Das war Dienstag, der 10. September 2024
Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,
heute hat es sich aber schon mal so richtig herbstlich angefühlt, oder? Hier also etwas herbstliche "Lektüre", bevor ich mich in den Feierabend verabschiede:
Gescheiterter Migrationsgipfel: Scholz und Merz vermissen Führungsstärke - beim anderen
13 Milliarden Euro Nachzahlung: Das Apple-Urteil ist nur ein kleiner Sieg gegen riesige Steuerflucht
Harris vs. Trump heute im TV: Das könnte ihr entscheidender Moment werden
Nach Paralympics-Häme: Weitere Veranstalter wollen Mockridge-Auftritte absagen
Zeitenwende in Wolfsburg: Volkswagen kündigt Beschäftigungssicherung auf
RTL/ntv-Trendbarometer: FDP sackt deutlich unter 5-Prozent-Hürde, Union legt weiter zu
Daneben empfehle ich Ihnen auch einen Blick in unseren Ukraine-Ticker, wo wir Sie auch in der Nacht auf dem Laufenden halten.
Ihre Johanna Ohlau
Autofahrer flüchtet vor Polizeikontrolle - Verfolgungsfahrt
Ein 37 Jahre alter Mann hat sich in Delmenhorst bei Bremen eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Grund, warum er um eine Polizeikontrolle herumkommen wollte, ist aus seiner Sicht nachvollziehbar: Der Mann sei ohne Führerschein gefahren, teilt die Polizei mit. Zeitweise donnerte er mit 90 Kilometern pro Stunde durch eine 30er-Zone. Bei seiner Flucht vor der Polizei habe der Mann beinahe zwei Frauen verursacht, die ihre Hunde ausgeführt hätten. Die Frauen hätten einen Zusammenstoß nur durch einen "beherzten Sprung" zur Seite verhindert, hieß es. Es ist klar, wer das "Rennen" gewonnen hat: die Polizei. Den "Verlierer", also den 37-Jährigen, erwartet eine Anzeige wegen Fahrens ohne Führerschein sowie Strafverfahren wegen des verbotenen Kraftfahrzeugrennens und Straßenverkehrsgefährdung.
Nicaragua entzieht freigelassenen politischen Gefangenen die Staatsbürgerschaft
Sie sind frei, aber ohne Heimat: Nicaragua entzieht 135 freigelassenen politischen Gefangenen die Staatsbürgerschaft. Ihr Eigentum werde konfisziert, teilen die Justizbehörden mit. Dies habe ein Gericht in der Hauptstadt Managua angeordnet. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurde damit seit Anfang 2023 insgesamt 451 Oppositionellen die Staatsbürgerschaft entzogen. Die am 5. September auf Betreiben der USA freigelassenen Menschen wurden in Guatemala aufgenommen. Unter den Freigelassenen seien Studenten, katholische Gläubige sowie Angehörige einer im US-Bundesstaat Texas ansässigen christlichen Mission, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Sie seien inhaftiert gewesen, weil sie von Präsident Daniel Ortega und seiner Frau, Vizepräsidentin Rosario Murillo, als "Bedrohung für ihre autoritäre Herrschaft" angesehen worden seien.
Melania Trump zu Attentat auf ihren Mann: "Steckt definitiv mehr hinter"
Die Frau des Republikaners Donald Trump schürt mit einem Video Zweifel an der offiziellen Darstellung des Attentats auf ihren Mann. "Es steckt definitiv mehr hinter dieser Geschichte, und wir müssen die Wahrheit herausfinden", sagt Melania Trump in einem auf ihren Social-Media-Kanälen veröffentlichten Werbeclip für ein neues Buch, in dem die 54-Jährige "ihre Geschichte" und "die Wahrheit" darstellen will. Es soll im Oktober erscheinen - in der heißen Phase des US-Wahlkampfes. Das Attentat sei "eine furchtbare, erschütternde Erfahrung" gewesen, heißt es in dem Clip. Jetzt fühle sich "das Schweigen darüber schwer an", sagt Melanie Trump. "Ich kann nicht anders, als mich zu fragen, warum die Strafverfolgungsbehörden den Schützen nicht vor der Rede festgenommen haben." Die frühere First Lady veröffentlicht den Clip nur wenige Stunden vor Beginn des mit Spannung erwarteten TV-Duells zwischen Trump und der Demokratin Kamala Harris (heute Nacht um 3 Uhr MESZ).
