Sonntag, 28. Juni 2020Der Tag

mit Michael Bauer
Michael Bauer
22:21 Uhr

Das war Sonntag, 28. Juni 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

der Sonntag neigt sich dem Ende entgegen, die neue Woche klopft bereits an. Sportlich gesehen war es ein Tag voller Tränen. An der Elbe aufgrund des verpassten HSV-Aufstiegs, am Neckar aufgrund des VfB-Aufstiegs und Gomez-Abschieds.

Folgende Texte des heutigen Tages möchte ich Ihnen noch nahelegen:

"Der Tag" ist morgen früh wieder für Sie da. Bleiben Sie uns treu, ich wünsche Ihnen eine erholsame Nacht.

21:58 Uhr

"Problembär" sorgt mit Angriff für Wirbel in Norditalien

Nach einem Bärenangriff in Norditalien ist ein Streit über das weitere Schicksal des Raubtiers entbrannt. Die Provinz Trentino hat eine Anordnung zur Tötung erteilt - dagegen sind aber nicht nur Naturschützer. Auch die beiden angegriffenen Männer wollen das Tier am Leben lassen. "Sowohl mein Vater als auch ich sind gegen die Tötung, weil wir den Berg und die Tiere, die dort leben, respektieren", sagte Christian Massironi der Zeitung "Corriere della Sera". Der 28-Jährige war kürzlich mit seinem Vater am Monte Peller unterwegs gewesen, als ein Bär auftauchte. Das Tier habe ihn unvermittelt attackiert und dann auch seinen Vater verletzt, so Massironi. Italiens Umweltminister Sergio Costa ist gegen eine Tötung - vor allem weil noch nicht klar ist, ob es sich um ein Weibchen handelte, das seine Jungen verteidigen wollte.

21:28 Uhr

Drei tote Deutsche in der Schweiz aufgefunden

Im Schweizer Kanton Thurgau sind drei tote Deutsche gefunden worden, darunter zwei Kinder. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Tötungsdelikt aus. Bei den Toten handelt es sich demnach um einen 38 Jahre alten Mann und zwei Kinder im Alter von 4 und 7 Jahren.

Am Nachmittag war bei der Notrufzentrale die Nachricht eingegangen, dass in einer Wohnung in Eschenz die drei leblosen Personen gefunden worden seien. Die Notärztin konnte jedoch nur noch deren Tod feststellen. Der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Thurgau ermittelt, auch das Institut für Rechtsmedizin sei herangezogen worden.

21:12 Uhr

Pentagon-Chef stellt Pläne für Truppenabzug aus Deutschland vor

Bei einem Treffen am Montag will Pentagon-Chef Mark Esper US-Präsident Donald Trump einen konkreten Plan für den Abzug tausender US-Soldaten aus Deutschland präsentieren. Der Verteidigungsminister werde im Weißen Haus "Optionen zu unserer militärischen Stellung in Deutschland" vorstellen, sagte ein Pentagon-Sprecher in Washington.

ach Angaben zweier hochrangiger Pentagon-Mitarbeiter sieht der Plan vor, die Zahl der dauerhaft in Deutschland stationierten Truppen - wie von Trump angekündigt - auf 25.000 zu senken. Das würde einen Abzug von rund 9500 Soldaten bedeuten.

21:12 Uhr

Boeing darf Krisenflieger 737-Max wieder testfliegen

Nach dem mehr als einjährigen Startverbot für den Mittelstreckenjet Boeing 737 Max kann der Flugzeugbauer Testflüge starten. Die US-Luftfahrtbehörde FAA gab am Sonntag grünes Licht für den Start entsprechender Flüge mit Testpiloten. Bis zu einer Wiederzulassung des Modells für den Flugverkehr wären aber auch dann noch mehrere Hürden zu nehmen. Boeing-Kunden wurde laut der Nachrichtenagentur Bloomberg der September als frühester Zeitpunkt genannt. Die Boeing 737 Max ist die auf weniger Spritverbrauch getrimmte Neuauflage des seit den 1960er Jahren gebauten Mittelstreckenjets 737. Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten hatten Aufsichtsbehörden in aller Welt im März 2019 ein Startverbot für die 737 Max verhängt. Zudem darf Boeing neue Maschinen der Reihe seitdem nicht ausliefern.

