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Lediglich 40 PS fehlen dem Vierzylinder mit Blick auf den großen Bruder.
Lediglich 40 PS fehlen dem Vierzylinder mit Blick auf den großen Bruder.
Montag, 04. Dezember 2017

Sparmobil für Sonnenanbeter: Jaguar F-Type mit Vierzylinder?

Um das Sportwagenfahren günstiger zu machen spart Jaguar beim F-Type zwei Zylinder ein. Das hört man mehr als dass man es spürt. Aber ein wirkliches Schnäppchen wird der Brite auch als Vierzylinder nicht obgleich er 9000 Euro weniger kostet.

Jaguar erleichtert den Einstieg in seinen zweisitzigen Sportwagen F-Type. Roadster und Coupé sind jetzt auch mit Vierzylinder-Turbobenziner und 300 PS zu haben. Die Preise sinken jeweils um 9000 Euro, sind mit 57.200 bzw. 64.200 Euro für das Cabrio immer noch recht happig. Dafür fehlen am Ende auf dem Datenblatt aber auch nur 40 PS.

Kein Sparmobil

Die Klangkulisse des Vierzylinders lässt sich nicht mit der des Sechsenders vergleichen.
Die Klangkulisse des Vierzylinders lässt sich nicht mit der des Sechsenders vergleichen.

In Summe ist der F-Type keineswegs ein Sparmobil, denn dieser neue Zweisitzer hat den bislang stärksten Vierzylinder-Serienmotor der Jaguar-Geschichte unter der langen Haube. Der Zweiliter stammt aus der selbstentwickelten Ingenium-Familie, protzt trotz geringerer Dimensionen mit satter Durchzugskraft, weniger Verbrauch und einem ähnlichen Fahrgefühl, vor allem, wenn es um enge Ecken geht.

In der Tat sind die paar PS weniger im Vergleich zum bisher günstigsten Roadster mit Sechszylinder-Motor und einem Preis von 73.200 Euro kaum zu spüren. Hinzu kommt, dass die Achtgang-Automatik von ZF im "kleinen" F-Type schon an Bord ist, während sie beim Modell mit 340 PS mit 2500 Euro extra bezahlt werden muss. So gesehen steigt der finanzielle Vorteil auf beachtliche 11.500 Euro.

Leicht aufgefrischt

Der Vierzylinder im Jagura F-Type ist gut verpackt.
Der Vierzylinder im Jagura F-Type ist gut verpackt.

Fakt ist: Mit der abgespeckten Version löst Jaguar ein Versprechen ein, dass schon seit April in der Preisliste der nunmehr 16 Varianten des F-Types vermerkt war. Doch offensichtlich wollten die Briten mit dem "Schnäppchen" warten, bis sich der Verkaufsboom der teureren Modelle gelegt hat.

Jetzt ist es soweit, jetzt wird geliefert. Dabei bekam der Neuling natürlich auch die kleinen Änderungen in die Wiege gelegt, die ab jetzt allen F-Types zuteilwerden: die dezente Neugestaltung des vorderen Stoßfängers und dessen seitlicher Öffnungen. Die doppelten Haifisch-Kiemen an den Seiten mussten einer einteiligen Lösung weichen. Zudem ist jetzt das taghelle LED-Licht zu haben, das automatisch zwischen verschiedenen Lichtstimmungen wechselt. Alles schön und gut, das bieten die Rivalen der Rennbahn ebenso.

Es fehlt an Sound

Im Innenraum gibt es keine Unterschiede.
Im Innenraum gibt es keine Unterschiede.

Auf der Testtour wurde schnell eines deutlich: Was dem kleineren Motor fehlt, ist der satt-dumpfe Sound seiner größeren Brüder. Selbst bei gedrückter Sporttaste benimmt sich dieser F-Type durchaus sozialverträglich und verschont vor dem Krawall, der ansonsten künstlich erzeugt, die Potenz eines Jaguar akustisch nach außen trägt. Dabei ist das mildere Geräusch durchaus kernig und keinesfalls blechern, aber eben viel zurückhaltender. Was für die Fahrleistungen keinesfalls gilt.

Mit einer Spitze von 250 km/h ist auch dieser F-Type künftig recht einsam auf der linken Spur der deutschen Autobahn, wenn es der Fahrer denn unbedingt will. Auch der Spurt auf 100 km/h wird im Roadster standesgemäß in 5,7 Sekunden absolviert. Die teureren Versionen unterbieten den Vierzylinder in dieser Disziplin zwar um eine Sekunde und mehr, aber wirklich wichtig ist das nur für echte Freaks.

Der kleine "F" bietet eine recht umfangreiche Grundausstattung, sogar ein Navi ist drin, hält aber eine Fülle von teuren Extras bereit. Wer also alle Feinheiten bestellt, kann gut 10.000 Euro zusätzlich in seinem Zweisitzer unterbringen. Das gilt aber für die übrigen Modelle ebenso. Also doch ein Schnäppchen? Es fällt schwer, dieses Prädikat für ein Spielmobil mit winzigem Kofferraum und nur Platz für Zwei zu vergeben. Aber: Man muss halt alles relativ sehen. Und da stehen nun mal im Fall des Roadsters 11.500 Euro Ersparnis.

Quelle: n-tv.de

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