Am 13. Juli hatte ein Schütze bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania von einem nahegelegenen Dach auf Trump geschossen. Trump wurde von einer Kugel am rechten Ohr verletzt, der Täter kurz darauf von Sicherheitskräften erschossen, ein Besucher starb. Danach gab es heftige Kritik an der Vorgehensweise des Secret Service, weil der Schütze auf ein Dach mit direkter Sicht zur Bühne gelangen konnte. Dies nährte den Boden für allerlei Verschwörungserzählungen. Die Chefin des Secret Service zog Konsequenzen und trat zurück.
Schockmoment: Fluggast filmt Triebwerk-Explosion kurz nach Start
Ein Knall, dann schießen Funken und Flammen in den Nachthimmel: In Indien muss ein Flugzeug kurz nach dem Start notlanden, denn eines der Triebwerke explodiert in der Luft. Die 173 Menschen an Bord des Fliegers bleiben unverletzt.
Nicht bei Prozess aufgetaucht: Sean "Diddy" Combs zu Millionenstrafe verurteilt
Sexueller Belästigung, Vergewaltigung, schwere Körperverletzung und Menschenhandel - die Vorwürfe, mit denen US-Rapper Sean "Diddy" Combs seit Monaten konfrontiert ist, sind heftig. Nun habe ich kein Urteil in einem Fall für Sie, aber: Der Musiker muss eine empfindliche Strafe zahlen. Berichten zufolge soll ein "Versäumnisurteil" mit einem Schadensersatzanspruch in Höhe von 100 Millionen US-Dollar ergangen sein. Wie unter anderem das Magazin "Variety" berichtet, erging dieses Urteil gegen den US-Musikmogul, nachdem er am 9. September einer virtuellen Gerichtsverhandlung ferngeblieben war, bei der er hätte anwesend sein müssen. Bei dem Kläger, dem diese Summe zugesprochen wurde, handelt es sich um eins der mutmaßlichen Opfer Combs. Der Anklage zufolge soll Combs den Mann namens Derrick Lee Cardello-Smith im Jahr 1997 auf einer Party unter Drogen gesetzt und dann sexuell missbraucht haben.
Noch ist unklar, ob der Rapper diese - zumindest für Normalos - astronomische Summe zahlen muss. Aktuell habe er noch die Möglichkeit, gegen das Urteil Einspruch einzulegen.
Prinz William über Kates Chemo: "Noch ein weiter Weg vor uns"
Mit einem Hochglanz-Clip hat sich Prinzessin Kate gestern in der Öffentlichkeit zurückgemeldet - ihre Chemotherapie sei abgeschlossen. Nach dem peinlichen Foto-Fail im Frühling wollten die Royals wohl sichergehen und haben die Produktion in professionelle Hände gelegt. Heute hat sich ihr Gemahl, Prinz William, laut "The Sun" erstmals zu dem Inhalt des Videos geäußert. Anlässlich des Besuchs einer Schule in Wales sprach er hinsichtlich Kates abgeschlossener Chemotherapie zwar von einer "guten Nachricht". Gleichzeitig liege vor seiner Frau und der gesamten Familie noch "ein weiter Weg vor uns."
Drogen-Razzia auf Ibiza: Mehr als eine Million Ecstasy-Pillen beschlagnahmt
Der spanischen Polizei ist auf der Party-Insel Ibiza ein großer Schlag gegen Drogenkriminalität gelungen: Mehr als eine Million Ecstasy-Tabletten und zahlreiche weitere Drogen wurden bei dem Einsatz der Guardia Civil beschlagnahmt, deren Gesamtwert auf 25 Millionen Euro geschätzt wird. Bei der "größten Beschlagnahmung synthetischer Drogen in Spanien" seien auf Ibiza und in der andalusischen Stadt Málaga neun Menschen festgenommen worden, teilt die Polizei mit. Dabei wurden auch 212 Kilogramm Ketamin, 20 Kilogramm Kokain, 21 Kilogramm Pink Kokain (eine Mischung aus verschiedenen Substanzen wie Amphetamin, LSD und Ecstasy), zehn Kilogramm Haschisch und sechs Kilogramm Marihuana sichergestellt. Die Bande benutzte den Angaben zufolge Autos mit doppeltem Boden, um die Drogen bis auf die Baleareninsel zu bringen.
