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(Foto: dpa)
Donnerstag, 12. Juni 2014

Das uneheliche Kind des Fürsten: Albert II. muss Enthüllungen hinnehmen

Darf eine Zeitschrift über das uneheliche Kind eines Fürsten informieren oder verletzt dies die Privatsphäre? Im Fall von Albert II. von Monaco stellt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte nun klar, was erlaubt ist. Das Urteil dürfte dem Fürsten nicht gefallen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Veröffentlichung eines Artikels über einen unehelichen Sohn des Fürsten Albert II. von Monaco für rechtens erklärt. Die Straßburger Richter gaben dem französischen Wochenmagazin "Paris Match" Recht, das wegen des fraglichen Artikels zu einer Schmerzensgeldzahlung von 50.000 Euro verurteilt worden war. Damit habe Frankreich gegen das Recht auf Pressefreiheit verstoßen.

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"Paris Match" hatte im Mai 2005, wie auch das deutsche Magazin "Bunte", über den unehelichen Sohn des Fürsten berichtet. Der Artikel wurde mit Fotos illustriert, die Albert II. mit dem Kind - das er nicht offiziell anerkannt hatte - zeigten. Die Informationen und Fotos hatte damals die Mutter des Kindes an die Presse weitergereicht. Der Fürst klagte sowohl in Frankreich als auch in Deutschland gegen die Veröffentlichungen, die er als Verstoß gegen sein Recht auf Privatsphäre wertete.

Die französische Justiz gab zunächst Albert II. recht und verurteilte den Herausgeber von "Paris Match", den Verlag Hachette Filipacchi Associés, im Juli 2005 zu 50.000 Euro Schadensersatz. Außerdem sollte "Paris Match" das Urteil auf der Titelseite veröffentlichen. Das Urteil wurde später in einem Berufungsverfahren bestätigt.

Die deutsche Justiz wies die Klage des Fürsten hingegen ab. Die deutschen Gerichte argumentierten, es gebe ein öffentliches Interesse daran, über ein uneheliches Kind des Fürsten informiert zu werden. Dies gelte besonders für eine Erbmonarchie wie Monaco. Im übrigen habe die Mutter beschlossen, die Existenz des Kindes publik zu machen.

Mutter wollte "Geheimnis" beenden

Die Mutter des Kindes habe die Presse informiert, um eine öffentliche Anerkennung ihres Sohnes zu erreichen und das "Geheimnis" um das Kind zu beenden, stellten auch die Straßburger Richter fest. Es gehe hier nicht nur um den Schutz des Privatlebens des Fürsten, sondern auch um das Recht des Kindes auf eine anerkannte "Existenz und Identität". Die veröffentlichten Fotos seien im zudem mit Wissen des Fürsten von der Mutter aufgenommen worden.

Auch der Gerichtshof für Menschenrechte sieht ein Recht der Öffentlichkeit, über die Existenz eines unehelichen Sohns des Fürsten informiert zu werden. Dies gelte besonders für die Bürger von Monaco, auch wenn die Verfassung des Fürstentums gegenwärtig uneheliche Kinder von der Erbfolge ausschließe.

Das Urteil wurde von einer kleinen Kammer des Straßburger Gerichts gefällt und ist noch nicht rechtskräftig. Beide Seiten können nun binnen drei Monaten eine Überprüfung beantragen. Der Gerichtshof kann die Beschwerde dann an die 17 Richter der Großen Kammer verweisen - er muss dies aber nicht tun.

Albert II. wurde im August 2005 - nach dem Tod seines Vaters Rainier III. - regierender Fürst von Monaco. Seit Juli 2011 ist er mit der südafrikanischen Schwimmerin Charlène Wittstock verheiratet. Ende Mai gab das Paar bekannt, dass es Nachwuchs erwartet. Außer dem heute zehn Jahre alten Sohn hat Albert II. noch die Existenz einer 22-jährigen unehelichen Tochter anerkannt.

Die Schwester des Fürsten, Prinzessin Caroline von Monaco, war wegen der Veröffentlichung privater Fotos in der deutschen Regenbogenpresse wiederholt vor den Gerichtshof für Menschenrechte gezogen. Erst im Februar hatten die Straßburger Richter eine Beschwerde der Adeligen gegen Deutschland abgewiesen. Auch in diesem Fall stellten die Richter fest, der umstrittene Artikel um eine Ferienvilla in Kenia von Carolines Ehemann Prinz Ernst August von Hannover sei von "öffentlichem Interesse" gewesen.

Quelle: n-tv.de