20:23 Uhr

Vegan-Koch Hildmann bedroht jüdisches Kamerateam

Bei einer Kundgebung von Attila Hildmann in Berlin hat der vegane Kochs und Verschwörungstheoretiker ein jüdisches Kamerateam bedroht und eingeschüchtert. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) postete das entsprechende Video auf Twitter.

Hildmann fragte die Gruppe zunächst: "Seid ihr auch Feinde der Demokratie?". Anschließend drohte er: "Wir werden eure Namen finden und dann gucken wir mal weiter." In den vergangenen Wochen hatte Hildmann mehrfach Demonstrationen und Autokorsos gegen die Corona-Einschränkungen organisiert. Am Samstag betonte Hildmann noch er demonstriere für "Grundrechte, für Menschenrechte, gegen eine Pharmamafia, gegen Großkonzerne, die Deutschland verraten haben".

19:54 Uhr

Videos des Tag

19:43 Uhr

Trump dementiert Bericht zu Taliban-Kopfgeld auf US-Soldaten

US-Präsident Donald Trump hat einen Zeitungsbericht dementiert, wonach er Geheimdienstinformationen über angebliche russische Prämien für Taliban-Attacken auf US-Soldaten in Afghanistan erhalten habe. In einer Reihe wütender Nachrichten auf Twitter warf Trump der "New York Times" die Verbreitung falscher Meldungen vor. Niemand habe ihn über die "sogenannten Angriffe der Russen auf unsere Truppen in Afghanistan informiert". Moskau sprach von "unbegründeten Anschuldigungen", auch die Taliban wiesen den Bericht der US-Zeitung zurück.

Die "New York Times" hatte unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, Agenten des russischen Militärgeheimdienstes (GRU) hätten Kämpfern der radikalislamischen Taliban und diesen nahestehenden Kriminellen Geld für tödliche Angriffe auf in Afghanistan stationierte US- und Nato-Soldaten gegeben.

18:54 Uhr

Bei Amazon bahnen sich neue Streiks an

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will in dem seit über sieben Jahren andauernden Tarifkonflikt mit dem Online-Händler Amazon nicht locker lassen. Für diesen Montag und Dienstag hat Verdi die Beschäftigten an sechs Standorten des Versandhandelskonzerns zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, wie die Gewerkschaft mitteilte.

Die Gewerkschaft fordert den Abschluss eines Tarifvertrags "Gute und gesunde Arbeit", um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten zu garantieren. Außerdem verlangt Verdi die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Die in Leipzig, Bad Hersfeld (mit zwei Standorten), Rheinberg, Werne und Koblenz (Kobern-Gondorf) geplanten Arbeitsniederlegungen sollen laut Verdi mit der Nachtschicht zum Montag beginnen und mindestens 48 Stunden dauern.

18:11 Uhr

Stuttgart: Mann attackiert Kamerateam während Live-Schalte

Ein Kamerateam des Nachrichtensenders "Welt" ist während einer Live-Schalte in der Stuttgarter Innenstadt von einem Mann attackiert worden. Der zunächst Unbekannte hatte mehrfach auf das Kamerastativ eingetreten, teilte die Polizei auf Twitter mit.

Wie ein Polizeisprecher sagte, wurde wenig später ein 52-Jähriger vorläufig festgenommen. Er kam später dann wieder auf freien Fuß. Als Motiv hatte der Mann angegeben, dass er nicht gefilmt werden wolle. Der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht.

17:07 Uhr

Türkischer Soldat bei Gefechten mit PKK getötet

Bei Gefechten mit Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak ist ein türkischer Soldat getötet worden. Das teilte das Verteidigungsministerium in Ankara am Sonntag mit. Die Gefechte mit den "Terroristen" hätten sich im Gebiet der "Operation Tigerkralle" zugetragen, hieß es. Die Türkei hatte in der vergangenen Woche die Luft- und Bodenoffensive "Adlerkralle" und "Tigerkralle" im Nordirak begonnen. Sie richtet sich gegen die PKK, die in den nordirakischen Kandil-Bergen ihr Hauptquartier hat und in der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation gilt.

