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Probleme noch nicht behoben VW verkauft ID.3 mit Software-Fehler

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Die erste Amtshandlung des neuen VW-Markenchefs Ralf Brandstetter war die Freigabe des ID.3.

(Foto: Volkswagen)

Rund läuft es in Wolfsburg seit Jahren nicht. Auch die Entmachtung von VW-Cheff Herbert Diess ist kein gutes Zeichen. Für das soll jetzt der neue VW-Markenchef Ralf Brandstätter sorgen, indem er den Verkauf des mit Software-Problemen behafteten ID.3 freigibt. Aber behoben sind die Fehler nicht.

Dass der neue VW-Markenchef Ralf Brandstätter die Initialzündung für den nunmehr startenden Verkauf des ID. 3 gegeben hat, muss bezweifelt werden. Gerne darf dieser Akt aber als die erste Amtshandlung Brandstätters in seinem neuen Job verstanden werden. Ob es eine gewinnbringende war, wird die Zukunft zeigen.

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Die Software-Probleme sollen erst Ende des Jahres behoben sein.

(Foto: Volkswagen)

Ausgebremst wurde der Wolfsburger Hoffnungsträger zuvor gleich zweimal. Zum einen von Software-Problemen, zum anderen durch Corona. Dabei dürfte die Pandemie das geringere Problem gewesen sein. Bereits vor dem Lockdown hatte VW nämlich genügend Autos produziert, um den kompakten Stromer noch in diesem Jahr in ernsthaften Stückzahlen an den Mann und die Frau zu bringen und so auch die von der Bundesregierung geforderten CO2-Ziele zu erfüllen.

Software-Problem ist nachhaltig

Nachhaltiger wirkt da schon das Software-Problem. Und das wird auch bis September nicht gelöst sein, betont VW. Wer jetzt bei einem ID.3 zugreift, wird also Funktionen im Head-Up-Display, im Infotainment und auch bei den Assistenzsystemen erst ein paar Wochen später als Update aufgespielt bekommen. "Dafür fahren die Kunden der ersten Stunde die ersten Monate ratenfrei in die Zukunft", vertröstet der Vertrieb in Niedersachsen.

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Aus dem Geschäft heraus kann man einen ID.3 nicht kaufen.

(Foto: Volkswagen)

Angesichts dieser Tatsache ist der für kommende Woche von Brandstätter angekündigte Vorverkauf mutig. Zumal die dann Anfang September ausgelieferten Autos eben nicht in Gänze funktionstüchtig sind. Mit Blick auf diesen Umstand stellt sich die Frage, ob die 30.000 Vorbesteller, die laut Brandstätter "zuerst zum Zuge kommen sollen", auch noch zum Zuge kommen wollen, um ihren Kaufvertrag zu unterschreiben. Danach sollen die Bücher dann für alle Interessenten geöffnet werden. Diesen Zeitversatz wird es dann auch bei der Auslieferung der Fahrzeuge geben.

Später gibts ein R-Modell

Wer von den Erstkunden dennoch unterzeichnet, bekommt die First Edition für knappe 40.000 Euro, die mit der mittleren von drei Batteriegrößen vorfährt: 58 kWh und bis zu 420 Kilometer Reichweite verspricht VW den Ersteinsteigern. Später gibts ein Modell mit 45 kWh und 330 Kilometern Reichweite für etwas weniger als 30.000 Euro und eine Top-Version mit 77 kWh für 550 Kilometer. Die wird es dann für knapp unter 50.000 Euro geben. In der höchsten Ausstattung der First Edition, die sich da Max nennt, muss der Kunde diese Summe aber auch schon berappen.

Allen Modellen gemein ist der Heckmotor mit 204 PS und 310 Newtonmeter maximalem Drehmoment, der Geschwindigkeiten bis 160 km/h ermöglicht. Aber auch dabei soll es nicht bleiben. Die R GmbH arbeitet bereits an einem Sportmodell, das zwar ebenfalls bei Heckantrieb bleibt, aber deutlich mehr Leistung bekommen soll. Wie weit die dann reicht, steht noch nicht fest. Aber kurze Strecken kann man mit Sicherheit ganz schnell fahren.

Quelle: ntv.de, hpr