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Nach kritischer Echo-Rede Bundesverdienstkreuz für Campino?

"Gottseidank gab es Campino", sagt der neue Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Klein. Er spielt auf dessen emotionale Kritik an den antisemitischen Texten eines Rap-Duos an. Das müsse gewürdigt werden, so Klein.

Der neue Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, fordert das Bundesverdienstkreuz für Campino, den Sänger der "Toten Hosen". "Campino sollte für sein Engagement auf der Echo-Verleihung unbedingt gewürdigt werden, am besten mit dem Bundesverdienstkreuz", sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Sänger sollte laut Klein eine Ehrung bekommen, "weil er vielleicht sogar langfristig unsere Gesellschaft verändert hat". Durch die Diskussion, die vor allem durch Campino angestoßen worden sei, "haben wir dem Antisemitismus im Pop, in der Kunst, in der Gesellschaft neue Grenzen gesetzt".

"Kommerz stand im Vordergrund"

Bei der Verleihung des Musikpreises hatte Campino in einer emotionalen Rede die antisemitischen Textzeilen der Rapper Farid Bang und Kollegah scharf kritisiert und eine Debatte über "moralische Schmerzgrenzen" gefordert. "Gottseidank gab es Campino, der klar Stellung bezog. Ihm müssen wir danken", sagte dazu der Antisemitismusbeauftragte den Funke-Blättern. Die ganze Echo-Verleihung sei ein kollektiver Blackout gewesen, "ein gemeinschaftliches Versagen", so Klein.

Dass im Vorfeld der Verleihung kaum einer empört gewesen sei, habe etwas mit der Verrohung der Gesellschaft zu tun: "Provokation und das Überschreiten roter Linien werden hingenommen, ohne sie zu hinterfragen", so Klein weiter. Bei den Verantwortlichen der Echo-Verleihung habe ganz klar der Kommerz im Vordergrund gestanden. "Aber wenn die Gefühle von Holocaust-Überlebenden verletzt werden, muss Schluss sein mit dem Geschäftemachen."

Der seit 1992 vergebene Musikpreis Echo wurde im Zuge der folgenden Antisemitismusdebatte abgeschafft. Die Bertelsmann Music Group (BMG) trennte sich von Farid Bang und Kollegah. Klein hat sein Amt als Antisemitismusbeauftragter offiziell zum 1. Mai angetreten. Schon Ende April sagte er: "Der Fall der beiden Rapper und die darauf folgenden Reaktionen haben gezeigt, dass die grundlegenden Reflexe unserer Gesellschaft funktionieren."

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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