17:24 Uhr

Autorin von umstrittener "taz"-Kolumne massiv bedroht

Nach der Kolumne "All cops are berufsunfähig" in der Berliner "tageszeitung" sieht sich die Autorin des Stücks massiven Bedrohungen ausgesetzt. Die Chefredaktion habe bei der Berliner Polizei um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch gebeten. Das berichtet der "Focus". Das Nachrichtenmagazin berief sich auf Informationen aus Berliner Polizeikreisen. "In der Redaktion seien zahlreiche Telefonate und E-Mails eingegangen, von denen einige als direkte Gefährdung für das körperliche Wohl der Journalistin eingestuft werden könnten", schreibt das Portal.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte nach der Veröffentlichung der Kolumne sogar angekündigt, Strafanzeige stellen zu wollen. Darauf verzichtete er jedoch und erklärte, sein "Hauptziel" sei gewesen, dass es eine öffentliche Debatte über den "unsäglichen Artikel" in der "taz" gebe, sagte Seehofer der "Augsburger Allgemeinen". "Ich habe in meinem ganzen politischen Leben keinen Artikel gelesen mit einer so menschenverachtenden Sprache gegenüber Polizisten", sagte Seehofer. Auch in der Demokratie habe die Meinungs- und Pressefreiheit ihre Grenzen.

16:36 Uhr

Trump verbreitet "White Power"-Video auf Twitter

US-Präsident Donald Trump hat auf Twitter ein Video weiterverbreitet, in dem einer seiner Anhänger einen in den USA weithin als rassistisch betrachteten Slogan brüllt. Das Video zeigt Demonstranten, die gegen den Präsidenten protestieren, während dessen Anhänger in Golfcarts vorbeifahren. Einer von Trumps Unterstützern brüllt den Demonstranten dann entgegen: "White Power". Dieser Slogan wird in USA vor allem von rassistischen Gruppen eingesetzt.

Das Video, das Trump mit seinen gut 82 Millionen Followern teilte, war eine Stunde später bereits 1,5 Millionen Mal angesehen worden. Trump bezeichnete seine in dem Video zu sehenden Anhänger als "tolle Leute" und dankte ihnen.

Update 18:29 Uhr: Den Tweet hat Trump mittlerweile gelöscht. Das Weiße Haus teilte zudem mit, Trump habe die fragliche Parole "nicht gehört". Er habe nur den Enthusiasmus seiner Anhänger gesehen, erklärte Sprecher Judd Deere.

15:58 Uhr

Boris Johnson macht spontan Liegestütze während Interview

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Und eins ...

(Foto: Twitter/DailyMail)

In einem Interview mit der "Mail on Sunday" wollte der britische Premier Boris Johnson nutzen, um ein riesiges Konjunkturpaket anzukündigen, das er bei einer Rede am kommenden Dienstag vorstellen will. Das Interview befasst sich aber auch mit dem Gesundheitszustand Johnsons. Gerüchte, seine Gesundheit sei seit seinem Krankenhausaufenthalt wegen einer Corona-Infektion im April angeschlagen, begegnete er mit einer Fitness-Demonstration.

Der Regierungschef ging auf die Knie und machte Liegestütze. Er fühle sich inzwischen "kerngesund", sagte der Premier der "Mail" zufolge.

15:17 Uhr

Scheuer verspricht 30-Minuten-Takt auf Bahnstrecke Berlin-Hamburg

Die Deutsche Bahn will nach Angaben von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) noch in diesem Jahr Fernverkehrsverbindungen zwischen Berlin und Hamburg im 30-Minuten-Takt anbieten. Wie Scheuer der "Bild am Sonntag" sagte, soll auf der Strecke zwischen den beiden Metropolen der sogenannte "Deutschlandtakt" früher als geplant im Dezember 2020 starten.

"Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember will die Bahn die erste Strecke scharf stellen und im Halbstundentakt zwischen Berlin und Hamburg fahren", sagte Scheuer der Zeitung. Weitere Strecken seien in Planung. Für den "Deutschlandtakt" soll der Bahnverkehr schrittweise auf einen bundesweiten Taktfahrplan umgestellt werden. Ziel ist ein im gesamten Land aufeinander abgestimmter Zugfahrplan, der den Bahnverkehr planbarer, verlässlicher und damit - etwa durch bequemere Umstiegsmöglichkeiten in Bahnhöfen - auch attraktiver für die Kunden machen soll. Auf den großen Hauptverkehrsadern soll dabei ein 30-Minuten-Takt eingeführt werden.Scheuer verspricht 30-Minuten-Takt auf Bahnstrecke Berlin-Hamburg.

15:03 Uhr

A1 staut sich Richtung Süden rund 30 Kilometer

In einem rund 30 Kilometer langen Stau haben Autofahrer auf dem Weg Richtung Süden am Sonntagmittag zwischen Ahrensburg und Hamburg-Stillhorn viel Geduld aufbringen müssen. Es sei nur sehr langsam vorangegangen, sagte ein Mitarbeiter der Verkehrsleitzentrale Hamburg. Zum Ferienstart in mehreren Bundesländern sei der Verkehr auf den anderen Strecken im Norden am Sonntag aber gut gelaufen.

14:29 Uhr

Rolling Stones drohen Trump mit Klage

Donald Trumps Wahlkampfauftritte sind pompös und musikalisch mit ordentlichem Pathos unterlegt. Gern gespielt: die Rolling Stones. Vor allem der Song "You Can't Always Get What You Want" scheint es dem amtierenden US-Präsidenten angetan zu haben, zuletzt ertönte der auch bei seiner kontroversen Wahlkampfveranstaltung in Tulsa am letzten Wochenende.

Das gefällt den Rock-Legenden aber so gar nicht. Die Band ergreift offenbar rechtliche Schritte, um Donald Trump das Spielen ihrer Musik bei zu untersagen. Nachdem die Band bereits 2016 via Twitter mitteilte, dass sie ihn nicht unterstütze, spielte er den Song dennoch weiter auf seinen Versammlungen. Das wollen die Rolling Stones nun unterbinden. Die Band verlinkte bei Twitter auf einen Artikel der US-Seite "Deadline", in dem auch aus ihrem Statement zitiert wird. Darin heißt es, dass die Rolling Stones "weitere Schritte ergreifen, um ihm das Nutzen ihrer Songs auf seinen politischen Veranstaltungen zu untersagen. Das Juristen-Team der Stones arbeitet mit der BMI zusammen". Trump sei demnach bereits über den Sachverhalt informiert.

14:10 Uhr

Schichtwechsel

Meine Kollegin Vivian Micks hat sich entspannt in den Feierabend verabschiedet. Mein Name ist Michael Bauer und ich übernehmen bis in den späten Abend.

14:00 Uhr

Streit um Goldschmuck: Mann schießt zwei Mal auf Händler

Ein Unbekannter hat nach einem Streit um den Wert von Goldschmuck auf einen Händler in Dortmund geschossen. Der Mann habe den Schmuck in einem Goldankauf angeboten. Als es mit dem Angestellten keine Einigung über den Preis gegeben habe, seien die beiden Männer aufeinander losgegangen, teilte die Polizei mit. Dann habe der Anbieter des Schmucks eine Schusswaffe gezogen und mindestens zweimal auf den Angestellten gefeuert, wie es weiter hieß. Das Opfer erlitt Verletzungen, die ambulant behandelt wurden. Der Verdächtige sei geflüchtet.

