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Schärfer als die Realität Project Cars - mehr als eine Rennsimulation

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Wassertropfen auf der Kamera, Nebel, Sonnenauf- und -untergänge: Realistischer kann eine Rennsimulation kaum sein.

Der Name Project Cars schreit in der Wahrnehmung nicht nach einem Rennspiel. Ist es aber und bei einem ersten Antesten darf versichert werden, dass hier eine der beste Rennsimulationen des Jahres auf den Markt kommt.

Rennsimulationen für Konsolen und PC gibt es einige am Markt, wobei die bekanntesten wohl Need For Speed, Gran Turismo oder Forza sein dürften. Allen gemein ist der Wunsch nach absoluter Realitätsnähe. Aber gefunden hat sie jetzt wohl ein Spiel, das ab dem 20. März auf dem Markt kommen wird: Project Cars. Zugegeben, hinter dem Namen könnte sich vieles verbergen, aber wer würde schon darauf kommen, dass es hier an X-BoxOne, PS4, Wii U oder PC auf den heißesten Rennstrecken der Welt mit den schönsten Boliden aller Zeiten über den Rundkurs geht.

Mit dem Zonda in den Sonnenuntergang

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Unter den zu fahrenden Boliden ist auch ein McLaren F1.

Da geht ein Pagani Zonda Cinque Roadster in der untergehenden Sonne von Monza ums Eck. Ein Audi R8 LMS driftet bei strömendem Regen in Brands Hatch, vielleicht ist auch ein Bentley Speed 8 in der Morgendämmerung auf dem Weg, die 24-Stunden von Les Mans zu gewinnen. Oder ein McLaren F1 zieht im gleißenden Sonnenlicht auf dem Mount Panorama Circuit seine Runden. Am Lenkrad respektive am Controller der Fahrer, selbstbestimmt und frei von allen Restriktionen, die Rennsimulationen den Spielern in der Regel auferlegen.

Da Project Cars über Crowdfunding von einer passionierten Community ins Leben gerufen wurde, sind sie es auch gewesen, die dafür gesorgt haben, dass das Spiel anders ist als die bis dato auf dem Markt befindlichen Rennsimulationen. So muss der Spieler beispielsweise nicht mehr in Tagen, Wochen und Monaten eine Karriere durchlaufen, bis er endlich das angepeilte Supercar oder den Formel-1-Boliden seiner Träume über den Rundkurs steuern darf. In Project Cars ist dieser Modus im sogenannten Sandbox-Stil angelegt. Das bedeutet, dass alle Inhalte von Beginn an freigeschaltet sind. Mit über 70 Autos und auf 83 Strecken kann sofort gefahren werden: als Einsteiger, Amateur oder Profi.

Fehler werden nicht verziehen

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Regen, Sonne, Tag und Nacht: Auf den Tag genau kann das Wetter online abgerufen und in das Spiel eingebunden werden.

Aber Vorsicht! Auto-Animationen und während des Rennens wechselnde Witterungsverhältnisse sind so nah an der Realität, dass man sich nicht überschätzen sollte, zumal ein komplettes Schadensmodell dafür sorgt, dass man nur einmal mit voller Wucht gegen die Wand fährt. Jedes einzelne Fahrzeug wurde nach den ihnen zugrunde liegenden Parametern abgestimmt und erhält damit seine ganz eigene Fahrcharakteristik. Um die im Spiel noch glaubwürdiger zu machen, haben echte Rennfahrer wie Ben Collins, der auch als "The Stig" in der BBC-Show "Top Gear" gefahren ist, Oliver Webb, der im vergangenen Jahr in Les Mans auf der Strecke war und der Bruder von Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, Nicolas Hamilton, an der Entwicklung des Spiels mitgewirkt.