Feuer in Chemiefabrik in Duisburg ausgebrochen
In einer Chemiefabrik in Duisburg wütet ein Feuer. Wegen des Brandes kommt es zu einer starken Rauchentwicklung, weshalb die Stadt die Bevölkerung auffordert, zu Hause zu bleiben und Fenster und Türen zu schließen. "Wir können derzeit nicht ausschließen, dass es durch die Rauchwolke zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen kann", hieß es in der Warnmeldung der Stadt Duisburg. Dort wurde ein Notfallstab eingerichtet. Die städtische Feuerwehr ist momentan mit rund 75 Kräften im Einsatz, wie ein Sprecher sagte.
Union erklärt Migrationsgipfel mit Ampel für gescheitert
CDU/CSU brechen die Gespräche mit der Bundesregierung über ein gemeinsames Vorgehen in der Asyl- und Migrationspolitik ab. Die Vorschläge der Regierung zu einer Zurückweisung von Asylbewerbern an den deutschen Grenzen seien nicht weitgehend genug, sagte Unions-Verhandlungsführer Thorsten Frei zur Begründung in Berlin.
Jägerin gibt bei Übung von Bundeswehrsoldaten Schuss ab
Bei einer gemeinsamen Militärübung von Soldaten der Bundeswehr und des österreichischen Bundesheers in Österreich ist überraschend scharf geschossen worden - von einer Jägerin. Als die 130 Soldaten des gemeinsamen Jagdkommandos bei der Übung gut getarnt unterwegs sind, fällt plötzlich ein Schuss. Eine 68 Jahre alte Jägerin hatte diesen von ihrem Hochsitz abgegeben. Die Frau fühlte sich nach eigenen Angaben bedroht und gab einen Schuss aus ihrer Waffe ab, wie die Polizei bestätigte. Ob sie in die Luft oder in Richtung der Soldaten schoss, sei noch unklar, sagte eine Polizeisprecherin. Bei dem Zwischenfall in Friesach im Bundesland Kärnten, der sich bereits am Freitagabend ereignet hatte, wurde niemand verletzt. Zuvor hatte die "Kleine Zeitung" über den Vorfall berichtet. Die Frau alarmierte danach selbst die Polizei. Die deutschen Soldaten hätten sich "situationsberuhigend" verhalten, sagte ein Bundesheer-Sprecher der dpa. Gegen die Jägerin wurde ein vorläufiges Waffenverbot verhängt und Ermittlungen wegen mutmaßlicher gefährlicher Drohung eingeleitet.
"Harry Potter" als Serie: HBO sucht Kinder für Hauptrollen
Bei Fans der Zauber-Reihe "Harry Potter" dürfte diese Nachricht Grund zu großer Freude sein: Der US-Sender HBO plant eine neue TV-Serie rund um die Abenteuer von Harry Potter, Ron Weasley und Hermine Granger. Und für diese Rollen sucht der Sender jetzt junge Darsteller: Bewerben können sich Kinder (oder viel mehr die Eltern der Kinder), die im April 2025 zwischen neun und elf Jahre alt sind. In der Bekanntmachung, die HBO ins Internet gestellt hat, heißt es außerdem, dass alle Ethnien und Geschlechter bei der Besetzung berücksichtigt werden. Also vielleicht eine schwarze Hermine Granger oder ein queerer Harry Potter (das dürfte ja besonders der Autorin der Buchreihe, J.K. Rowling, gefallen - nicht!)? Das klingt auf jeden Fall schon mal alles spannend! Warum also nicht auch ein Ron Weasley mit einem starken deutschen Akzent, also ein Junge aus Deutschland, der für HBO vor der Kamera steht?
