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Harley-Davidson Pan America Gegner der BMW R 1250 GS in Stellung

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Die Harley-Davidson Pan America soll definitiv nicht nur für die Straße taugen.

(Foto: Harley-Davidson)

So wie BMW mit der R 18 im Revier von Harley wildert, so ziehen die US-Amerikaner jetzt mit ihrer Pan America gegen das meistverkaufte Motorrad der Welt, die BMW R 1250 GS, zu Felde. Und dafür haben sie einiges in das Bike investiert.

Harley-Davidson beschreitet mit seinem komplett neuen Modell Pan America neue und doch zugleich uralte Wege: Während der ersten 50 Jahre des Firmenbestehens gab es in den USA ganz überwiegend lediglich Staubstraßen. Wer damals auf Tour ging, unternahm zwangsweise eine Offroad-Reise. Das Fahren abseits des Asphalts gehöre zur Harley-DNA, lautet die Erklärung für ihr neuestes Modell.

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152 PS schöpft die Pan America aus 1252 Kubikzentimetern Hubraum.

(Foto: Harley-Davidson)

Unausgesprochenes Ziel der US-Amerikaner ist es aber, dem Weltbestseller BMW R 1250 GS Paroli zu bieten. Dazu haben die Jungs aus Milwaukee schwere Geschütze aufgefahren: Die Technik der Pan America ist von vorne bis hinten topmodern, die Ausstattung großzügig, die Optik markant, aber sicherlich auch gewöhnungsbedürftig, der Einfallsreichtum der Ingenieure groß. Die haben sich nämlich sogar eine automatische Absenkung des Fahrzeugs im Stand einfallen lassen, eine echte Weltneuheit. Dank ihr können auch kleinere Personen mit ihren Füßen sicher den Boden erreichen.

Wohin die Reise gehen soll

Die Eckdaten der Pan America zeigen, wohin für Harley-Davidson die Reise gehen soll: über Straßen und Wege aller Art. Und zwar mit bis zu 220 km/h: Das neukonstruierte V2-Triebwerk mit einem Hubraum von 1252 Kubikzentimetern, Vierventilköpfen und je zwei Nockenwellen pro Zylinder bietet mit 152 PS bei 8750 Kurbelwellenumdrehungen eine konkurrenzfähige Spitzenleistung. Das maximale Drehmoment liegt bei 128 Newtonmetern und liegt bei 6750 Umdrehungen an. Erst bei 9500 Touren wird der Drehzahlbegrenzer tätig - nie in der 118-jährigen Harley-Geschichte drehte ein Motor aus Milwaukee ähnlich hoch. Die sehr guten Leistungswerte resultieren nicht zuletzt aus der variablen Ventilsteuerung, mit der der wassergekühlte 60-Grad-V2 ausgerüstet ist.

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Mit 245 Kilogramm ist die Pan America kein Leichtgewicht im Gelände.

(Foto: Harley-Davidson)

Die Fahrwerkskonstruktion beruht auf der mittragenden Konzeption des Motors. Der Leichtmetallrahmen selbst ist dreiteilig und besteht aus Rohr-, Guss- und Formteilen. Auch die Zweiarmschwinge ist aus Leichtmetall gearbeitet, der Antrieb erfolgt über eine Kette. Dank leichter Materialien kommt die Pan America in Basisversion auf ein fahrfertiges Leergewicht von 245 Kilogramm. Die 47-er USD-Telegabel von Showa ist voll einstellbar, das Zentralfederbein ebenfalls, wobei die Vorspannung hydraulisch justiert wird. Der Federweg sollte mit 19 Zentimetern ausreichend groß fürs Fahren abseits des Asphalts sein. Die Aluminiumguss-Räder messen im Durchmesser 19 beziehungsweise 17 Zoll.