13:36 Uhr

400 Tiere verenden bei Brand in Schweinestall

Die gute Nachricht vorneweg: Dank der Feuerwehr konnten 100 Schweine vor dem Feuer gerettet werden. Für die anderen 400 kam aber jede Hilfe zu spät. 150 Einsatzkräfte haben am Samstag in Schleswig-Holstein neun Stunden lang mit einem Feuer im Schweinestall gekämpft. Warum es auf dem Gelände des landwirtschaftlichen Betriebs bei Quarnek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) gebrannt habe sei unklar, teilt die Polizei mit. Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt. Einem Feuerwehrsprecher zufolge war das Feuer in einem angrenzenden Werkstattbereich ausgebrochen und hatte dann auf den Stall übergegriffen. Um die Tierkadaver bergen zu können, musste das durch das Feuer stark beschädigte Gebäude abgerissen werden.

12:41 Uhr

Unbekannter schießt mit Luftgewehr auf Kinder und verletzt eins schwer

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Die freiverkäuflichen Luftgewehre haben eine Energie von bis zu 7,5 Joule, was etwa 180 Metern pro Sekunde entspricht. Zur Einordnung: Ein Geschoss mit Gummi und Papier, wie man es noch aus Schulzeiten kennt, hat zwischen 0,5 und einem Joule Bewegungsenergie.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zu dieser Nachricht fällt einem nichts mehr ein. Ein Unbekannter hat in Sachsen-Anhalt mit einem Luftgewehr auf Kinder geschossen und dabei einen Zehnjährigen im Nacken getroffen. Dem Jungen sei nach dem Angriff in Eisleben im Krankenhaus ein Projektil aus dem Nacken operiert worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Junge werde nun stationär behandelt, Lebensgefahr habe nicht bestanden. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" darüber berichtet. Der Junge habe am Samstag mit anderen Kindern gespielt, als es einen Knall gab. Daraufhin habe er starke Schmerzen im Nacken gespürt und sei nach Hause gelaufen, wo die Eltern etwas im Nacken des Jungen stecken sahen. Im Krankenhaus wurde das Luftgewehrgeschoss dann umgehend entfernt. Hinweise auf den Schützen gibt noch keine. Die Beamten ermitteln nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

11:59 Uhr

Auto stürzt beinahe 15 Meter von Parkhausdach

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Das war knapp.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das hätte schlimm enden können. Ein mit sechs jungen Leuten besetztes Auto ist beinahe vom Oberdeck eines Wolfsburger Parkhauses in die Tiefe gestürzt. Nach Angaben der Polizei hatte der 18 Jahre alte Fahrer auf dem Dach im fünften Geschoss die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der Wagen krachte in die Sicherungsplanke und wäre um Haaresbreite 15 Meter hinabgefallen, kam aber - halb über dem Abgrund ragend - gerade noch zum Stehen. "Alle Fahrzeuginsassen kamen mit dem Schrecken davon und blieben unverletzt", berichteten die Beamten. Als Ursache für den Crash vermuten sie zu hohe Geschwindigkeit und eine anschließende "Bogenfahrt", die in der Absturzsicherung endete. Der Unfallfahrer muss sich nun einem Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs stellen.

11:35 Uhr

"Klima des Misstrauens": FDP will mehr Respekt für Polizisten

Die FDP im Kieler Landtag will mit einer vorgezogenen "Respektkampagne" Polizisten, Feuerwehrleuten und anderen Rettungskräften den Rücken stärken. In den vergangenen Wochen sei in Deutschland ein Klima des Misstrauens gegenüber der Polizei gesät worden, sagte der polizeipolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jörg Hansen. Dies bekämen auch die Beamten im Norden zu spüren. "Dem müssen wir mit aller Kraft entgegenwirken." CDU, Grüne und FDP hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, eine öffentliche Initiative zur Stärkung des Respekts und der Wertschätzung zu starten. Die Kampagne für alle "Blaulichtkräfte" sollte nach der Sommerpause in Angriff genommen werden. "Wir als FDP halten es angesichts der jüngsten Entwicklungen für geboten, diese sofort auf den Weg zu bringen", sagte Hansen. "Wir sollten jetzt denen helfen, die uns helfen." Die Kampagne soll Hansen zufolge Plakataktionen, Gespräche und digitale Angebote umfassen, unter Einbeziehung von Schulen, Verbänden, Vereinen, Streetworkern und Jugendcafés oder -clubs.

