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Was ändert sich 2021 ... ... für Autofahrer?

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Einer der Punkte, der sich für Autofahrer im Jahr 2021 ändern könnte, ist der Bußgeldkatalog.

(Foto: dpa)

Die Zukunft bleibt ungewiss. So viel ist sicher. Abgesehen davon stehen aber auch im kommenden Jahr viele Neuerungen und Gesetzesänderungen an. Was rund um das Thema Autofahren wichtig wird.

Wie zu jedem Jahreswechsel treten auch am 1. Januar 2021 neue Regeln rund um das Auto in Kraft. Die wohl wichtigste hängt aber weiterhin in der Warteschleife.

Bußgeldkatalog

Eigentlich hätte alles längst klar sein sollen. Doch die Bundesregierung und die Länder suchen weiterhin nach einem Kompromiss bei der Reform des Bußgeldkatalogs. Sollte der Beschluss zugunsten des neuen Katalogs ausfallen, dann gelten unter anderem höhere Strafen für Autofahrer, die Radler gefährden. Und auch zu schnelles Fahren wird härter bestraft. Hintergrund: Weil die im April in Kraft getretene Novelle der Straßenverkehrsordnung einen Formfehler enthielt, gelten seit Juli vorübergehend wieder die Regeln des alten Bußgeldkatalogs.

Kfz-Steuer, Emissionen, Spritkosten, Tüv-Plakette

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Mit dem Sparen bei den Spritpreisen wird es im kommenden Jahr schwierig, denn die ziehen deutlich an.

(Foto: dpa)

Klar sind hingegen schon diverse Änderungen bei der Kfz-Steuer, den Emissionen und den Spritkosten. Der Preis für Öl und Diesel steigt um 7,9 Cent pro Liter, für Benzin um 7 Cent pro Liter. Grundlage ist das Erste Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes.

Nutzer verbrauchsstarker konventioneller Autos zahlen im kommenden Jahr gleich doppelt drauf. Denn der CO2-Aufschlag bei der Kfz-Steuer bekommt mehr Gewicht, teurer wird es für neu zugelassene Autos mit mehr als 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer. Allerdings könnte diese Aussage Käufer verunsichern. Deshalb sei an dieser Stelle erklärt, dass der Wert nicht für jeden Neuwagen verbindlich ist. Es geht vielmehr darum, dass der Flottengrenzwert, also der Durchschnitt aller in der EU in einem Jahr zugelassenen Autos einer Marke, den Wert von 95 g/km nicht übersteigt.

Wer sich 2021 ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid kauft, profitiert bis Jahresende weiterhin von der vom Staat bereitgestellten Umweltprämie. Allerdings wird sich auch beim Autokauf die Mehrwertsteuer wieder auf den üblichen Satz von 19 Prozent erhöhen. Im Zuge der Corona-Krise wurde sie bis Ende 2020 auf 16 Prozent herabgesetzt.

Auch Pendler sollen entlastet werden. Ab dem 21. Kilometer gibt es mehr Geld, die Pendlerpauschale steigt von 30 auf 35 Cent pro Kilometer - unabhängig vom für den Arbeitsweg genutzten Verkehrsmittel. Auf diesem Weg könnten sich dann wohl einige Autofahrer den zuvor über die Kfz-Steuer abgeführten CO2-Aufschlag und die gestiegenen Spritpreise teilweise zurückholen.

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Wer eine gelbe Tüv-Plakette auf seinem Nummernschild hat, der muss 2021 zur HU.

(Foto: dpa)

Die Tüv-Plakette hat bekanntermaßen jedes Jahr eine andere Farbe: Wer beim Blick auf sein Nummernschild eine gelbe Plakette sieht, sollte wissen, dass er noch 2021 zur Hauptuntersuchung (HU) muss.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Für viele Autos ändert sich 2021 auch die Einstufung in die Typklasse der Kfz-Haftpflichtversicherung. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt, werden rund 6,1 Millionen Versicherte (dies sind immerhin 15 Prozent) in eine höhere Klasse eingestuft, rund 4,6 Millionen Versicherte (etwa 11 Prozent) werden niedriger eingestuft. Die Typklasse berechnet sich nach Schäden und Reparaturkosten, die ein Automodell verursacht. Sind diese nur gering, wird das Auto in eine niedrigere Klasse eingestuft. Sind die Schäden hoch oder häufig und müssen die Versicherungen entsprechend oft dafür zahlen, wird das Modell der entsprechenden Typklasse hochgestuft.

Euro-6d-temp ist Geschichte

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Ab 2021 gilt die Abgasnorm Euro-6d-final bei neu zugelassenen Autos.