Voll aufgerüstet

Das Bremssystem mit Doppelscheibe vorne und Einzelscheibe hinten ist eine Neuentwicklung von Brembo. Es bietet unter anderem eine kurvenoptimierte elektronische Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad. Je stärker der Fahrer bremst, desto stärker wird die Kombinationswirkung, wobei der Schräglagenwinkel in die Berechnungen einfließt. Fast überflüssig zu sagen, dass ein Sechsachsen-Sensor (IMU) montiert ist, der die nötigen Daten für dieses System und auch das Kurven-ABS, die Traktionskontrolle und vieles mehr bereitstellt.

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Harley hat die Pan America reichlich mit modernster Technik bedacht.

(Foto: Harley-Davidson)

Die Elektronik-Ausstattung der Pan America ist bis auf radarbasierte Assistenzsysteme vollständig: Sie umfasst mehrere teils sogar individualisierbare Fahrmodi für Straße und Gelände, bietet eine Berganfahrhilfe, Tempomat, selbstrückstellende Blinker, schlüsselloses Startsystem, eine Reifendruckkontrolle, einen 6,8 Zoll großen, farbigen Touchscreen mit mehreren unterschiedlichen Anzeigemodi, Infotainment- und Navigationssystem. Dafür ist eine App auf dem Fahrer-Smartphone erforderlich. Lange Touren sollten auch kein Problem sein: Der Tank fasst 21,2 Liter, der Verbrauch wird mit 5,5 Litern angegeben. Eher kurz erscheinen dagegen die Wartungsintervalle von 8000 Kilometern. Die Garantie ist mit vier Jahren dagegen üppig.

Zusätzlich zur Basisversion für rund 16.000 Euro gibt es die Pan America Special. Sie ist noch besser ausgestattet und deshalb mit 258 Kilogramm auch 13 Kilogramm schwerer. Wichtigster Unterschied ist das semiaktive Showa-Fahrwerkssystem. Es umfasst verschiedene Modi für die Federungs- und Dämpfungsfunktion sowie eine automatische Nivellierung des Motorrads unter Berücksichtigung der Beladung.

Fahrwerksabsenkung für 700 Euro

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Der Clou der Pan America ist ein absenkbares Fahrwerk.

(Foto: Harley-Davidson)

Für 700 Euro Aufpreis ist eine automatische Fahrwerksabsenkung erhältlich. Sie könnte den Kreis der möglichen Kunden deutlich ausweiten, denn die zweifach einstellbare Sitzhöhe - die endgültigen Daten sind noch nicht bekannt - dürfte zwischen 85 und 89 Zentimetern liegen. Die Fahrwerksabsenkung reduziert diesen Wert beim Anhalten je nach Federungseinstellung um 2,5 oder 5 Zentimeter. Beim Losfahren liftet sich das Bike automatisch, so dass Federweg, Schräglagenfreiheit, Bodenfreiheit und Fahrkomfort unbeeinflusst sind. Vier Einstellmöglichkeiten ermöglichen zudem individuelle Freiheit beim Absenk-Tempo.

Bei der Special-Version ebenfalls serienmäßig sind die Kurvenlichtfunktion des waagerechten LED-Rechteckscheinwerfers, Reifendruckkontrolle, einstellbares Bremspedal, Hauptständer, Leichtmetall-Motorschutz, Schutzbügel, Handschützer, dreistufige Griffheizung und Lenkungsdämpfer. Kreuzspeichenräder, auf denen schlauchlose Reifen montiert werden können, kosten 500 Euro Aufpreis.

Für die serienmäßig auf speziellen Michelin-Enduroreifen rollende Pan America hat Harley-Davidson drei Gepäcksysteme für unterschiedliche Anforderungen entwickelt, die ebenfalls als Zubehör erhältlich sind. Zu den geplanten Folgemodellen auf der Pan-America-Plattform zählt ein 1250-er Custom Cruiser, der "schon bald" erscheinen soll. Zudem wird es eine Motorversion mit reduziertem Hubraum geben. Die erste Pan America gibt es voraussichtlich ab Juni in zwei Versionen: Das Basismodell kostet ab 15.995 Euro, die Special-Version mit semiaktivem Fahrwerk verlässt ab 17.995 Euro den Schauraum der Händler.

Quelle: ntv.de, Ulf Böringer, sp-x

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