11:03 Uhr

Minister entschuldigt sich bei Kita-Personal für Bastel-Masken-Fiasko

Es war anscheinend gut gemeint, ging aber nach hinten los: Der FDP-Familienminister Joachim Stamp hatte "Bastel-Sets" für Masken an Kitas in NRW geschickt, die erst noch zusammen gebastelt werden mussten. Danach hagelte es harsche Kritik für das Ministerium. Stamp entschuldigte sich deshalb bei dem Kinderbetreuungspersonal in NRW und drückt in einem Schreiben sein Bedauern aus: "Ich kann Ihnen versichern, dass dies kein Ausdruck von Geringschätzung war", so Stamp: "Um eines klarzustellen: Sie sind keine Basteltanten und Bastelonkel, sondern hoch qualifiziertes pädagogisches Personal bzw. Kindertagespflegeperson. Ich kann nicht oft genug betonen, dass Sie herausragende Arbeit leisten!" Die "Bastel-Sets" wurden zusätzlich zu normalen Masken verschickt. In der "Kommunikation" sei es dem Ministerium leider nicht gelungen, "zu vermitteln, dass die übrigen Lieferungen für etwaige fehlende Masken bei Besuchern oder Eltern gedacht waren", schrieb Stamp. Für die Erzieher seien nur die fertigen Masken gedacht gewesen. Medienberichten zufolge hatte die Landesregierung fünf Millionen Masken verschickt - drei Millionen davon waren zum Selberbasteln. Eine seltsame Aufteilung für "Ersatzmasken" ...

10:38 Uhr

Corona-Patientin im Koma bringt Kind zur Welt

In Kolumbien sind Mutter und Kind nach einer komplizierten Geburt wohlauf: Eine am Coronavirus erkrankte Koma-Patientin hat einen Jungen geboren. Die Ärzte im Versalles-Krankenhaus in der Stadt Cali nahmen einen Kaiserschnitt bei der 36-jährigen Diana Angola vor, um den kleinen Jefferson zur Welt zu bringen. Jefferson sei 14 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen und habe kurz nach der Geburt wiederbelebt werden müssen, sagte der an der komplizierten Geburt beteiligte Kinderarzt Edwin Olivo. Obwohl der Junge noch im Inkubator sei, entwickle er sich gut. Das Neugeborene gewinne zunehmend an Gewicht und atme leichter. Ein Coronavirus-Test sei negativ ausgefallen. Inzwischen ist Angola wieder gesund - und hofft, das Krankenhaus gemeinsam mit ihrem Sohn bald verlassen zu können. Die 36-Jährige, die bereits eine Tochter hat, war Mitte Mai mit hohem Fieber ins Krankenhaus gebracht worden. Drei Tage später wurde sie ins künstliche Koma versetzt. Wegen ihrer Schwangerschaft hatten die Ärzte ihr Bett dauerhaft in einem 45-Grad-Winkel eingestellt. "Es ist wirklich bewegend zu wissen, dass wir gekämpft haben und dass die Ärzte uns geholfen haben zu überleben", sagte Angola.

09:57 Uhr

Schütze erschießt einjährigen Jungen aus Auto heraus

Die Nachrichten über Waffengewalt in den USA reißen nicht ab. Selbst Babys sind nicht vor dem Waffenmissbrauch sicher. Jetzt hat es einen einjährigen Jungen aus Chicago getroffen. Ein Schütze habe neben einem Auto der 22-jährigen Mutter angehalten und acht Schüsse abgefeuert, teilte die Polizei am Samstag (Ortszeit) mit. Dabei habe er den kleinen Jungen tödlich in die Brust getroffen. Die Mutter habe einen Streifschuss am Kopf erlitten. Festnahmen gab es demnach zunächst nicht. "Dies passiert viel zu oft", sagte der Einsatzleiter der Chicagoer Polizei, Fred Waller, vor Journalisten. "Wann hört das auf? Wann sagen wir: Genug ist genug", fragte Waller mit Blick auf die Debatte um eine strengere Waffengesetzgebung in den USA. Der Schusswaffenangriff auf Mutter und Kind ereignete sich nur eine Woche, nachdem im Westen Chicagos ein Dreijähriger unter ähnlichen Umständen getötet worden war. Auch in diesem Fall wurde der Schütze bislang nicht gefasst. "Wir werden die Person fassen, die das dreijährige Kind getötet hat. Und wir werden die Person fassen, die dieses Kind getötet hat", versicherte Waller.

