Unterhaltung

Kanzlerin kein Joker bei "WWM" Angela hat die Mailbox an

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Bosbach und Merkel bei einem Auftritt im Jahre 2006.

(Foto: dpa)

Es wäre eine Sensation gewesen - Angela Merkel als Telefonjoker bei "Wer wird Millionär?". CDU-Politiker Wolfgang Bosbach ruft seine Chefin aus der Sendung an, doch der Coup misslingt. Stattdessen rettet Waldemar Hartmann seine Ehre.

Angela Merkel als Telefonjoker bei "Wer wird Millionär?". Mit dieser Aussicht lockt RTL die Zuschauer in die Günther-Jauch-Sendung. Laut Sender soll der CDU-Mann Wolfgang Bosbach seine Chefin bei einer Frage zur DDR angerufen haben - aber ob sie auch den Hörer abgenommen hat, war bis zur Ausstrahlung der aufgezeichneten Sendung die große Frage. Gerade einmal fünf Kandidaten sind zu Gast: Neben Bosbach sind Sportjournalist Waldemar Hartmann, der mit Harald Schmidt als Telefonjoker auftrumpft, Fußballtrainer Christoph Daum und Robert und Carmen Geiss da, für die eine Berufsbezeichnung schwerfällt.

Es ist 21.12 Uhr, als Bosbach an der Reihe ist. 20 Minuten später wird die Frage gestellt, bei der Angela Merkel weiterhelfen soll: "Die DDR-Kult-Waschmaschine 'WM 66' ist unter anderem dafür legendär, dass viele Besitzer mit dem Gerät A) Heizstrom erzeugten, B) Obst einkochten, C) Staub saugten, D) Westradio empfingen." Bosbach ist ratlos: "Wenn soll ich anrufen außer der Kanzlerin?", fragt er und löst Applaus und Gejohle im Publikum aus. "Ich würde es sofort probieren, nur ist mein Handy jetzt in der Garderobe", erklärt der CDU-Mann dann jedoch. "Kein Problem, wir holen es", kontert Jauch.

Gesagt, getan, nur als dem Politiker sein weißes Handy gereicht wird, kommt die Enttäuschung: Mailbox. Er versucht es nochmal. "Angela? Nee." Wieder Mailbox - das ist alles. Doch Bosbach ist auf den Geschmack gekommen: "Ich guck mal eben, nee, Gauck habe ich gar nicht", sagt er und beginnt sein Telefonbuch auf dem Handy durchzugehen. Bei Maybritt Illner bleibt der Dauer-Talkshow-Gast hängen. Die Moderatorin geht tatsächlich ran, man hört nur leider fast nichts, als sie mit Jauch und Bosbach plaudert. Die Antwort auf die Frage weiß sie leider auch nicht - Bosbach legt auf und beendet dann sein Spiel. Das war's. Die 125.000 Euro bekommen ein Kinderdorf in Kürten im Rheinland und eine Ärztegruppe ("Big Shoe"), die sich während der WM in Brasilien engagiert.

Waldemar Hartmann ruft Harald Schmidt an

Wesentlich gelungener ist da schon der Auftritt des einst blamierten Waldemar Hartmann. Es ist sein zweiter Auftritt in der Sendung - das erste Mal löste er als Telefonjoker die angeblich "größte TV-Katastrophe aller Zeiten" ("Bild") aus. Jauch quält ihn mit einem Rückblick, in dem noch einmal gezeigt wird, wie Hartmann dem Model Lena Gercke erklärte, dass Deutschland noch nie die Fußball-WM im eigenen Land gewonnen hatte. Obwohl die DFB-Elf 1974 den Titel in Deutschland gewann.

Hartmann bleibt gelassen, lacht mit und manövriert sich fortan gut gelaunt und mit tatkräftiger Hilfe der anderen Kandidaten bis zur 32.000-Euro-Frage. Für Hartmann ist sie die Steilvorlage zur Ehrenrettung. "In welcher Stadt wurde die deutsche Fußballnationalmannschaft sowohl Welt- als auch Europameister?", fragt Jauch unter dem Gelächter der Zuschauer. Hartmann ist sich sicher: Rom! 1980 Europameister, 1990 Weltmeister. Korrekt, Ehre gerettet. Eine größere Herausforderung kommt dann wenig später.

Es geht um 500.000 Euro, als er gefragt wird, welches Land drei verschiedene Zeitzonen hat. Hartmann ist ratlos und zieht den Telefonjoker: Ex-Late-Night-Talker Harald Schmidt meldet sich am anderen Ende der Leitung - Schmidt, der im Jahr 2000 selbst bei 500.000 DM gescheitert und dann auf 32.000 DM abgestürzt war. "Ich wollte einfach die Million, die Kinder waren mir egal", wie er noch einmal erzählt. Ein bisschen wird geplaudert, der arbeitslose Komiker erzählt, dass er gerade viel Zeit für die Gartenarbeit habe.

Dann wird ihm die Frage gestellt, die auch für ihn eine harte Nuss ist. Mexiko, Indien, Südafrika und Saudi Arabien sind die Antwortmöglichkeiten. Schmidt tippt auf Indien, ist sich aber nicht ganz sicher. Hartmann macht es besser als damals Schmidt und hört auf. 125.000 verteilt er an die Organisationen "Sportler für Organspende" und "Ärzte ohne Grenzen". Schmidt hätte falsch gelegen - Indien hat nur eine Zeitzone, Mexiko wäre die richtige Lösung gewesen.

Quelle: ntv.de

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