Nun kommen wir zu einem Haken für Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland: Der Wohnsitz ist nicht so egal wie Ethnie, Geschlecht, Behinderung, sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität. Die Darstellerinnen und Darsteller müssen ihren Wohnsitz in Großbritannien oder Irland haben. Sofern die Eltern keine Zauberer und Hexen sind und ihr Kind mal eben auf die Liste der britischen Einwohnermeldebehörde zaubern können, wird das schwierig! Wann die erste Staffel erscheint, ist auch noch nicht klar. Gedreht werden soll ab dem nächsten Jahr. Jede Staffel soll ein Buch behandeln.
Volkswagen kündigt Tarifvertrag für Beschäftigungssicherung
Der kriselnde Autohersteller Volkswagen hat eine Reihe von Tarifverträgen gekündigt, darunter den sogenannten Zukunftstarifvertrag zur Beschäftigungssicherung, der betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausschließt. Das Unternehmen sehe sich aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen dazu gezwungen, erklärte Personalvorstand Gunnar Kilian. Die Beschäftigungssicherung war seit 1994 fortlaufend festgeschrieben worden. Die Kündigung "einer ganzen Palette an Tarifverträgen" durch den Volkswagen-Vorstand sei eingegangen, teilte die IG Metall mit.
Am Staatsexamen gescheitert? Hessen bietet Studierenden auch Jura-Bachelor an
Jahrelang quält man sich durch Paragrafen und juristisches Kauderwelsch - um dann womöglich mit nichts dazustehen? So ergeht es Jura-Studierenden, wenn sie endgültig durch das erste juristische Staatsexamen fallen. Ähnlich wie in anderen Bundesländern - etwa in Nordrhein-Westfalen und Thüringen - soll es auch in Hessen in Zukunft einen Jura-Bachelor geben. Darauf verständigten sich die Landesregierung und Universitäten im Land, wie das Wissenschaftsministerium mitteilt. Der Bachelorabschluss solle eine neue Perspektive bieten, insbesondere für diejenigen, die das Staatsexamen nicht bestehen, betonte Justizminister Christian Heinz von der CDU. "Auf diese Weise können Studierende, die im Verlauf des Studiums bereits entsprechende Leistungen erbracht haben, einen auch international bekannten und anschlussfähigen Hochschulgrad erwerben", wurde Wissenschaftsminister Timon Gremmels von der SPD in der Mitteilung zitiert.
Die Universitäten begrüßen die Entscheidung laut Mitteilung und betonen, dass Studierende auch dann erfolgreich Berufe ergreifen könnten, wenn sie das Staatsexamen nicht absolvieren oder bestehen. Mit einem rechtswissenschaftlichen Bachelorabschluss wäre zwar keine Arbeit etwa als Richter oder Staatsanwältin möglich, wohl aber ein anschließendes Masterstudium in einem anderen Fach oder ein alternativer Berufsweg.
Waldbrand im Harz noch nicht gelöscht: Weitere Glutnester entdeckt
Am Brocken im Harz ist die Waldbrandgefahr noch nicht komplett gebannt: Trotz des Regens sind in dem Nationalpark noch nicht alle Glutnester gelöscht. Das ergab eine sogenannte Lageerkundung entlang der Bahnlinie, wie die Stadt Wernigerode mitteilt. Andere Glutnester wurden erfolgreich bekämpft. Knapp 70 Menschen sind noch im Einsatz. Die Löschung der verbliebenen Glutnester soll aber heute Nachmittag abgeschlossen sein. Zudem ist ein Drohnenflug vorgesehen. Der Waldbrand war am Freitagnachmittag nahe der Kesselklippe am Brocken ausgebrochen und hatte einen großangelegten Löscheinsatz ausgelöst. Das ganze Wochenende über waren hunderte Brandbekämpfer sowie Löschflugzeuge und Löschhubschrauber im Einsatz. Die Brandursache ist noch immer unklar.
Arnold Schwarzenegger radelt durch Prag
Da wird der eine oder andere in Prag nicht schlecht geschaut haben: Arnold Schwarzenegger fährt in kurzer Hose und mit einem T-Shirt bekleidet auf einem Fahrrad durch die Stadt. Als ein Autofahrer ihn auf der Straße entdeckt, greift er zum Handy und filmt den Hollywood-Star, der sich für Dreharbeiten in der "Goldenen Stadt" aufhält.
Schichtwechsel
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser!