09:30 Uhr

Corona-infizierter Präsident von Honduras zeigt sich arbeitend

Die Selbstinszenierung auf Twitter macht er ganz gut: Der mit Covid-19 diagnostizierte honduranische Präsident Juan Orlando Hernández twittert Fotos von sich selbst, wie er im Krankenhaus arbeitet. Zwei Fotos zeigen ihn beim Ausfüllen von Dokumenten. Dazu schreibt er: "Ich bin immer noch im Krankenhaus, arbeite aber immer daran, meinen Leuten zu dienen." Die honduranische Regierung gab bekannt, dass Hernández am 16. Juni positiv auf Covid-19 getestet wurde. Hernández schrieb, dass er mehrere Dekrete unterzeichnet habe, darunter Gesetze zur Unterstützung des Produktionssektors und eine Verlängerung einer Steuererklärung für kleine Unternehmen. Er ist der erste Präsident in Lateinamerika, der positiv auf das Virus getestet wurde. Seine Frau und zwei Helfer wurden ebenfalls positiv getestet. Ein Regierungssprecher sagte, Hernandez Gesundheitszustand sei stabil und verbessere sich weiter.

08:40 Uhr

Mann bei friedlicher Rassismus-Demo in Louisville erschossen

Die Gewalt in den USA hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Bei einer Demonstration gegen Rassismus im US-Bundesstaat Kentucky ist ein Mann erschossen worden. Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Samstagabend (Ortszeit) im Jefferson Square Park im Zentrum der Stadt Louisville. Menschen hätten noch versucht, erste Hilfe bei dem angeschossenen Mann zu leisten, der jedoch noch am Tatort verstorben sei. Kurz darauf sei ein weiterer Mensch in unmittelbarer Nähe angeschossen worden. Wie viele Schützen es gab, war unklar. Auch zu den Opfern machte die Polizei keine weiteren Angaben. Der Bürgermeister von Louisville, Greg Fischer, erklärte seine "tiefe Trauer angesichts der Gewalt". Im Vorfeld der Anti-Rassismus-Kundgebung hatte Fischer rechte Gegendemonstranten aufgefordert, sich von dem Protest im Jefferson Square Park fernzuhalten. Zuvor hatte die Lokalzeitung "Louisville Courier Journal" berichtet, dass "bewaffnete Patrioten-Gruppen" vorhätten, den Anti-Rassismus-Demonstranten entgegenzutreten. In Louisville gibt es bereits seit Wochen Demonstrationen gegen den Tod der Afroamerikanerin Breonna Taylor bei einem Polizeieinsatz in ihrer eigenen Wohnung vor drei Monaten.

08:19 Uhr

Video: Riesen-Roboter übernehmen Arbeit von Menschen in Lagerhalle

Etwas unheimlich, ein bisschen kurios und doch irgendwie süß. In einem Video der britischen Zeitung "The Sun" sind neu entwickelte Roboter zu sehen, die in einem Logistikzentrum Pakete stapeln. "Handle" sollen die seit 2017 von Boston Dynamics entwickelten Roboter heißen, die Pakete bis zu 15 Kilo tragen können. Wenn "Handle" eine Kiste auf eine Palette legt, verwendet er laut Hersteller Steuerkraft, um jede Kiste an die nächste zu drücken.

Aber keine Angst - noch sind die Roboter nicht so effizient wie Menschen. Dafür können sie aber ohne Unterbrechung durcharbeiten, wenn man die Batterien regelmäßig auswechselt. Ist Ihnen bei dem Anblick doch irgendwie mulmig zumute? Stimmen Sie ab!

