sp-x