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Aus Alt mach Neu Volvo P1800 Cyan - feuriges Restomod-Car

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Der P1800 ist im Original ein gewiss schönes, allerdings auch betuliches Coupé. Cyan Racing hat aus dem Klassiker nun einen modernen Sportwagen gemacht.

(Foto: Cyan)

Der Volvo P1800 gehörte in den 1960er Jahren zu den schönsten Coupés. Nur war er nach heutigen Maßstäben nicht besonders dynamisch. Cyan Racing hat jetzt aus dem Klassiker einen modernen Sportwagen gemacht. Um den zu bekommen, muss man aber in Vorleistung gehen.

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Restomod-P1800 - auch nach der Aufarbeitung noch eine Augenweide.

(Foto: Cyan)

Im Jahr 2015 ist aus Polestar die Rennwagen- und Tuning-Schmiede Cyan Racing hervorgegangen. Nun haben die Tuner ein eindrucksvolles Restomod-Projekt auf Basis des 1960er-Jahre-Volvos P1800 auf die Räder gestellt. Der Unterschied zu einer Restauration ist übrigens, dass beim Restomod zwar die alte Haut und damit auch die Optik benutzt wird, aber ansonsten fast alle technischen Komponenten auf den neuesten Entwicklungen beruhen. So bietet das Volvo-Coupé neben einer rundum sportlichen Abstimmung ein optisch sehr reizvolles Finish.

Motor aus einem Rennwagen

Wichtigste Neuerung ist die Implantation eines Zweiliter-Vierzylindermotors aus dem Volvo-Rennwagen S60 TC1, der im 990 Kilogramm leichten P1800 satte 420 PS und ein maximales Drehmoment von 455 Newtonmetern bereitstellt. Via 5-Gang-Schaltgetriebe und einer Antriebswelle aus Karbon geht die gesamte Kraft an die Hinterachse. Fahrleistungen werden nicht genannt, doch wird der Cyan wesentlich schneller als das im besten Fall 124 PS starke Original unterwegs sein.

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Die Karosserie des neuen P1800 liegt tiefer, die Spur ist breiter und die Radhäuser sind weit ausgestellt.

(Foto: Cyan)

Auch das Fahrwerk wurde komplett umgebaut. So gibt es vorne und hinten Doppelquerlenker-Achsen, einstellbare Zweiwege-Dämpfer, ein Sperrdifferenzial für die Hinterachse und außerdem groß dimensionierte Bremsscheiben mit Vierkolben-Sätteln sowie 18-Zoll-Räder mit Mischbereifung. Um die wuchtigen Pneus in die Radhäuser zu bringen, mussten die ordentlich verbreitert werden. So konnte dem P1800 dann auch die für einen echten Sportwagen tiefergelegte Karosserie unters Blech geschnallt werden.

Nicht für Rundenrekorde

Wer jetzt aber glaubt, mit dem neuen P1800 neue Rekorde in den Asphalt der Rennstrecken dieser Welt brennen zu können, der irrt. "Die Einstellungen des Autos zielen nicht auf schnelle Rundenzeiten ab, sondern vielmehr auf ein angenehmes und aufregendes Fahrerlebnis. Ich spüre, wie sich mein Lächeln jedes Mal verbreitert, wenn ich den Driftwinkel des Autos durch eine lange Kurve kontrolliere", sagt Thed Björk, Entwicklungsfahrer und Tourenwagen-Weltmeister 2017 von Cyan Racing.

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Auch das Heck des Restomod P1800 ist ein echter Hingucker.

(Foto: Cyan)

Und weil am Ende so ein sportlicher Unterbau nicht mehr ganz zur Optik des Originals aus dem Jahr 1965 passte, hat Cyan auch die überarbeitet. So wurde zum Beispiel der Chromzierrat reduziert. Zudem wurde der Dachaufbau, der jetzt aus einer Kohlefaser-Mischung besteht, neu positioniert. Zudem wurden Karosserie und Fahrgestell mit hochfesten Stählen stabilisiert, um den Kräften gewachsen zu sein, die jetzt auf den Wagen wirken, wenn er so richtig ums Eck geschlenzt wird.

Nun ist es aber gar nicht so einfach, einen Restomod P1800 zu bekommen. Wer einen Umbau dieser Art wünscht, muss nämlich nicht nur ein Originalfahrzeug bereitstellen, sondern außerdem noch rund 420.000 Euro investieren, berichtet der schwedische Ableger von "Auto Motor & Sport". Daher dürfte die Neuauflage des P1800 ausgesprochen selten auf der Straße zu sehen sein.

Quelle: ntv.de, hpr