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Hohe Rabatte, kaum Transparenz Sollte man Neuwagen im Internet kaufen?

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Der Vergleich beim Neuwagenkauf im Internet lohnt sich.

Wer seinen Neuwagen im Internet kauft, kann eine Menge Geld sparen. Dennoch gilt es einige Klippen zu umschiffen. Der ADAC hat zehn Onlinevermittler unter die Lupe genommen und sie auch mit den Händlern im Autohaus verglichen.

Neuwagenverkaufsplattformen im Internet locken mit hohen Rabatten. Der Automobilclub ADAC hat jetzt zehn Onlinevermittler genauer unter die Lupe genommen und verglichen. In der Regel können Käufer hier im Vergleich zum Listenpreis rund 18 Prozent sparen. Allerdings haben die Tester häufig Transparenz und Service in den Onlineportalen bemängelt. Vor allem, wenn es um den Kaufprozess selbst und die Informationen über die Rechte der Kunden geht, finden sich dort kaum Antworten.

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ADAC-Test 2017: Neuwagenportale.

Bei rund der Hälfte der getesteten Vermittler fanden sich auch keine Informationen zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder sie wurden nicht korrekt bereitgestellt. Einige Anbieter behielten sich sogar vor, die AGBs ohne Angabe von Gründen während des Geschäftsvorgangs zu ändern. Das Gute für den Verbraucher: Wird der Kunde nicht korrekt über seine Rechte, wie zum Beispiel das Widerrufsrecht, belehrt, steht ihm dieses trotzdem zu, teilweise sogar deutlich länger.

Zwei Portale mit "gut" bewertet

Mit Autohaus24 und CarsAgentur24 wurden lediglich zwei Portale mit einem "gut" benotet, einzig der Plattform APL wurde ein "mangelhaft" ausgestellt, während der Rest im Mittelfeld landete. Das Portal APL konnte zwar mit hohen Rabatten beeindrucken, doch zeigten sich im Gegenzug deutliche Mängel bei der Benutzerfreundlichkeit und der schon erwähnten Transparenz.

Für viele ist der Autohändler vor Ort immer noch die erste Adresse für den Autokauf. Um herauszufinden, welche Vor- oder Nachteile sich hier auftun, hat der ADAC bei 50 Händlern in zehn deutschen Großstädten die Preise der Fahrzeuge erfragt, die auch bei den Onlineportalen zur Disposition standen. Im Schnitt waren die Händler sechs Prozent teurer. 30 der 50 Befragten gewährten keinen weiteren Rabatt, wenn auf die preiswerteren Portale hingewiesen wurde. Die übrigen 20 stellten bei Kauf eines Neuwagens im Durchschnitt eine Prämie von 1000 Euro in Aussicht, bleiben damit aber noch deutlich über dem Onlinepreis.

AGBs genau studieren

Resümee des Tests: Wichtig ist es, beim Autokauf im Internet die AGBs des Vermittlers genau zu studieren. Außerdem weist der ADAC darauf hin, dass Käufern immer ein zweiwöchiges Widerrufsrecht zusteht, selbst wenn im Vertrag auf dieses nicht hingewiesen wird. Zudem kann man auch für ein im Internet gekauftes Auto Ansprüche aus der Herstellergarantie europaweit bei jedem Vertragshändler geltend machen. Etwaige erhobene Vermittlungskosten sind nach Angaben der Tester unzulässig.

Für den Test wurden fünf Neuwagen mit vorab festgelegter Ausstattung ausgewählt: BMW X3, Audi A4, Skoda Yeti, Opel Corsa und VW Golf Sportsvan. Die Preise für diese Fahrzeuge wurden bei Vertragshändlern in Hamburg, Hannover, Bremen, München, Stuttgart, Dortmund, Berlin, Frankfurt, Köln und Essen erfragt.

Quelle: n-tv.de, hpr

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