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Selbst Mercedes hat ihn Nissan Qashqai mit neuem Vortrieb

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Sein Facelift hat der Nissan Qashqai bereits erhalte, jetzt gibt es einen neuen Benzinmotor.

Sein Facelift hat der Nissan Qashqai schon vor anderthalb Jahren bekommen. Jetzt gibt es ein neues Infotainment-System und ein frisches Benzin-Triebwerk. Das ist unter anderem aus der Mercedes A-Klasse bekannt.

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Den neuen 1,3-Liter Benziner gibt es für den Nissan Qashqai in zwei Ausbaustufen.

Nissan hat die Benziner-Palette seines beliebten Kompakt-SUV Qashqai überarbeitet: Die alten 1.2er- und 1.6er-Triebwerke mit 115 PS und 163 PS fliegen raus, an ihrer Stelle tritt ein neuer 1,3-Liter-Vierzylinder in zwei Ausbaustufen. Ein Unbekannter ist der Motor nicht, er arbeitet bereits bei Allianz-Schwester Renault im Scénic und Captur – und auch in der Mercedes A-Klasse verrichtet er bereits seine Arbeit. Zusammen mit dem neuen Aggregat hält erstmals auch ein Doppelkupplungsgetriebe Einzug in den Qashqai.

Kein Allradantrieb für Benziner

Den Allradantrieb sucht man hier hingegen vergebens, er ist für die neuen Benziner schlicht nicht vorgesehen. Die 4x4-Technik bleibt weiterhin dem großen Diesel vorbehalten, der Anfang 2019 ebenfalls erneuert wird; allerdings geht Nissan davon aus, dass sich zukünftig über die Hälfte aller Kunden für die neuen Otto-Motoren entscheiden werden. Erhältlich sind die frischen Benziner ab sofort für mindestens 21.350 Euro, die stärkere Version mit Siebengang-Doppelkuppler gibt es ab 25.100 Euro.

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Neu ist auch das Infotainmentsystem im Nissan Qashqai.

Wer kein Problem damit hat, selbst zum Schalthebel zu greifen, ist mit der 140 PS starken Einstiegsversion des neuen Triebwerks aber auch bestens bedient. Seine 240 Turbo-Newtonmeter beschleunigen den 4,40 Meter langen Qashqai in knapp über zehn Sekunden auf Tempo 100 und reichen für über 190 km/h am Ende der Fahnenstange. Zwar liegt die komplette Kraft schon bei verhältnismäßig niedrigen 1600 Umdrehungen an; die sind allerdings auch zwingend nötig, darunter fällt der Vierzylinder in ein furchtbar tiefes Turboloch. Das lässt sich auch bei der zweiten Ausbaustufe mit 160 PS in diesem Drehzahlbereich nur mühsam schließen, zumal hier das etwas höhere Drehmoment von 260 Newtonmetern erst bei 2000 Touren bereitsteht.

Lieber den Großen?

Dass die stärkere Version etwas flotter unterwegs ist, weist das Datenblatt aus: Der Hundertersprint dauert nur noch 8,9 Sekunden, die Vmax klettert auf 200 Sachen. Deutlich schwungvoller fühlt sich das potentere, aber auch 2050 Euro teurere Triebwerk dennoch nicht an. Eher dürften zwei andere Argumente die Kundschaft zur 160-PS-Ausbaustufe überreden: Zum einen steigt die Anhängelast hier um 200 Kilogramm auf 1,5 Tonnen, zum anderen ist das neue Doppelkupplungs-Getriebe der stärkeren Variante vorbehalten. Für weitere 1700 Euro Aufpreis übernimmt das ebenfalls aus diversen Renault- und Mercedes-Modellen bekannte 7-Gang-EDC-Getriebe von Getrag die Schaltarbeit, und zwar unmerklich und komfortabel. Wem die Schaltwechsel etwas zu gemächlich von statten gehen – für den Sprint auf Landstraßentempo braucht die Automatik-Version eine Sekunde länger als der Handschalter –, kann mit einem kurzen Zug am Gangwahlhebel auch selbst eingreifen.

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Wer will, kann sein Reiseziel jetzt via Smartphone an das Infotainmentsystem im Nissan Qashqai weiterreichen.

Nötig ist das aber nicht, insgesamt passt die Kombination aus 1,3-Liter-Vierzylinder und Doppelkuppler hervorragend zum unaufgeregten Charakter des Qashqai, zu dem auch die ausgewogene Fahrwerks- und Lenkabstimmung und die ordentliche Geräuschdämmung ihren Teil beitragen. Übrigens: auch mit Blick auf den Verbrauch ist es quasi unerheblich, zu welcher Variante man greift. Die beiden Handschalter sind unabhängig von der Leistung jeweils mit 5,3 Litern im Durchschnitt angegeben, die EDC-Version nimmt sich auf dem Papier ein Zehntel mehr. Bei einer ersten Testfahrt zeigten alle drei Varianten eine Sieben vor dem Komma.

Neues Infotainmentsystem

Gleichzeitig mit den neuen Triebwerken spendiert Nissan dem Qashqai auch ein neues Infotainmentsystem. Die aktuelle Auflage des Nissan-Connect-Systems mit Sieben-Zoll-Touchscreen (der immer noch von einigen Plastik-Tasten flankiert wird) unterstützt die Smartphone-Anbindung über Apple CarPlay und Android Auto, worüber sich problemlos navigieren lässt. Wer lieber auf ein festeingebautes Navi setzt, kann auf das neue Tom-Tom-System mit verbesserter Zieleingabe, 3D-Kartendarstellung und Echtzeit-Verkehrsdaten (für fünf Jahre kostenlos) zurückgreifen.

Praktisch: Kartenupdates erfolgen zukünftig Over-the-air und können vom Nutzer direkt im Auto heruntergeladen werden. Noch mehr Komfort bietet außerdem die neue Door-to-Door-Navigation: Über eine spezielle Smartphone-App kann man das Reiseziel schon zuhause eingeben und an den Qashqai senden. Umgekehrt lässt sich beim Parken der Fahrzeugstandort im Handy speichern, damit man sich anschließend wieder zum Auto navigieren lassen kann. Allerdings hat diese Funktion bereits jedes iPhone, das mit Bluetooth an die Multimediaeinheit des Fahrzeugs gekoppelt wird. Hier weist nämlich Karten den Standort des Fahrzeugs aus.

Quelle: n-tv.de, Michael Gebhardt, sp-x

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