Infografik

Epidemie-Daten aus Deutschland So entwickeln sich die Fallzahlen

Mit einer nie da gewesenen Vollbremsung versucht Deutschland, den Coronavirus-Ausbruch einzudämmen und eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Das öffentliche Leben steht still, die Wirtschaft blickt in den Abgrund. Gelingt es, die "Kurve abzuflachen"?

Ausnahmezustand in Europa: Mit aller Macht stemmt sich Deutschland gegen die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Die Fallzahlen steigen an, bis Mitte der Woche verzeichnen die Gesundheitsbehörden der Länder insgesamt bereits deutlich mehr 34.000 Infektionen. Einschneidende Maßnahmen sollen den steilen Anstieg abflachen und dazu beitragen, den drohenden Kollaps im Gesundheitssystem zu verhindern.

Seit eineinhalb Wochen sind Schulen, Universitäten und Kindertagesstätten geschlossen. Seit dem Wochenende gilt ein landesweites "Kontaktverbot". Die deutsche Wirtschaft wechselt notgedrungen in den Krisenmodus, überall im Land stehen Bänder still, Läden bleiben geschlossen, Unternehmen arbeiten im Notbetrieb. Reichen die massiven Beschränkungen aus, das Infektionsgeschehen zu verlangsamen?

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Von der Frage, ob sich der Anstieg der Fallzahlen wirkungsvoll abbremsen lässt, hängen in Deutschland nicht nur wirtschaftliche Existenzen ab. Je länger der Ausnahmezustand anhält, desto gravierender wird die Konjunkturkatastrophe ausfallen.

Die erforderliche Dauer der Abwehrmaßnahmen entscheidet zudem auch darüber, ob die Milliardenhilfe aus der Staatskasse überhaupt ausreicht - oder ob die gigantische Neuverschuldung im Bundeshaushalt wie ein Tropfen auf dem heißen Stein verpufft.

Alle Hoffnungen sind daher eng mit der Entwicklung der Fallzahlen verknüpft. Die Überlegung: Je weiter die Epidemie in Deutschland voranschreitet, desto deutlicher müsste eigentlich die Wirkung der Eindämmungsmaßnahmen sichtbar werden.

Bisher - also Stand 25. März, zeichnet sich in den ntv.de-Infografiken, die auf einer Auswertung der durch die Länderbehörden gemeldeten Infektionsfällen beruhen, noch kein klar erkennbarer Wendepunkt ab.

Bei der Betrachtung gilt es allerdings, eine Reihe von Anmerkungen und Einschränkungen zu beachten. Bei den Wachstumsraten zum Beispiel werden die Epidemie-Trends aus verschiedenen besonders betroffenen Ländern verglichen, dargestellt anhand einer logarithmischen Skala und bezogen auf die jeweils berichteten Fallzahlen.

Um Anhaltspunkte zur Einschätzung des Epidemieverlaufs in Deutschland zu gewinnen, wurden die Kurven aus mehreren Staaten übereinandergelegt. Als Startpunkt wurde jeweils das Überschreiten der Marke von 100 Fällen herangezogen. Entscheidend ist der Verlauf der Linien: Je steiler die Linie, desto höher die jeweilige Wachstumsrate.

Am Beispiel Chinas ist zu erkennen, wie sich der Übergang des Infektionsgeschehens von einer rapiden Zunahme zu Beginn bis zum fast vollständigen Stillstand bei den neu gemeldeten Ansteckungen darstellt.

In Deutschland bleibt der Anstieg der Fallzahlen derzeit noch überschaubar: Die drei bisher am schwersten betroffenen Länder sind Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. In insgesamt neun der 16 Bundesländer liegen die Fallzahlen mittlerweile jeweils über 1000 Infizierten. Das am schwersten betroffene Bundesland im Osten ist Sachsen.

Quelle: ntv.de