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Was Besonderes zum 100. Indian Chief - die Legende lebt auch 2021

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Die Chief Bobber Dark Horse ist wohl die urigste Hommage an die Ur-Chief.

(Foto: Indian)

Seit nunmehr 100 Jahren "bobbert" es bei Indian. Die Erstauflage der Chief sollte sich über die Jahrzehnte auch zur Blaupause für andere Motorradhersteller entwickeln. Indian Motorcycle bringt für die kommende Saison gleich drei Chief-Modelle an den Start, um den Geburtstag zu feiern.

Im Jahr 1921 stellte Indian Motorcycle ein Motorrad vor, das zur Legende und zur Vorlage für andere Hersteller werden sollte. Die Rede ist von der Indian Chief, die von Charles B. Franklin entworfen wurde. Anlässlich des 100. Geburtstages schickt Indian noch in diesem Jahr eine völlig neu gestaltete Baureihe der Ikone in drei Varianten auf die Reise. "Diese drei Motorräder", so Mike Dougherty, Präsident von Indian Motorcycle, "fangen die mechanische Schlichtheit und das Lebensgefühl klassischer amerikanischer V-Twins ein und bringen gleichzeitig moderne Raffinesse und Ausstattung mit".

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Die Indian Chief begeistert nicht erst seit gestern.

(Foto: Indian)

Die Basis aller drei Modelle Chief Dark Horse, Indian Chief Bobber Dark Horse und Indian Super Chief Limited bildet ein klassisch geschweißter Stahlrohrrahmen. Befeuert werden sie von einem Thunderstroke V-Twin-Motor, über dessen Leistung sich die US-Amerikaner noch ausschweigen. Sicher ist, dass es mehr sein dürfte als die bis dato bereitgestellten 87 PS. Eine verlässliche Größe sind aber die zu erwartenden 162 Newtonmeter maximales Drehmoment.

Unverfälschtes Fahrerlebnis

Sicher ist auch, dass die Fahrer aller drei Modelle auf einen Tankinhalt von 15,1 Liter zugreifen können und dass neben einem kurzen Radstand von 1,626 Metern eine Sitzhöhe von 66,2 Zentimetern auch kleineren Fahrern einen guten Stand an der Kreuzung garantiert. Das fahrbereite Gewicht der Indian Chief liegt jetzt bei 304 Kilogramm. Eine konventionelle 46-Millimeter-Vordergabel dürfte mit einem Federweg von 132 Millimetern Schlaglöcher und Querfugen ausreichend absorbieren. In die Kurven geht die Chief bauartbedingt nicht ganz so schräg, aber mit einem Winkel von 28,5 Grad immer noch ausreichend dynamisch.

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Das urigste Modell im Dreigestirn ist wohl die Indian Chief Bobber Dark Horse.

(Foto: Indian)

In Summe verspricht Indian für die Chief ein unverfälschtes Fahrerlebnis, bei dem "Kraft, Purismus und die entsprechende Lebenseinstellung den Weg weisen". Wie einst wünschen sich die Macher der neuen Chief-Reihe, dass ihre Fahrer zu Zeiten zurückfinden, in denen der spontane Trip mit Freunden und ohne Ziel zum Stoff für die schönsten Geschichten wird. Und das natürlich nach dem jeweiligen Gusto des Fahrers.

Zum Beispiel auf der Chief Bobber Dark Horse mit fetten Breitreifen auf Speichenrädern, einer überarbeiteten Frontpartie und dem ultimativen Solo-Bobber-Sitz. Das Ganze ist dann auch gleich eine Hommage an die klassischen Twins der Nachkriegszeit, die von Veteranen des Militärs und einfachen Arbeitern gefahren wurden. Wer es gediegener mag, wird dann wohl eher bei der Super Chief Limited landen. Ein Windschild nimmt den Druck vom Körper und Satteltaschen sorgen für Vielseitigkeit und Tourenkomfort.

Raum für Eigeninterpretationen

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Die Chief-Modelle von Indian bieten reichlich Raum für Individualisierungen.

(Foto: Indian)

Aber bei allen drei Angeboten hat Chefdesigner Ola Stenegard darauf geachtet, dass genug Raum für die Eigeninterpretationen des Fahrers bleibt. "Wir haben die Chief so einfach wie möglich gehalten, um der Fantasie des Fahrers freien Lauf zu lassen und ihm die Möglichkeit zu geben, das Motorrad individuell zu gestalten", erklärt Stenegard. Entsprechend diesem Anliege bietet Indian mehr als über 70 Zubehörteile, aus denen der Chief-Fahrer seinen ganz persönlichen Look kreieren kann.

Am Ende kommt natürlich auch Indian bei aller Nostalgie nicht an zeitgemäßer Technik für die Chief vorbei. Deshalb bieten die US-Amerikaner auch das erste 10 Zentimeter große "Ride Command-System". Gesteuert wird das System entweder über den Touchscreen selbst oder aber über die Bedienelemente am Lenker. Im Menü stehen mehrere Informationsebenen zur Verfügung, darunter unterschiedliche Anzeigenkonfigurationen, Fahrzeug- und Fahrinfos sowie eine Turn-by-Turn-Navigation.

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Statt eines analogen Rundinstruments vermeldet ein runder Touchscreen alle wesentlichen Fahrdaten.

(Foto: Indian)

Ist der Fahrer mit einer drahtlosen Helmkommunikation unterwegs, kann er auch seine Musik über das Ride Command-System steuern, sobald sein Telefon über Bluetooth oder USB mit der Einheit gekoppelt ist. Natürlich kann über das Display auch auf Kontakte, Tastaturfeld und Textnachrichten zugegriffen werden. Inwieweit das beim Motorradfahren sinnvoll ist, sei dahingestellt. Fakt ist, dass auch angehende Anrufe angenommen oder abgelehnt werden können.

Wer jetzt schon ganz heiß auf die neue Chief ist, dem sei verraten, was Indian im Einzelnen dafür haben möchte. Die Chief Dark Horse startet bei 17.990 Euro, für die Bobber Dark Horse müssen knapp 20.000 Euro lockergemacht werden und die Super Chief Limited wechselt erst ab 22.490 Euro den Besitzer.

Quelle: ntv.de