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"Wir waren das nicht" Bekannter russischer Entertainer kritisiert Kreml scharf

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Maxim Galkin und seine Frau, die russische Popikone Alla Pugatschowa, im September in Moskau.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

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Er ist in Russland bekannt wie Günther Jauch und nimmt kein Blatt vor den Mund: Auf Instagram verurteilt der Entertainer Galkin den Krieg des Kremls gegen die Ukraine. Um sein Leben muss er erstmal nicht fürchten - er ist mit seiner Familie derzeit in Israel.

Der einflussreiche russische Entertainer Maxim Galkin hat den Krieg gegen die Ukraine in einem Video scharf kritisiert. Galkin, dem allein auf Instagram 9,5 Millionen Menschen folgen, äußert in seiner Videobotschaft harte Worte für den russischen Überfall auf die Ukraine und die verharmlosende Propaganda der Staatsmedien. Allerdings muss Galkin dafür nicht mit Strafen rechnen: Der 45-jährige Entertainer hatte Russland Anfang März verlassen und hält sich derzeit in Israel auf, berichteten israelische Medien.

"Russland ist an so vielen schrecklichen Dingen schuld, und gleichzeitig sagt es, dass es nicht schuld ist. Die Gräueltaten von Butscha: 'Das waren wir nicht'. Die malaysische Boeing: 'Das waren wir nicht'. Mariupol wurde dem Erdboden gleichgemacht: 'Das waren wir nicht'. In Odessa ist eine Rakete eingeschlagen: 'Das waren wir, aber auch nicht ganz wir'. 'Das alles waren wir nicht'. Aber was machen WIR da? Mein tiefes Beileid an alle Verwandten der Gestorbenen und stilles Gedenken. Frohe Ostern!", sagte Galkin in seinem neusten Video auf Instagram.

Galkin ist einer der bekanntesten Entertainer Russlands. Der Journalist Vassili Golod, der das Video auch auf Twitter teilte, schrieb dazu: "Galkin ist in Russland so bekannt und beliebt, wie es in Deutschland wohl nur Günther Jauch ist."

Der jüdische TV-Moderator und Komiker Galkin und seine Ehefrau Alla Pugatschowa, die seit vier Jahrzehnten mit Hits wie "Millionen scharlachroter Rosen" und "Liebe wie ein Traum" in Russland bekannt ist, befinden sich zusammen mit ihren beiden Kindern in Israel, berichtete die israelische Zeitung "Haaretz".

Bislang sei aber nicht klar, ob die Familie dauerhaft in Israel bleiben wolle, schrieb die Zeitung Ende März. Der 45-jährige Galkin plant im Juni mehrere Bühnenauftritte in Israel. Ob er überhaupt nach Russland zurückkehren kann, ist unklar. Bereits am Tag des russischen Einmarschs in die Ukraine hatte er auf seinem Instagram-Account die Sätze gepostet: "Es gibt keine Rechtfertigung für einen Krieg! Nein zum Krieg!" Solche Aussagen gelten in Russland mittlerweile als Straftat, die mit langen Haftstrafen geahndet werden können.

Quelle: ntv.de, mau

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