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Gebrauchtwagencheck BMW X1 - ein kleiner Makel trübt das Bild

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Wer einen BMW X1 (F48) sucht, muss in den Onlinebörsen nicht lange suchen.

(Foto: BMW)

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist der BMW X1 (F48) ein echtes SUV und zudem der erste seiner Art, der mit quer eingebautem Motor nicht nur mehr Platz im Innenraum bot, sondern auch als reiner Fronttriebler zu haben war. Beim TÜV macht der Bayer eine gute Figur. Bis auf einen kleinen Makel.

Im Herbst startet der neue BMW X1, eine gute Gelegenheit sich mit der noch aktuellen, zweiten Generation des SUV als Gebrauchtwagen-Option zu beschäftigen. Das seit 2015 angebotene Kompaktmodell ist in den bekannten Online-Börsen zahlreich vertreten. Bleibt die Frage, welche Meinung die TÜV-Prüfer zum ersten X1 auf einer Frontantriebs-Plattform haben.

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Optisch ist der BMW X1 (F48) ein echtes SUV, das sich stark am X5 orientiert.

(Foto: BMW)

War der erste X1 optisch noch zwischen Kombi und SUV angesiedelt, ist der noch aktuelle eindeutig ein SUV. Er sieht aus wie ein Mini-Me des X5. Anders als die erste Generation, die den 3er-Touring als Genspender hatte, teilt sich der X1 (Typ F48) die Basis mit dem 2er Active Tourer. Das geänderte Technik-Layout unter anderem mit quer eingebautem Motor ermöglicht, dass das SUV trotz leicht geschrumpfter Abmessungen (4,44 Meter in der Länge) deutlich mehr Platz für die Insassen generiert als der Vorgänger.

Auch das Kofferraumvolumen kann sich sehen lassen. Im Normalfall fasst das Gepäckabteil 500 Liter, klappt man die Rücksitzlehnen um, steigert sich der Wert auf 1550 Liter. Wer ein gebrauchtes Modell mit der verschiebbaren Rückbank kauft, kann sich zwischen mehr Knie- oder Gepäckraum entscheiden. Das Interieur ist typisch BMW, wie gediegen oder edel, hängt von der Bereitschaft des Erstkäufers ab, in aufpreispflichtige Extras zu investieren. 2019 erhielt der X1 ein dezentes Facelift; man erkennt es am geänderten Kühlergrill mit größerer Niere, LED-Leuchten sind seitdem Serie.

Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid

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Das Gepäckabteil des X1 (F48) schluckt zwischen 500 und 1550 Liter.

(Foto: BMW)

Es gibt ausschließlich Drei- und Vierzylinder mit 1,5 und 2,0 Liter Hubraum und einem Leistungsspektrum von 116 PS bis 231 PS. Zur einfacheren Unterscheidung heißen die Modelle mit Frontantrieb sDrive, die mit Allrad xDrive. Einstiegsbenziner ist ein 136 PS-Dreizylinder mit Frontantrieb (18i), den 192 PS starken Vierzylinder (20i) gibt es auch mit Allrad. Die Verbrauchsnormwerte lesen sich auf dem Papier gut: BMW gibt zwischen 5,1 Liter beim s Drive 18i und 6,7 Liter xDrive 20i an. Der kleinste Diesel (18d) kommt auf 150 PS, der 20d auf 190 PS. Beide stehen auch als xDrive zur Wahl. Top-Modell ist der xDrive25d mit 231 PS. Die Normverbräuche variieren nach Herstellerangaben zwischen 4,1 und 5,2 Litern.

Seit Anfang 2020 ist der X1 auch als Plug-in-Hybrid (xDrive25e) aus Kombination mit einem 125 PS starken Dreizylinder und einem E-Motor mit 95 PS zu haben. Die Systemleistung beträgt 220 PS. Knapp 50 Kilometer rein elektrische Reichweite sind laut Datenblatt möglich.

Einzige Schwierigkeit ist die Abgasuntersuchung

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Der BMW X1 (F48) bietet reichlich Potenzial für Sonderausstattungen.

(Foto: BMW)

Die Basisausstattung, die zum Marktstart für rund 30.000 Euro angeboten wurde, offeriert unter anderem 6,5-Zoll-Farbdisplay, Klimaanlage, Freisprecheinrichtung, Lederlenkrad sowie einige Assistenzsysteme. Hier blieb viel Luft nach oben für Extras wie das große Infotainmentsystem, Navigation, Head-up-Display oder Abstandstempomat. Auch LED musste bis zum Facelift gegen Aufpreis geordert werden. In der mit 70 Seiten sehr umfangreichen Preisliste waren zudem eine elektrische Heckklappe, größere Räder als die 17-Zoll-Standardbereifung und viele Assistenten zu finden. 2015 absolvierte der X1 den EuroNCAP-Crashtest mit fünf Sternen.

Bei den TÜV-Hauptuntersuchungen gibt sich der X1 wenig Blößen, er ist allerdings mit 92,4 Prozent der zwei bis drei Jahre alten beziehungsweise mit 87,5 Prozent der vier bis fünf Jahre alten Fahrzeuge ohne Mängel einen Tick schlechter als der Durchschnitt der untersuchten Autos (92,5 Prozent und 87,6 Prozent). Das entspricht sicher nicht den Premium-Preisen und den Erwartungen der Käufer. Der Vorgänger schneidet hier etwas besser ab. Beim Fahrwerk, ein typischer Schwachpunkt eines SUV, haben die TÜV-Prüfer beim Typ48 noch nichts zu meckern. Auch die Bremsen und die Bremsanlage sind unauffällig. Genauer hinschauen muss man bei der Abgasanlage, an der Abgasuntersuchung scheitern viele Prüflinge.

Fazit: Der BMW X1 bietet viel Platz für Gepäck und Passagiere und eignet sich auch als Familienfahrzeug. Wer ein gebrauchtes Exemplar sucht, muss allerdings immer noch recht tief in die Tasche greifen. Rund 15.000 Euro werden noch für ältere Modelle mit recht hoher Laufleistung fällig.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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