Und so wundert es nicht, dass bei der Kurvenhatz lediglich die physikalischen Gegebenheiten wie die G-Kräfte, die auf den Piloten wirken, außen vor bleiben. Optisch und tonal ist man auf jeden Fall auf dem ausgewählten Rundkurs. Wer allerdings noch näher an der Realität dran sein möchte, müsste von Controller und Tastatur zur Steuerung Abstand nehmen und neben den 70 Euro für das Spiel in Lenkrad und Pedalerie investieren. Bei den teureren Modellen übertragen sich dann auch Lenkkräfte, Gegenstellbewegungen und Vibrationen, wenn die Kiste über die Curbs geht. Selbst die Unterschiede zwischen Kiesbett und Rasen werden spürbar, wenn die Strecke verlassen wird. Einziges Manko ist, dass weder Brems- noch Gaspedal einen realen Widerstand liefern. Wobei für entsprechendes Geld wohl auch das zu bekommen ist. Apropos realitätsnahe Darstellung: Project Cars unterstützt die Virtual Reality–Technologie Oculus Rift und Project Morpheus von Sony.

Rennalltag ohne Erfolgsdruck

*Datenschutz

Doch auch Player ohne Volant und Oculus dürfte der Sound begeistern, der sich je nach gewählter Perspektive ändert. Wird das Rennen von außen betrachtet, brüllen die Motoren anders, als wenn im Cockpit eines GT-Rennwagens, Track Day Cars, Le Mans Prototypen, Modern Open Wheel, Kart, Straßenauto oder Supercar Platz genommen wird. Eine weitere Besonderheit des Spiels ist der Umstand, dass der Fahrer - abhängig von seinen Leistungen - Angebote von Motorsport-Teams aus verschiedenen Serien sowie Sponsor-Angebote erhält.

Um noch dichter am Rennalltag zu sein, können Spieler ganze Events erstellen und deren Parameter selbst definieren. Dabei kann ein Rennwochenende aus einem kurzen Go-Kart-Lauf bestehen oder einem Formel-1-Rennen in Silverstone mit Training, Warm-Up, Qualifying und Formationsrunden. Selbstredend gilt auch hier, dass alle Fahrzeugtypen ohne Erfolgsdruck ausprobiert werden können. Während des Rennens assistiert neben der Boxencrew ein Renningenieur, der über das Pit2Car Radio Infos zum Auto, Positionswechsel oder sich ändernden Wetterverhältnissen gibt. Sogar Kurveninformationen sollen im Spiel von Ben Collins gegeben werden.

Tuning für den Rundkurs

Natürlich ist es damit nicht getan. Bis fast zur letzten Schraube können technische Änderungen an den Boliden vorgenommen werden. Ausgeschlossen ist dabei allerdings das pure Tuning, wie man es aus anderen Rennsimulationen kennt. Wer also Farbe und Spoiler wechseln will, der wird hier enttäuscht. Wer hingegen Federwege, Drehmoment, Reifendruck, Lenkübersetzung und Achslast ändern möchte, um bei einem Regenrennen eine bessere Traktion zu bekommen, der wird begeistert sein. Dabei bleibt natürlich alles an den Originalparametern des Fahrzeuges dran. Man wird also kein Go Kart zum Formel-1-Renner aufbrezeln können.

Wer will, kann sich aber auch über die Option "Historic Goals" in der Zeit zurückbeamen lassen, Legenden wie Ayrton Senna oder Michael Schumacher nacheifern und zum gefeierten Car Gay aufsteigen, in drei aufeinanderfolgenden Rennsaisons den Titel verteidigen oder in drei unterschiedlichen Renndisziplinen den Titel gewinnen. Wer an seiner Solo-Tour keinen Spaß mehr hat, kann jederzeit online einem Renn-Event beitreten und mit anderen Spielern interagieren.

 

Anmerkung der Redaktion: Slightly Mad Studios und BANDAI NAMCO Games Europe S.A.S haben bekanntgegeben, dass sich der Verkaufsstart von Project Cras auf den 02. April 2015 verschiebt.

Quelle: n-tv.de

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