Mein lieber Kollege Michael Bauer hat sich aus "Der Tag" in den verdienten Feierabend verabschiedet und kann jetzt die Sonne genießen. Ich begleite Sie weiter mit Aktuellem, Wissenswertem und auch etwas Unterhaltung durch diesen Dienstag.
Für Hinweise, Fragen und Kritik gibt es meine Mailadresse: johanna.ohlau[at]ntv.de
Los geht's!
Zahl der Toten nach Taifun "Yagi" steigt auf 87
Taifun "Yagi" und seine Folgen haben in Vietnam mindestens 87 Menschen das Leben gekostet. 70 weitere Menschen seien vermisst und Hunderte verletzt worden, die meisten durch Erdrutsche und Überschwemmungen, berichtete der staatliche vietnamesische Sender VTV.
"Yagi" war der stärkste Taifun seit Jahrzehnten, der Vietnam heimgesucht hat. Am Samstag traf er mit Windgeschwindigkeiten von knapp 150 Kilometern pro Stunde auf Land. Neun Menschen kamen sofort ums Leben, aber anhaltende Regenfälle lösten Überschwemmungen und Erdrutsche aus, die für weitere Todesopfer verantwortlich waren.
Lindner verteidigt Haushaltsentwurf: "Das war kein Selbstläufer"
Finanzminister Christian Lindner hat seinen Haushaltsentwurf für das kommende Jahr im Bundestag verteidigt. "Man darf sagen, das war kein Selbstläufer", sagte der FDP-Politiker über die Verhandlungen in der Ampel-Regierung. Die Koalition habe ökonomische, rechtliche und auch politische Grenzen gesehen. Doch, so betonte Lindner, "solange es möglich ist, sich zu einigen, ist es nötig, sich zu einigen."
Trotz der schwierigen Ausgangslage seien umfassende Entlastungen und Leistungsverbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger gelungen, sagte der Finanzminister. Im Etat 2025 sind unter anderem mehr Kindergeld und höhere steuerliche Freibeträge vorgesehen. Der Staat verzichtet laut Lindner auf Einnahmen, um die Kaufkraft der Bürger zu stärken und private Investitionen zu erleichtern.
Insgesamt plant die Regierung mit Ausgaben von fast 490 Milliarden Euro. Mehr als ein Zehntel davon - genauer 51,3 Milliarden - soll aus Krediten stammen. Damit würde die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse eingehalten, die bei schlechter Konjunktur in begrenztem Umfang neue Schulden erlaubt.
Schüsse in Hamburg - Mann schwer verletzt
Im Hamburger Schanzenviertel fallen nach einem Streit mehrere Schüsse. Ein Mann wird mehrfach getroffen und kommt schwer verletzt ins Krankenhaus. Der Täter flüchtet in einem Kleinwagen. Den PKW kann die Polizei wenig später sicherstellen, vom Schützen fehlt bislang jede Spur.
Australien plant Verbot von Online-Netzwerken für Kinder
Australien will die Nutzung von Online-Netzwerken wie Facebook und TikTok für Kinder und Jugendliche verbieten. Premierminister Anthony Albanese kündigte ein entsprechendes Gesetz an. Auch die Opposition im Land unterstützt das Vorhaben. Das Mindestalter für die Nutzung könnte demnach künftig bei 14 oder 16 Jahren liegen. Experten sehen den Schritt jedoch kritisch.
Labor-Politiker Albanese bezeichnete die Wirkung von Instagram und Co. auf Kinder als "Geißel". Das Mindestalter solle Kinder dazu bringen, ihre digitalen Geräte wegzulegen und wieder "auf die Fußballplätze, in die Schwimmbäder und auf die Tennisplätze zu gehen", sagte er dem Sender ABC. "Wir wollen, dass sie reale Erfahrungen mit realen Menschen machen, weil wir wissen, dass soziale Medien sozialen Schaden anrichten."
Linken-Chefin: Migrationsdebatte ist "Wettbewerb der Schäbigkeit"
Die Linke-Vorsitzende Janine Wissler zeigt sich entsetzt über die Vorschläge zur Migrationspolitik aus Regierung und Opposition. "Union, SPD und FDP liefern sich ein Wettrennen mit der AfD bei Maßnahmen zur Abschottung", sagte sie. "Es ist ein Wettbewerb der Schäbigkeit."
