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Lautlos zum Campingplatz Mercedes T-Klasse unter Strom - künftig auch zum Wohnen

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Der EQT ist bloß eine T-Klasse mit elektrischem Antrieb.

(Foto: Mercedes)

Nach diversen Ankündigungen enthüllt Mercedes nun endlich seine T-Klasse mit elektrischem Antrieb - den EQT. Außerdem geben die Schwaben einen Ausblick auf eine ebenfalls elektrisch angetriebene Microcamper-Version des EQT unter dem Label Marco Polo.

Man muss schon schmunzeln, wenn man auf den neuen EQT zuläuft, der bis vor ein paar Tagen ja noch streng geheim war. Formal betrachtet handelt es sich immerhin um die Weltpremiere der elektrischen T-Klasse - dabei ist ja im Grunde bloß von einem neuen Antrieb die Rede, dessen Basisparameter auch nicht wirklich neu sind.

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Der Black-Panel-Grill bleibt der elektrischen Variante des Hochdachkombis vorbehalten.

(Foto: Mercedes)

Und wie eine T-Klasse aussieht, ist ja ohnehin lange bekannt. Aber! Der spezifisch gestaltete Black-Panel-Grill als Erkennungszeichen für den lautlosen Antrieb ist durchaus einen genauen Blick wert und legitimiert die Weltpremiere - jedenfalls aus der Perspektive des Mercedes-Konzerns.

EQT bekommt 45 kWh großen Akku

Ein bisschen hatten sich die Schwaben ja bereits in die Karten schauen lassen und vor einigen Monaten sogar schon eine Mitfahrt gewährt. Und auch die Daten zum Thema Antrieb sind bekannt: Der Elektromotor leistet 122 PS und bezieht seine Energie aus einem 45-kWh-Akku. Und somit bleibt die Zielgruppe spitz.

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Auch der kurze EQT bietet viel Raum für Campingzubehör.

(Foto: Mercedes)

Auch wenn es die meisten Autofahrer auf keine hohe Kilometerleistung bringen und täglich deutlich weniger als 100 Kilometer zurücklegen - niedrige Nominalreichweiten haben es schwer, beim Verbraucher angenommen zu werden. Rund 280 Kilometer nach praxistauglicher WLTP-Disziplin soll der EQT schon fahren können. Mit einer Ladeleistung von bis zu 80 Kilowatt lässt sich die Batterie am Gleichstromcharger binnen etwas mehr als einer halben Stunde wieder von 10 auf 80 Prozent Ladestand bringen.

Wie gut, wenn der Weg das Ziel ist - dann wird man auch mit der künftig angedachten Microcamper-Variante der elektrischen T-Klasse glücklich werden. Schließlich dürfte die Besatzung bei fleißiger Nutzung die eine oder andere Minute am Schnelllader zubringen. An Erfindergeist mangelt es den Innenraumgestaltern jedenfalls keineswegs, die für ihre Umbaumaßnahmen allerdings auf die künftig folgende Langversion des EQT setzen.

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Die Kulinarik soll ja auch beim Campen nicht zu kurz kommen.

(Foto: Mercedes)

Clevere Schrank- und Schubladensysteme zaubern mit wenigen Handgriffen Elektro- (Induktion)- und Gaskocher hervor. Das passende Gegenstück weilt in Form eines 16 Liter fassenden Kompressor-Kühlschranks im Fahrzeug und integriert sich ebenfalls in der dank Einsatz schicker Hölzer durchaus nobel anmutenden Campingarchitektur. Natürlich haben die Entwickler auch eine Spüle untergebracht.

Ein recht einfach aufstellbares Hochdach mit heimeliger Reißverschlusskonstruktion beherbergt eine Schlafmöglichkeit von knapp zwei Metern Länge und rund einem Meter Breite. Von dort aus kann man den Kopf auch mal rausstrecken und beispielsweise den Sternenhimmel betrachten. Das zweite "Bett" lässt sich im Fond des Concept EQT Marco Polo1 einrichten und ist sogar einen Tick größer angelegt.

Camper-Concept hält witzige Gadgets bereit

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Bestellt man das Campingmodul, bleibt nicht mehr viel Kofferraum übrig.

(Foto: Mercedes)

Noch ist das Mini-Wohnmobil nicht ganz fertig - es wird im Laufe des kommenden Jahres erwartet. Aber schon die seriennahe Studie verfügt über clevere Gadgets wie einen elektrisch höhenverstellbaren Tisch, dessen Packaging so geschickt ist, dass er in dem verhältnismäßig kompakten Auto unterkommt. Außerdem lassen sich die Scheiben auf Knopfdruck so stark verdunkeln, dass man von außen nicht mehr in das Fahrzeug blicken kann. Praktisch, um sich beispielsweise im Wagen umzuziehen.

Möchte man schneller einen campingfähigen EQT haben, muss man auf das in Kürze erhältliche Modul zurückgreifen, mit dem sich auch die kurze Version mit den wichtigsten Features ausstatten lässt. Es gibt ein clever konstruiertes Bett mit sogenannten Tellerfedern, das sich über den gesamten Fondraum erstreckt (wo ansonsten übrigens ein Tisch steht). Und natürlich den Gaskartuschenkocher mit jedoch nur einer Platte. Hinzu kommen die 15 Liter fassende Kühlbox sowie ein Tank mit 12 Litern Frischwasser samt Spülbecken.

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Das Concept EQT Marco Polo ist seriennah und wird für nächstes Jahr als reguläre Version erwartet.

(Foto: Mercedes)

Sowohl das gesamte Fahrzeug mit dem noch etwas sperrigen Namen Concept EQT Marco Polo wie auch das Camping-Modul wirken bei erster Live-Sichtung durchaus wertig und stylisch. Daher ist damit zu rechnen, dass Mercedes sich die Mühen angemessen vergüten lassen wird.

Zwar schweigt der Konzern aktuell noch zur Preisgestaltung, aber allein der kurze EQT in der Basisausgabe soll schon bei rund 49.000 Euro (ohne Förderung) starten. Da dürfte sich also noch mancher Zehntausender addieren. So viel zum Vorurteil, Camping sei etwas für den schmalen Geldbeutel. In dieser Form sicher nicht.

Quelle: ntv.de

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