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Sympathischer Zwerg Honda bringt Elektro-Mini nach Genf

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Die Serienfertigung des "E Prototyp" soll ende des Jahres starten.

(Foto: Honda)

Als Studie war der elektrische Stadtflitzer mit dem sympathischen Äußeren schon vor zwei Jahren auf der IAA zu sehen. Jetzt präsentiert Honda den "E Prototyp" auf dem Autosalon in Genf, der bis auf Kleinigkeiten serienreif ist.

Jetzt kommen sie alle mit ihren Elektroautos, auch Honda macht nach langem Zögern mit. Auf dem Genfer Autosalon steht ein knuddeliger Viertürer, der als Konzeptauto vor zwei Jahren auf der IAA auf sich aufmerksam machte und fast schon wieder in Vergessenheit  geraten war. Das Warten hat sich aber gelohnt, denn die blechgewordene Antwort der Japaner auf die Frage nach dem idealen Stadtauto kann sich innen wie außen sehen lassen.

Mit freundlich-keckem Gesicht

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Kullerunde LED-Leuchten gibt es beim E Prototyp nicht nur in der Front.

(Foto: Honda)

Im Vergleich zum Frankfurter Appetithäppchen hat sich einiges verändert. War das noch ein Zweitürer mit mittig angeschlagenen, recht breiten Türen, hat sich Honda mit Blick auf die potenzielle Kundschaft dann doch zu einem Viertürer entschlossen. Der ist allerdings dank des in der hinteren Dachsäule versteckten Griffs gut getarnt. Die Silhouette des Kleinwagens ist eckiger geworden, wohl auch wegen der Kopffreiheit für die Fond-Passagiere. Geblieben ist das freundlich-kecke Gesicht mit den kreisrunden Scheinwerferaugen in LED-Technik. Erinnerungen an den 1974 erschienenen ersten VW Golf werden wach. Auch der guckte aus runden Augen an beiden Seiten des rechteckigen Kühlergrills. Mit 3,70 Meter war der Wolfsburger Klassiker gut 20 Zentimeter kürzer als der heutige Honda und galt damals nicht als Kleinwagen.

Ein Hingucker des elektrisierten Asiaten ist die große, unter einer Klappe auf der Fronthaube versteckte Öffnung für den Ladestecker. Ein deutliches Zeichen an die Umwelt, dass dieses Auto an einer Lade- anstatt einer Zapfsäule Halt machen wird. Ob es das bei Dunkelheit beleuchtete Honda-Logo im Grill in die Serienproduktion schafft, steht noch nicht fest. Hier bremsen deutsche Regularien, die ein mittiges weißes Licht derzeit nicht zulassen, den japanischen Ideenreichtum noch aus. Das Heck spiegelt die vordere Optik, natürlich mit roten Rundleuchten.

Rückblick schöner als beim Audi Q5 e-tron

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Dezent verbaute Kameras ersetzen im E Prototyp die Außenspiegel.

(Foto: Honda)

Erlaubt ist der Verzicht auf klassische Seitenspiegel-Ohren. Dort, wo diese normalerweise platziert sind, ragen beidseitig kleine Zapfen aus dem Blech, die jeweils eine Kamera in sich tragen. Die Honda-Lösung ist deutlich dezenter als etwa die des Audi Q5 e-tron, dessen Kameragehäuse ähnlich weit aus der Karosse reicht wie ein normaler Spiegel. Beim kleinen Japaner ist der sogenannte virtuelle Rückblick serienmäßig, beim 80.000-Euro-Audi kostet er 1540 Euro extra. Die Farbmonitore an den beiden Ecken des wagenbreiten Armaturenbretts liefern ein gestochen scharfes Bild, die Kopfbewegung des Fahrers fällt einige Grad knapper aus als jahrelang gewohnt. Auch der Innenspiegel ist übrigens ein kleiner Bildschirm, der von der Heckkamera gespeist wird.

Die Armaturen selbst werden von mehreren Bildschirmen gebildet, die in Summe zu einer extrem breiten Einheit verschmelzen. Die einzelnen Anzeigen können je nach Geschmack und Laune des Fahrers programmiert werden. Sie tragen zum Beispiel Tacho, Navigation, Entertainment und vor allem Infos über den elektrischen Antrieb. Die untere Begrenzung der Monitore bildet eine sanfte Stufe in Holz-Deko, in der vier klassische Knöpfe und ein Drehschalter untergebracht sind. Zusammen mit der Bedieneinheit der Klimaanlage vertreten sie die analoge der ansonsten virtuellen Welt des Elektroautos. Bemerkenswert ist zudem die Fülle von Steckern im unteren Zentrum. Neben Dosen für 230 und 12 Volt finden sich zwei USB-Buchsen und ein HDMI-Anschluss.

Mehr als 200 Kilometer Reichweite

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Das Cockpit bietet eine Mischung aus Retro-Stil und modernstem Infotainment.

(Foto: Honda)

Die wichtigste Frage: Wie weit komme ich mit meinem E-Mini? Honda spricht von mehr als 200 Kilometern nach neuer WLPT-Norm. Das ist deutlich weniger als bei anderen Neuerscheinungen, folgt aber der Logik, dass der noch Namenlose als reines Stadtfahrzeug konzipiert ist und wohl nur selten im Überlandverkehr genutzt wird. An einer starken Stromzapfsäule soll die Batterie in einer halben Stunde wieder auf 80 Prozent ihrer Leistung aufgeladen werden können. Nähere Daten zur Leistung des Motors will Honda erst auf dem Genfer Messestand preisgeben.

Der Viersitzer mit seinem für die Außenmaße ordentlichen Kofferraum tritt zum Beispiel gegen den viertürigen Elektro-Smart, diverse Kleinwagen aus China oder den für 2022 geplanten E-Mini von VW an. Vom Band rollen soll der Honda ab Ende des Jahres, auf die Straße wird er 2020 kommen. Zunächst sind 5000 Stück für ganz Europa geplant. Auch wenn der Preis noch nicht feststeht, sollten sich Interessenten mit der Bestellung für das rundum sympathische Auto beeilen.

Quelle: n-tv.de, Peter Maahn, sp-x

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