Wissler forderte eine "Investitionswende für ein gerechtes, sicheres und funktionierendes Zusammenleben" in Deutschland. "Wir müssen in die Zukunft investieren, nicht in die Abschottung", betonte sie. Es müsse Schluss sein "mit der verlogenen Symbolpolitik, die den Menschen einreden will, dass sich alle Probleme in Luft auflösen, wenn nur die Migranten draußen bleiben".
Republikaner schüren Angst vor Migranten mit falscher Katzenfresser-Story
Rund zwei Monate vor der US-Präsidentschaftswahl haben hochrangige US-Republikaner Falschbehauptungen über den Diebstahl und das Verspeisen von Haustieren durch haitianische Einwanderer im US-Bundesstaat Ohio geteilt. "Schützt unsere Enten und Kätzchen in Ohio!", schrieben republikanische Mitglieder des Justizausschusses im US-Repräsentantenhaus auf X und veröffentlichten dazu ein offensichtlich falsches Bild des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, der ein Kätzchen und eine Ente rettet.
Sein Vize-Kandidat J.D. Vance, der aus Ohio kommt, erklärte bei X, dass "haitianische illegale Immigranten" in der Stadt Springfield die Sozialdienste erschöpften und generell Chaos verursachten. Berichten zufolge würden dort nun Haustiere "entführt und gegessen von Leuten, die nicht in diesem Land sein sollten", gab Vance an. "Bitte wählt Trump, damit uns keine haitianischen Immigranten essen", stand auf einem von Senator Ted Cruz geteilten Bild von Kätzchen.
Die Strafverfolgungsbehörden in Springfield entlarvten die Falschbehauptungen schnell. "Es gibt keine glaubwürdigen Berichte oder konkrete Behauptungen, dass Haustiere von Einzelnen in der Migranten-Gemeinschaft geschädigt, verletzt oder missbraucht wurden", erklärte die Polizei der Stadt.
The White Stripes verklagen Donald Trump
Weil er offenbar unerlaubt ihren Superhit "Seven Nation Army" benutzte, geht die US-Rockband The White Stripes nun rechtlich gegen den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vor. Sänger Jack White veröffentlichte auf Instagram ein Bild der Klageschrift. Demnach richtet sich die Klage in New York auch gegen Trumps Sprecherin Margo Martin.
Damit macht der Sänger ernst damit, womit er Ende August auf Instagram gedroht hatte. Auf Instagram teilte er zudem ein Video von Martin, das diese auf der Plattform X geteilt hatte. In dem inzwischen gelöschten Clip ist Donald Trump zu sehen, wie er ein Flugzeug besteigt. Dazu schrieb White: "Denk nicht einmal daran, meine Musik zu benutzen." Auch kündigte er dort eine Klage an. Den Post unterlegte White mit dem berühmten Gitarrenriff des Hits der Band.
Apple verliert vor EuGH im Streit um Steuernachzahlung
Im Streit mit der EU-Kommission um rund 13 Milliarden Euro Steuernachzahlungen hat Apple vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine endgültige Niederlage erlitten. Die Richter in Luxemburg hoben ein vorheriges Urteil zugunsten von Apple auf.
EuGH bestätigt Milliarden-Strafe für Google
Google hat vor dem höchsten europäischen Gericht eine endgültige Niederlage kassiert. Der Tech-Riese habe seinem eigenen Preisvergleichsdienst einen unrechtmäßigen Vorteil verschafft und so seine marktbeherrschende Stellung missbraucht, entschieden die Richter am Europäischen Gerichtshof (EuGH) und bestätigten damit eine Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission in Höhe von 2,4 Milliarden Euro.
"Haus der Springmaus" streicht Auftritte von Luke Mockridge
Das renommierte Bonner "Haus der Springmaus" hat zwei für Oktober geplante Auftritte des Comedians Luke Mockridge abgesagt. Dies sei "in Absprache mit der Agentur und dem Künstler" geschehen, heißt es auf der Website des Theaters. Der Vater von Luke Mockridge - der Kabarettist und Schauspieler Bill Mockridge - hatte das Improvisationstheater Springmaus 1982 gegründet.
