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Kreditrahmen ausgeschöpft Uniper braucht weitere Staatshilfen

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Unipers Kassen sind schon wieder leer.

(Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer)

Wegen der reduzierten Gaslieferungen aus Russland muss der Versorger Uniper am Markt nachkaufen. Das übersteigt die Möglichkeiten des Konzerns - der Staat springt ein. Doch nun sind die Hilfen aufgebraucht, und das Unternehmen muss nach neuem Staatsgeld fragen.

Der angeschlagene Energiekonzern Uniper hat wegen der anhaltenden Gas-Lieferunterbrechungen Russlands weiterhin erheblichen Liquiditätsbedarf. Wie der MDAX-Konzern mitteilte, hat er weitere zwei Milliarden Euro der bestehenden Kreditfazilität bei der KfW-Bankengruppe in Anspruch genommen und damit die Fazilität von neun Milliarden Euro vollständig abgerufen. Da weiter erheblicher Liquiditätsbedarf besteht, wurde eine Erhöhung der Kreditfazilität um weitere vier Milliarden Euro beantragt.

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Aufgrund der reduzierten Gaslieferungen Russlands ist Uniper gezwungen, die fehlende Menge zu deutlich höheren Preisen am Markt einzukaufen. Hinzu kommt, dass der Konzern für einen großen Teil seiner Verkaufsgeschäfte für Gas und Strom Sicherheitsleistungen (sogenannte Margining) hinterlegen muss. Insbesondere diese Sicherheitsleistungen haben die Liquiditätssituation des Konzerns laut Mitteilung zuletzt stärker belastet.

"So lange die Energiepreise in Europa steigen, wird auch der Bedarf an liquiden Mitteln ansteigen", so Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach laut Mitteilung. "Die heute beantragte Erweiterung der Kreditlinie sichert die Energielieferungen, die wir unseren Kunden versprochen haben und stabilisiert damit die Energiemärkte." Der Konzern spielt eine zentrale Rolle für die deutsche Energieversorgung und beliefert über 100 Stadtwerke und Industrieunternehmen.

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Uniper hatte Mitte August einen Verlust von über zwölf Milliarden Euro für das erste Halbjahr ausgewiesen. Grund hierfür waren vor allem die Kosten für Ersatzbeschaffungen als Folge der von Russland deutlich gedrosselten Gasliefermengen.

Aufgrund der massiv auflaufenden Verluste war Uniper in erhebliche Schieflage geraten und musste von der Bundesregierung im Juli durch ein Rettungspaket stabilisiert werden. Es sieht unter anderem vor, dass der Bund im Zuge einer Kapitalerhöhung 30 Prozent an der Uniper SE übernimmt. Auch wurde ein KfW-Darlehen von zwei Milliarden auf neun Milliarden Euro aufgestockt.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/dpa

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