07:44 Uhr

Mann fährt in US-Supermarkt und schießt um sich - zwei Tote

Eine grausame Nachricht aus den USA: Mindestens zwei Menschen sind nach Schüssen an einem Logistikzentrum in der kalifornischen Stadt Red Bluff gestorben. Vier weitere Menschen wurden bei dem Vorfall an einem Walmart-Lager im Norden des US-Bundesstaates verletzt, wie US-Medien am Samstag (Ortszeit) unter Berufung auf ein örtliches Krankenhaus berichteten. Den Berichten zufolge soll ein Verdächtiger zuvor seinen Wagen in das Walmart-Gebäude gerammt haben. Augenzeugen berichteten, sie hätten 50 bis 60 Schüsse gehört. Menschen seien über einen Stacheldraht von dem Gelände geflohen. "Es gab einen Schützen, der getroffen wurde. Nach letztem Stand wurde er in ein Krankenhaus gebracht", zitiert CNN den Behördenvertreter Rick Crabtree. Walmart bestätigte den Vorfall gegenüber CNN, machte zunächst jedoch keine näheren Angaben.

07:23 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

es ist Sonntag früh und noch sieht es am Himmel gut aus - was sich im Osten im Laufe des Tages noch ändern kann. Ich hoffe, Sie haben bereits den ersten Kaffee in der Hand, denn jetzt geht es los mit den Themen des Tages. Viel ist es nicht, aber immerhin:

  • Polen stimmt über ein neues Staatsoberhaupt ab. Favorit ist bislang nach Umfragen Amtsinhaber Andrzej Duda von der nationalkonservativen Regierungspartei PiS. Ursprünglich sollte die Wahl am 10. Mai stattfinden. Sie wurde aber nach einem politischen Streit verschoben. Hier lesen Sie mehr dazu.

  • In der zweiten Fußball-Bundesliga entscheidet sich heute wer in die Relegation schafft: der HSV oder der erste FC Heidenheim. Heidenheim belegt aktuell den dritten Platz und ist beim Arminia Bielefeld zu Gast. Der HSV spielt zeitgleich zu Hause gegen den SV Sandhausen. Der HSV muss darauf hoffen, dass Heidenheim nicht gewinnt, um noch eine Chance auf das Relegations-Derby gegen Werder Bremen zu haben.

Am gestrigen Samstag sind ungefähr 3500 Menschen unter Corona-Auflagen mit Regenbogen-Fahnen und Plakaten durch Berlin gezogen. Unter dem Motto "Pride Berlin: Save our Community, Save our Pride" sind Schwule, Lesben und Verbündete wegen des ausgefallenen Christopher Street Day auf die Straße gegangen. Auch gegen Rassismus wurde erneut demonstriert.

Ich begleite Sie durch die erste Hälfte des Tages, wenn Sie möchten. Los geht's!

Ihre Vivian Micks

06:24 Uhr

Weißes Haus dementiert Bericht über russische Taliban-Unterstützung

Das Weiße Haus hat einen Pressebericht zurückgewiesen, wonach US-Präsident Donald Trump über Geheimdiensterkenntnisse informiert worden sei, denen zufolge russische Agenten afghanischen Taliban-Kämpfern Geld für Angriffe auf US-Soldaten angeboten haben sollen. "Weder der Präsident noch der Vizepräsident wurden über die angeblichen russischen Geheimdienst-Prämien informiert", sagte eine Sprecherin am Samstag in Washington. Russland sprach von "unbegründeten Anschuldigungen", auch die Taliban wiesen den Bericht der "New York Times" zurück.

Die US-Zeitung hatte am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, Agenten des russischen Militärgeheimdienstes (GRU) hätten Kämpfern der radikalislamischen Taliban und diesen nahestehenden Kriminellen Geld für tödliche Angriffe auf in Afghanistan stationierte US- und Nato-Soldaten gegeben.

06:06 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht