Jauch macht Opel Tigra plattAutoanzeige-Pechvogel landet bei WWM

Sein geliebter Opel Tigra landete in der Schrottpresse. Doch zum Glück erspielte Ebay-Pechvogel Firat Demirhan bei "Wer wird Millionär?" genug Geld für ein Baby-taugliches Gefährt. Auch zwei weitere Unglücksraben des Lebens wurden bei Jauch wieder froh.
Firat Demirhan liebte seinen Opel Tigra so sehr, dass er für ihn im vergangenen Jahr auf Ebay die "wohl längste und geilste Autoanzeige" aller Zeiten verfasste und damit bundesweit Schlagzeilen machte. Am Freitagabend landete der 30-Jährige dann nicht nur für ihn völlig überraschend im "Wer wird Millionär?"-Studio. Er musste auch mit ansehen, wie sein Opel einige Stunden zuvor in einer Schrottpresse auf Bobschlitten-Niveau eingestampft worden war. Zum Glück überwog die Freude rasch. Denn im "Pechvögel-Special" bekamen drei vom Leben mehr oder minder gebeutelte Zeitgenossen ihre zweite große Chance.
Für Demirhan war das "Pechvögel-Special" gleich noch ein ordentliches "Überraschungs-Special". Eigentlich hatte er gedacht, für eine andere RTL-Show auf das Studiogelände geladen worden zu sein. Dann stand der sympathische Justizvollzugsbeamte unvermittelt vor Günther Jauch im Scheinwerferlicht. "Ich glaub, ich hab mich verlaufen", meinte der hörbar schnaufende Kandidat. Mit der Atmung wurde es nicht besser, als das Video von der Schrottpresse gezeigt wurde. So richtig lustig fand Demirhan die Aktion nicht, wie auch schon vor einiger Zeit Ex-Komapatienten Willi Thiesen, dessen geliebtes Auto von RTL in die Luft gejagt wurde. Gibt es hier eine Actionzulage?
No Time to Say Good bye
Das Ganze hatte Demirhans Ehefrau angezettelt, die das Baby-untaugliche Coupé schon seit Langem loswerden will. "Ich konnte mich gar nicht vorbereiten", meinte der Überraschungskandidat mit feuchten Augen und meinte damit nicht nur seine Teilnahme an der Quizshow. Er hatte sich im vergangenen Jahr schweren Herzens entschlossen, sein "Traumauto" zu verkaufen und dazu eine ellenlange Annonce mit seiner halben Lebensgeschichte auf Ebay verfasst. Die Anzeige machte ihren Verfasser berühmt und trieb den Auktionspreis bis auf unglaubliche 55.750 Euro. Leider ließ der Höchstbietende den Verkäufer dann hängen und tauchte unter.
"Ein deutscher Philosoph hat mal gesagt: Das Auto ist die sichtbare Seele des Mannes", gab der mitgenommene Demirhan zu Protokoll, als ihm erneut die traurigen Überbleibsel seines grünen Opel Tigra gezeigt wurden. Mit der Gewinnsumme von schließlich 32.000 Euro ist jetzt aber endlich der ersehnte Kombi für die Kleinfamilie drin. Mit derselben Summe gingen auch die anderen beiden Kandidaten des Specials überglücklich nach Hause.
Bier statt Sechser im Lotto
Den Anfang machte Rentner Andrej Garn, der das wohl teuerste Feierabendbier der Geschichte getrunken hat. 1993 arbeitete er bei einem Schlüsseldienst und bekam mit zwei Kollegen von einem dankbaren Kunden sechs D-Mark Trinkgeld. Während seine Mitarbeiter ihre Anteile für ein Lottolos zusammenlegten, ging Garn lieber in seiner Stammkneipe ein Bier trinken. Das Los brachte den Hauptgewinn und 3,6 Millionen D-Mark, Garn guckte in die Röhre. "Dumm gelaufen", meint er dazu heute, 23 Jahre später. Mit ganz viel Unterstützung des an diesem Abend äußerst hilfsbereiten Moderators ("Das betreute Mitraten hat jetzt ein Ende") sicherte sich der 64-Jährige die 32.000 Euro und freute sich gleich doppelt: "Das sind ja 64.000 D-Mark, eigentlich!"
Scheinbar total verschreckt, aber letztlich doch auf stillem Durchmarsch, erspielte sich auch Anke Christensen aus Niebüll in Schleswig-Holstein ihren Gewinn. Damit kann sie sich jetzt endlich eine vernünftige Alarmanlage leisten und ihren Kiosk wieder eröffnen. Der war nämlich von dreisten Dieben und Vandalen so oft heimgesucht und verwüstet worden, dass die 55-Jährige sich den Betrieb einfach nicht mehr leisten konnte. "Das wird eine Alarmanlage", meinte Jauch angesichts des anwachsenden Gewinnkontos. "Ganz Niebüll steht da senkrecht in den Betten."
"Wer wird Millionär?" nimmt nach dieser Premierenwoche nach der Sommerpause freitags erst mal wieder eine Auszeit. Auf dem Sendeplatz läuft in den nächsten Wochen "Dance Dance Dance".