(Foto: dpa)

Wichtig vor allem für die Autohersteller: Der durchschnittliche Flottengrenzwert von 95 Gramm CO2 je Kilometer gilt künftig ohne Hintertür, bei Überschreitung drohen somit Strafen. Außerdem müssen die Hersteller der EU-Kommission den Realverbrauch jedes einzelnen Fahrzeugs melden. Die Pflicht zum Einbau eines sogenannten "On Board Fuel Consumption Monitor" ergibt sich aus der ab Januar für alle Neuwagen geltenden Abgasnorm Euro-6d-final, welche die Euro-6d-temp endgültig ablöst.

Strenger werden zudem die Regeln für den NOx-Ausstoß. Auch für Motorräder gelten neue Grenzwerte: Die Euro 5-Norm ist ab Januar für alle neu zugelassenen Motorräder verbindlich. Ein Abverkauf von Euro-4-Lagerbeständen ist aber auch 2021 unter bestimmten Bedingungen noch möglich.

Führerscheinprüfung 2021

Wer ab Januar 2021 die praktische Führerscheinprüfung ablegt, der muss damit rechnen, dass sie etwa zehn Minuten länger dauert. Unter anderem wird der Aufgabenkatalog für die Fahrprüfung erweitert, während der Fahrt wird ein elektronisches Prüfprotokoll auf einem Tablet angefertigt, und am Ende der Fahrt bekommt der Prüfling ein kurzes Feedbackgespräch.

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Bei der Führerscheinprüfung gibt es ab 2021 einige Änderungen.

(Foto: dpa)

Die sogenannte "Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung" (OPFEP) gilt für alle Führerscheinklassen. Die dort verankerten fahrrelevanten Aufgaben und die Bewertungskriterien sollen ab Januar 2021 eine objektive und transparente Führerscheinprüfung möglich machen. "Mit dem neuen Verfahren schaffen wir ausführliche Standards – vom elektronischen Prüfprotokoll bis zum Feedbackgespräch. Das sind klare Vorgaben für mehr Verkehrssicherheit", sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Und noch etwas ändert sich bei der Führerscheinprüfung: Die Fahrerlaubnisklasse B kann künftig auch bei Prüfung auf einem Fahrzeug ohne Schaltgetriebe unbeschränkt erteilt werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass zehn Fahrstunden auf einem Schaltfahrzeug absolviert wurden und die Fahrschule bescheinigt, dass der Führerscheininhaber in der Lage ist, auch ein solches Fahrzeug sicher, verantwortungsvoll und umweltbewusst zu bewegen.

Führerschein-Umtausch

Aufgrund von Vorgaben der Europäischen Union sind alle vor dem 19.01.2013 ausgestellten deutschen Führerscheine umzutauschen. Die Umsetzung erfolgt nach einem klaren Zeitplan. Wer zwischen 1953 und 1958 geboren wurde und einen Führerschein besitzt, der bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt wurde, muss diesen im Laufe des Jahres 2021, spätestens aber bis 19. Januar 2022, bei der für den aktuellen Wohnort zuständigen Führerscheinstelle umtauschen.

Bau von Autobahnen

Und noch etwas ändert sich. Waren bis dato die Länder für den Bau und Erhalt der Autobahnen zuständig, liegt das ab dem 01. Januar 2021 in der Verantwortung des Bundes. Planung, Bau, Erhaltung, Betrieb, Verwaltung und Finanzierung der deutschen Autobahnen wird dann die Infrastruktur-GmbH übernehmen. Diese soll das Bundesfernstraßennetz effizienter verwalten, als es die Bundesländer können, heißt es zur Begründung.

Neue Preise für Vignette in Österreich

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Ab 2021 übernimmt der Bund die Verantwortung für den Bau und Erhalt der Autobahnen.

(Foto: dpa)

A b dem 01. Januar 2021 kostet eine Pkw-Jahresvignette (in Apfelgrün) 92,50 Euro (2 Monate: 27,80 Euro; 10 Tage: 9,50 Euro), Motorradfahrer zahlen 36,70 Euro (2-Monats-Vignette: 13,90 Euro, 10-Tages-Vignette: 5,50 Euro). Wer die Klebevorschriften nicht beachtet, muss mit einer Ersatzmaut in Höhe von 120 Euro oder – wenn er nicht sofort bezahlt – einer Geldstrafe von mindestens 300 Euro rechnen.

Neue Verkehrsregeln in der Schweiz

Ab 2021 müssen sich Verkehrsteilnehmer in der Schweiz verpflichtend an das Reißverschlussprinzip halten, wenn auf einer Autobahn eine Spur abgebaut werden muss. Zudem gilt ab Januar die Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden. Wie in Deutschland, müssen die Verkehrsteilnehmenden dann zwischen der linken und der rechten Spur genügend Platz für Rettungsfahrzeuge freilassen, ohne den Seitenstreifen zu belegen.

Quelle: ntv.de, hpr

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