Der Tag Mutter, Arbeit, Pandemie - die Rechnung kommt später
Männer werden an dieser Stelle jetzt vielleicht entrüstet zucken - "Was denn, ich habe doch den Geschirrspüler ausgeräumt und den Müll mit runtergenommen" - aber was soll man beziehungsweise frau sagen: das reicht nicht. Da ist noch Luft nach oben: Mehr als die Hälfte aller berufstätigen Mütter von Kindern unter 14 Jahren haben ihre Arbeitszeit zu Beginn der Corona-Pandemie zumindest teilweise auf den Abend oder das Wochenende verlegt. Das geht aus einer Studie hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung veröffentlichte. Bei Vätern habe die Quote nur 31 Prozent betragen. Die Quote sei bei den Müttern von April 2020 bis Oktober 2020 auf 26 Prozent gesunken, bei den Vätern auf 18 Prozent. "Vor allem Mütter arbeiteten häufiger am Wochenende oder abends, unter anderem, um ihre Kinder bei Schul- und Kitaschließungen oder während des Distanzunterrichts betreuen zu können", so IAB-Forscherin Corinna Frodermann.
Insgesamt haben 33 Prozent der Beschäftigten, die im April 2020 Kinder unter 14 Jahre zu betreuen hatten, ihre Arbeitszeiten zumindest teilweise verlagert. Bei denjenigen ohne Kinder waren es noch 16 Prozent. Neben der Kinderbetreuung habe wohl auch die Verlagerung ins Homeoffice dazu geführt, dass sich die Arbeitszeiten geändert hätten. Mehr als ein Drittel derjenigen, die zumindest teilweise von zu Hause arbeiteten, gaben im April 2020 an, zu anderen Zeiten zu arbeiten als noch vor der Pandemie. Bei den Beschäftigten, die kein Homeoffice nutzten, waren es nur knapp 15 Prozent. Wir dürfen gespannt sein, wie es nach der Pandemie weiter geht und wie schnell wir wieder zur Normalität zurückfinden können. Das Thema, dass Frauen in der Arbeitswelt gleichberechtigt behandelt werden, dürfte durch die Corona-Krise nicht nur einen weiteren Schritt in die Ferne gerückt sein.