Gesundheit

Gesundheit im Büro Was der Arbeitgeber für Sie tun muss

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Speziell dafür, wie der Arbeitsplatz beschaffen sein muss, damit der Beschäftigte keinen Schaden nimmt, gibt es die Arbeitsstättenverordnung.

(Foto: imago/Westend61)

Einen Job zu haben, ist an sich eine gute Sache - sichert er doch die wirtschaftliche Existenz. Umso wichtiger ist es, dass sich der Arbeitnehmer bei seiner Tätigkeit nicht gesundheitlich ruiniert. Hier ist auch der Chef gefragt.

Hier die Arbeitsleistung, da der Lohn. Fertig ist das Beschäftigungsverhältnis. Doch über dieses Tauschgeschäft hinaus ist der Arbeitgeber im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses zum Schutz von Leben und Gesundheit der für ihn tätigen Arbeitnehmer verpflichtet. Entsprechendes ist im Arbeitsschutzgesetz, kurz ArbSchG, geregelt. Wobei hier natürlich zwischen den entsprechenden Berufen unterschieden werden muss. Ein Bürojob etwa weist per se eine deutlich geringere Gefahrenlage auf als die Verrichtung des Polizeidienstes. Aber abgesehen davon: Speziell dafür, wie der Arbeitsplatz beschaffen sein muss, damit der Beschäftigte keinen Schaden nimmt, gibt es die Arbeitsstättenverordnung, welche auch als Betriebsstättenverordnung bezeichnet wird.

Arbeitnehmer tun gut daran, zu schauen, dass die entsprechenden Vorgaben vom Chef auch eingehalten werden. Denn was nützt das hoffentlich viele Geld, wenn der Arbeitsplatz die Gesundheit ruiniert. Davon dass beide Vertragsparteien auch im Konfliktfall respektvoll miteinander umgehen, soll an dieser Stelle einmal ausgegangen werden.

Keiner muss im Dunkeln hocken

Klar ist jedoch: Um seine Fürsorgepflicht kommt der Arbeitgeber nicht herum. Bei unmittelbarer erheblicher Gefahr darf sich der Arbeitnehmer selbstverständlich auch von seinem Arbeitsplatz entfernen. Darüber hinaus müssen die vereinbarte Arbeitszeit und die Pausenzeiten eingehalten werden. Und der Mitarbeiter muss vor Lärm geschützt werden. Dies gilt allerdings erst, wenn die Lärmbelastung über den ganzen Tag hinweg bei 80 Dezibel oder mehr liegt, was in etwa dem Dröhnen eines Presslufthammers entspricht. Abgesehen davon kann der Arbeitgeber natürlich freiwillig dafür sorgen, dass auch weniger als 80 Dezibel nicht zur Belastung werden, beispielsweise durch Verhaltensregeln im Großraumbüro, schallschluckende Decken und Teppiche. Schließlich weiß auch der Chef, dass ein dauerhaft belasteter beziehungsweise durch Lärm gestörter Arbeitnehmer kaum die volle Leistungskraft entwickelt.

Genauso verhält es sich, wenn der Mitarbeiter im Dunkeln hocken muss. Deshalb sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, Arbeitsplätze mit Fenstern oder Oberlichtern zu schaffen. In manchen Berufsfeldern lässt sich das allerdings nicht bewerkstelligen. Hier sind andere Maßnahmen erforderlich. So darf zum Beispiel ausnahmsweise in Produktions- und Lagerhallen oder auf Flughäfen der Arbeitsplatz nur mit künstlichem Licht versorgt werden.

Und auch mit Wärme. Höher als 29 Grad Celsius sollte dass Thermometer in den Räumen für Büroarbeiter aber nicht klettern. Denn ab 30 Grad muss der Arbeitgeber für geeignete Maßnahmen sorgen, sodass die Gesundheit der Mitarbeiter nicht gefährdet wird. Zu kühl darf es dann aber auch wieder nicht sein: Bei körperlich leichter Arbeit müssen mindestens 20 Grad herrschen, bei mittlerer Arbeit 19.

Hierzulande muss auch dafür gesorgt sein, dass Nichtraucher am Arbeitsplatz vor Tabakrauch geschützt sind. Genauso wie vor giftigen Übergriffen von Kollegen oder Vergesetzten - sprich: Mobbing ist tabu. Ansonsten können die Opfer von ihrem Arbeitgeber Schadenersatz verlangen. Ungeachtet dessen gilt hier, dass Arbeitgeber eine Verantwortung und rechtliche Verpflichtung dazu haben, für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen. Allerdings können sie nur dann tätig werden, wenn sie über entsprechende Vorfälle informiert werden.

Manchmal ist der Gesundheitscheck Pflicht

Und auch im Krankheitsfall des Mitarbeiters kann der Chef gefragt sein. Zwar kann sich grundsätzlich jeder Arbeitnehmer auch entgegen einer Krankschreibung wieder gesund melden, anders sieht es aber aus, wenn der Mitarbeiter die Kollegen gefährdet oder seine Arbeit nicht mehr ordentlich ausführen kann. Zweifelt jedoch der Arbeitgeber objektiv an der Arbeitsfähigkeit seines Mitarbeiters, kann und muss er - insbesondere bei einer Beschäftigung in einem sicherheitsrelevanten Bereich - eine betriebsärztliche Untersuchung anordnen, bevor der Arbeitnehmer zurück an den Arbeitsplatz kommen darf.

Abgesehen davon gibt es auch Berufe, bei denen der Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet ist, einen Gesundheitscheck zu verlangen, unter anderem bei besonders belastenden Tätigkeiten. Dies ist etwa bei Busfahrern, Piloten, Medizinern, Berufssportlern oder auch Beamten der Fall. Zudem ist die Erstuntersuchung bei Jugendlichen, die unter 18 Jahre alt sind, vorgeschrieben. Ansonsten wird die ärztliche Untersuchung in aller Regel nur dann gefordert, wenn die Gesundheit für den Job entscheidend ist.

Gefährdet der Arbeitgeber durch sein Verhalten oder die Bedingungen des Arbeitsplatzes massiv die Gesundheit seines Mitarbeiters, kann dieser auch die Arbeitsleistung verweigern. Zuvor sollten allerdings unbedingt die mangelhaften Zustände angemahnt werden. Notfalls auch mit einer Anzeige bei der zuständigen Aufsichtsbehörde. Diese ist dann nicht selten mit einem Bußgeld für das gegen die Regeln verstoßende Unternehmen verbunden.

Quelle: n-tv.de, awi

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