Klingeln gegen riskante StilleSkoda trickst Noise-Cancelling-Kopfhörer aus

Mit der Fahrradklingel "DuoBell" zielt Skoda auf eine unsichtbare Gefahr im Stadtverkehr: ANC-Kopfhörer. Ein spezieller Frequenzmix und unregelmäßige Impulse sollen selbst abgeschirmte Ohren erreichen.
Der tschechische Autobauer Skoda hat gemeinsam mit der University of Salford in Manchester eine neuartige Fahrradklingel entwickelt, die auch für Nutzer von Geräuschunterdrückungssystemen (Active Noise Cancellation, ANC) wahrnehmbar sein soll. Hintergrund ist die wachsende Zahl von Radfahrern und Fußgängern mit Noise-Cancelling-Kopfhörern, die auf herkömmliche Klingelsignale oft nicht reagieren.
Die Besonderheit der "DuoBell" ist ein zusätzlicher Resonator, der einen Frequenzbereich zwischen 750 und 780 Hertz abdeckt. Dieser Bereich soll die Filtermechanismen von ANC-Systemen gezielt umgehen. Ergänzt wird das Konzept durch einen speziellen Schlagmechanismus, der unregelmäßige Impulse erzeugt und so die Algorithmen der Kopfhörer zusätzlich aushebelt.
Sicherheitsgewinn laut Praxistests mit Kurierfahrern
Praxistests mit Kurierfahrern im urbanen Umfeld bescheinigen dem System laut Skoda einen Sicherheitsgewinn im Vergleich zu herkömmlichen Fahrradklingeln: Fußgänger mit aktivierter Geräuschunterdrückung nahmen die Klingel früher wahr und hatten bis zu fünf Sekunden mehr Reaktionszeit beziehungsweise einen um bis zu 22 Meter größeren Abstand. Das kann im Fall der Fälle entscheidend sein, um einen Unfall zu vermeiden.
Skoda nennt das Projekt eine "analoge Lösung für ein digitales Problem", sieht es als Beitrag zur Verkehrssicherheit und hat die Forschungsergebnisse in einem frei zugänglichen Whitepaper veröffentlicht. Ob die "DuoBell" in Serie geht und als Produkt erhältlich sein wird, ist allerdings noch offen.