"Peter war ein Gewinnertyp"Abschied von Startenor Hofmann

Wie keinem anderen gelang Peter Hofmann der Spagat zwischen Klassik und Popmusik. In der Nacht zum 30. November starb der an Parkinson erkrankte Startenor an den Folgen einer Lungenentzündung. Nun fand er im bayrischen Wunsiedel seine letzte Ruhe.
Freunde, Weggefährten und Angehörige haben im bayerischen Wunsiedel in aller Stille von Startenor Peter Hofmann Abschied genommen. Der weltweit bekannte Opern- und Popsänger war Anfang der vergangenen Woche im Alter von 66 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Anna Maria Kaufmann, seine Partnerin im Musical "Phantom der Oper", würdigte ihn als einen der größten Tenöre des 20. Jahrhunderts.
"Zuletzt war er nur noch ein Schatten seiner selbst, an den Rollstuhl gefesselt, seiner Stimme kaum mehr mächtig", hieß es in der Trauerrede. Mit dem "Ave Maria" und dem Song "Scarborough Fair" von Simon & Garfunkel gaben ihm Anna Maria Kaufmann und seine zweite Frau Deborah Sasson das letzte Geleit. "Peter war ein Gewinnertyp", sagte die Amerikanerin, "einer der genialsten Menschen, ein erfolgreicher Sportler, manchmal auch ein kleiner Revoluzzer. Gegen seine heimtückische Krankheit konnte er dennoch nicht gewinnen."
Gefeiert im "Phantom der Oper"
Hofmann, am 22. August 1944 im böhmischen Karlsbad geboren, war als einer der wenigen Sänger sowohl in der klassischen Musik als auch im Bereich Rock, Pop und Country äußerst erfolgreich, wie zahlreiche Schallplatten in Gold und Platin belegten. Der Durchbruch gelang ihm 1976 in Bayreuth als Siegmund im Jahrhundert-"Ring" von Patrice Chereau. 14 Jahre lang sang Peter Hofmann bei den Richard-Wagner-Festspielen auch die Titelrollen in "Parsifal", "Lohengrin", "Tristan" sowie den Walther von Stolzing in Wagners "Meistersinger von Nürnberg". Mit seinem kraftvollen Gesang, seiner hünenhaften Erscheinung und seinen blonden Locken wurde er weltweit an großen Opernhäusern gefeiert. Anfang der 1980er Jahre startete er eine zweite und ebenso erfolgreiche Karriere als einfühlsamer Popsänger. 1990 beendete er seine Opernkarriere. In Hamburg sang er danach noch die Titelrolle im Erfolgs-Musical "Phantom der Oper".
Die letzten Jahre lebte Peter Hofmann zurückgezogen im bayerischen Fichtelgebirge mit seiner dritten Frau Sabine und seiner siebenjährigen Tochter Laura Sophie. Seine letzte Ruhe fand er nun auf dem tief verschneiten Friedhof von Wunsiedel unweit seiner böhmischen Heimat.