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Nach heiklem Renn-VorfallStaatsanwalt ermittelt nun gegen Radsport-Stars um Tadej Pogacar

07.04.2026, 06:05 Uhr
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Tadej Pogacar droht noch ein rechtliches Nachspiel. (Foto: IMAGO/Photo News)

Schlag auf die Finger für Radsport-Gigant Tadej Pogacar: Einen Tag nach seinem beeindruckenden Sieg bei der Flandern-Rundfahrt ist der slowenische Superstar von der Rennleitung bestraft worden. Das allerdings nicht für seinen größten Regelbruch. 

Wie der Radsport-Weltverband UCI am Montag offiziell bekannt gab, hat die spektakuläre Flandern-Rundfahrt für Radsport-Gigant Tadej Pogacar ein kleines Nachspiel. Der Slowene wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 500 Schweizer Franken verdonnert. Zudem wurden ihm 25 Weltranglistenpunkte abgezogen. 

Durchaus kurios: Die Strafe gegen den Sieger wurde lediglich ausgesprochen, weil er eine seiner Trinkflaschen nicht in einer dafür vorgesehenen Zone entsorgte. Dass er und einige andere Fahrer einen Bahnübergang trotz eingeschalteter Warnlichter überquerten, kam in dem Bericht überhaupt nicht zur Sprache. Für die UCI dürfte der Fall damit abgeschlossen, eine ohnehin unwahrscheinliche Disqualifikation Pogacars kein Thema mehr sein. 

Pogacar und Co. droht ein rechtliches Nachspiel

Aus dem sprichwörtlichen Schneider ist der UAE-Kapitän damit aber noch nicht. Laut belgischen Medienberichten haben die örtlichen Behörden ein Ermittlungsverfahren gegen die betroffenen Fahrer eingeleitet, die den Bahnübergang überquerten, obwohl die roten Warnlichter schon eingeschaltet waren. Auch im UCI-Reglement ist dies eigentlich klar geregelt. 

Den Radprofis droht im Zuge der von der Staatsanwaltschaft aufgenommenen Ermittlungen nun ein Führerscheinentzug von mindestens acht Tagen sowie eine Geldstrafe in Höhe von 400 bis 5000 Euro. Möglicherweise müssen Pogacar und Co. persönlich vor Gericht erscheinen. Neben dem Slowenen hatte unter anderem auch Remco Evenepoel die rote Ampel ignoriert. 

"Nicht einmal zehn Meter vor dem Übergang sind drei Männer auf die Straße gesprungen und haben gewunken, um uns anzuhalten", schilderte Pogacar das Geschehen nach dem Rennen. Um zu stoppen, sei die Vorwarnzeit zu kurz gewesen, sagte Pogacar, die Gefahr eines Sturzes bei einer Vollbremsung zu groß. Bei den Personen handelte es sich um Rennkommissäre, was Pogacar aber in der Hektik nicht erkannte: "Ich habe gedacht, vielleicht sind es Demonstranten oder so etwas. Und dann war das Feld auch schon geteilt."

Derlei Vorfälle an Bahnübergängen geschehen bei den europäischen Klassikern nicht selten. Es gab bereits heikle Szenen, als Fahrer gesenkte Schranken umkurvten. Logistisch ist es nicht möglich, bei einem Rennen über teils weit mehr als 200 Kilometer mit zwangsläufigen Gleisüberquerungen den Bahnverkehr passgenau zu stoppen - dass Fahrer damit durch Wartezeiten benachteiligt werden, ist nicht vermeidbar.

Quelle: ntv.de, tno/sport.de