Mockridge steht nach abwertenden Äußerungen über Behindertensport in der Kritik. Die spöttischen Sätze entstammen dem Podcast "Die Deutschen", der bereits im August veröffentlicht worden war, aber erst kurz vor der Schlussfeier der Paralympics größere Aufmerksamkeit bekam. "Es gibt Menschen ohne Beine und Arme, die wirft man in ein Becken - und wer als Letzter ertrinkt, der hat halt gewonnen", hatte Mockridge unter anderem gesagt.
Zweiter Vermisster tot aus der Donau geborgen
Ein beim Schwimmen vermisster Mann ist in Oberbayern tot aus der Donau geborgen worden. Es sei der seit vergangenem Freitag vermisste 20-Jährige, teilte die Polizei mit. Der 20-Jährige war am Freitag zusammen mit zwei anderen Männern in Neuburg an der Donau in dem Fluss Schwimmen gegangen und in Not geraten. Ein Mann konnte gerettet werden.
Ein 22-Jähriger war am Montag tot an der Staustufe Bergheim bei Ingolstadt geborgen worden. Dort entdeckte eine Streife in der Nacht zu Dienstag schließlich auch den zweiten Toten.
Selena Gomez "kann eigene Kinder nicht austragen"
Die US-Schauspielerin und Sängerin Selena Gomez spricht darüber, dass sie aus gesundheitlichen Gründen nicht Mutter werden kann. "Ich habe das noch nie gesagt, aber leider kann ich meine eigenen Kinder nicht austragen", sagte die 32-Jährige der Zeitschrift "Vanity Fair". "Ich habe viele medizinische Probleme, die mein Leben und das des Babys in Gefahr bringen würden." Darüber habe sie einige Zeit trauern müssen.
Sie empfinde es als Segen, dass es wunderbare Menschen gebe, die bereit seien, eine Leihmutterschaft oder eine Adoption zu ermöglichen. "Ich bin wirklich dankbar, dass es andere Möglichkeiten für Menschen gibt, die liebend gerne Mutter sein wollen." Und weiter: "Ich gehöre zu diesen Menschen. Ich bin gespannt, wie diese Reise aussehen wird, aber sie wird ein wenig anders aussehen."
Bei Gomez wurde 2013 die Autoimmunerkrankung Lupus diagnostiziert, die ihre Nieren beeinträchtigte. 2017 musste sie sich einer Nierentransplantation unterziehen - das Organ spendete eine Freundin.
Warum das neue iPhone eine zusätzliche Taste hat
Apple verfolgt seit Langem einen "Weniger ist mehr"-Ansatz für jedes Detail an seinem beliebten Zugpferd - dem iPhone. Mittlerweile ist das Unternehmen sehr viel optimistischer, was Tasten angeht. Nach der Einführung des Action-Buttons auf der Apple Watch Ultra hat das Unternehmen diese Funktion im letzten Jahr dem iPhone 15 hinzugefügt. Mit dem iPhone 16 kommt auch ein neuer iPhone-Button: die Kamera-Steuerung. Was es damit auf sich hat, lesen Sie in unserem Bericht:
Das wird heute wichtig
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
bis zuletzt konnten sich Kanzler Olaf Scholz, Vizekanzler Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner nicht darauf einigen, wie bestehende Finanzierungslücken im Bundeshaushalt 2025 gestopft werden sollen. Heute Mittag bringt Lindner den Etatentwurf in den Bundestag ein - Stoff für scharfe Debatten. Wir berichten natürlich für Sie.
Und diese Themen werden heute ebenfalls wichtig:
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheidet nach Klagen über eine Wettbewerbsstrafe für Google und Steuernachzahlungen für Apple. Gegen Google verhängte die EU-Kommission 2017 eine Geldbuße von 2,4 Milliarden Euro, weil der Suchmaschinenbetreiber seinen eigenen Preisvergleichsdienst Google Shopping gegenüber denen der Konkurrenten bevorzuge und daher seine Marktmacht missbrauche. Im Fall von Apple hatte die Brüsseler Behörde den Iphone-Hersteller 2016 aufgefordert, in Irland 13 Milliarden Euro Steuern nachzubezahlen.
Nach dem erfolgreichen Start in die Nations League mit dem 5:0-Sieg gegen Ungarn steht für die Fußball-Nationalmannschaft der erste Härtetest in dem UEFA-Wettbewerb an. In Amsterdam (20.45 Uhr) kann die Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann gegen Gastgeber Niederlande einen großen Schritt Richtung Qualifikation für das Viertelfinale im März 2025 machen. Mit einem Sieg wäre nach den ersten beiden Spieltagen die Tabellenführung ausgebaut.
Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, stellt einen umfassenden Bericht zu Fällen von Diskriminierung in Deutschland vor.
Zum ersten Mal in diesem US-Wahlkampf stehen sich die Präsidentschaftskandidaten Kamala Harris (Demokraten) und Donald Trump (Republikaner) in einem TV-Duell direkt gegenüber.
Die internationale Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD veröffentlicht ihren Bericht "Bildung auf einen Blick 2024".
In Berlin stellen mehrere medizinische Organisationen ihren Bericht zur herzmedizinischen Versorgungslage in Deutschland vor.
Alle weiteren wichtigen und wissenswerten Meldungen liefert Ihnen "Der Tag" natürlich ebenfalls. Zudem lege ich Ihnen noch unseren Ukraine-Ticker ans Herz, sofern Sie in der Thematik auf dem Laufenden bleiben wollen.
Nordkorea kündigt "exponentiellen" Ausbau nuklearer Waffen an
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will das Atomwaffenarsenal des Landes massiv ausbauen. Das Land setze nun eine Politik des Aufbaus nuklearer Streitkräfte um, die darauf abziele, die Zahl der Atomwaffen "exponentiell" zu erhöhen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Kim. In einer Rede zum Gründungstag Nordkoreas rief Kim dem Bericht zufolge dazu auf, "die nuklearen Fähigkeiten und ihre Einsatzbereitschaft jederzeit gründlicher vorzubereiten, um die Sicherheitsrechte des Staates zu gewährleisten". Eine starke militärische Präsenz sei notwendig, um "den verschiedenen Bedrohungen durch die USA und ihre Verbündeten" zu begegnen. Die jüngste Ankündigung Kims dürfte die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel weiter verschärfen.
Kassenärzte fordern Strafgebühr bei geschwänzten Arztterminen
Angesichts der angespannten Finanzlage vieler Arztpraxen spricht sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) für Strafzahlungen aus, wenn Patienten unentschuldigt nicht zu Arztterminen erscheinen. Eine solche Strafgebühr sollten die Krankenkassen übernehmen, forderte der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen in der "Bild"-Zeitung.
"Es ist nicht nur ärgerlich, wenn Patienten Termine in Praxen buchen und diese einfach verstreichen lassen", legte der Verbandschef dar. "Praxen können Termine ja nicht zweimal vergeben." Daher sei "eine von den Krankenkassen zu entrichtende Ausfallgebühr" angemessen, "wenn deren Versicherte Termine vereinbaren und dann unentschuldigt nicht wahrnehmen".
Dem "Bild"-Bericht zufolge gibt es erste Arztpraxen, die von Patienten für unentschuldigtes Fehlen 40 Euro Strafgebühr verlangen. In Einzelfällen seien es bei wiederholtem Fehlen sogar bis zu 100 Euro.
London entlässt 1700 Häftlinge wegen Überfüllung vorzeitig
Um Platz in den überfüllten Gefängnissen zu schaffen, kommen in Großbritannien insgesamt 1700 Häftlinge vorzeitig frei. Ansonsten drohe "ungehemmte Kriminalität", weil Polizei und Gerichte niemanden einsperren könnten, begründete die Regierung in London den Schritt. In den Haftanstalten gibt es derzeit kaum noch freie Plätze.
Die Regelung sieht vor, dass einige Gefangene bereits nach 40 Prozent ihrer verbüßten Strafe entlassen werden können. Normalerweise müssen mindestens 50 Prozent abgesessen werden, bevor man gegen Auflagen auf freien Fuß kommt.
Für diejenigen, die freigelassen werden, habe die Bewährungshilfe Vorbereitungen getroffen, sagte Polizei-Staatssekretärin Diana Johnson der BBC. "Die Leute werden auf Bewährung freigelassen und können zurückgerufen werden, wenn sie weitere Straftaten begehen."