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"Promi Big Brother" - das Finale David Odonkor und der "Waschbärbumser"

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Odonkor bekommt die 100.000 Euro - und will einen Teil spenden und mit dem anderen seinen Keller ausbauen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Menowin braucht dringend neue Möbel, Vino-Nino will seine Schulden bezahlen und David Odonkor möchte gern seinen Keller ausbauen. Am Ende von "Promi Big Brother" gibt es zwar einen verdienten Gewinner, der heimliche Held der Staffel ist aber ein anderer.

"Ich muss euch jetzt mal was beichten", sagt Menowin, die alte Ghettofaust, zu seinen Kellerkumpels, "ich hab immer heimlich eure Unterhosen angezogen." Er erwartet jetzt, dass alle grölen, aber der Witz verkommt zum Rohrkrepierer, weil gegenseitiges Schlüppi-Austauschen im Keller selbstverständlich ist. Also bitte, in der Not muss man doch zusammenhalten!

15 Tage zwischen Schweiß und Schampus liegen hinter den "härtesten Promis Deutschlands", wie "Meistermacher Schropp" die "Kellerasseln" nennt. Übriggeblieben von 12 Kandidaten sind Super-Woman Sarah Nowak, Tattoo-Tante JJ, "Vino de Alkohol", "Keller-TV-Moderator" Menowin und Lieblings-Schnuppi der Nation, David Odonkor.

Und da sitzen sie nun und freuen sich, dass sie im Finale sind, aber so richtig Stimmung will nicht aufkommen - weder bei den Finalisten noch beim TV-Zuschauer. "Fick die Henne", schreit Letztgenannter wie JJ vor Langeweile, denn die Finalshow ist nichts weiter als eine Aneinanderreihung von bereits gesehenen Belanglosigkeiten. Selbst die theatralischen Darbietungen des Herrn Fröhlich wirken nur wie ermüdende Wiederholungen.

"Ich piss' auf die 100.000 Euro"

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David Odonkor und seine Frau Suzan freuen sich beim Finale der Sat1 Show "Promi Big Brother" über Odonkors Sieg.

(Foto: picture alliance / dpa)

In elendig langen Rückblenden werden in der dreistündigen Schnarch-Show Zusammenschnitte aus den vergangenen 14 Tagen verwurstet: die witzigsten Pups-Attacken, die lustigsten Momente, der derbste Beef. Jeder Einspieler endet mit blanken nachgebesserten "Brüschten", spritzigen Feuchtspielen oder einem Zeitlupen-Zoom auf Klöten-Köllerers "Nudel". Besonders schlimm anzuschauen ist, wie der ganze Promi-Mob immer so tut, als würde er ganz schrecklich leiden. Wie lange war die Bande im Keller? Zehn Jahre?

So schleppt sich das Finale dahin. Es wird auch nicht lustiger, wenn man zum x-ten Mal sieht, wie "Don Promillo" die Sicherungen durchknallen, weil man seinem selbstgebastelten Kumpel Rudi die Nase abgerissen hat. "Rudi, wer hat dir das angetan?" Tom Hanks' Wilson trieb am Ende seiner "Cast Away"-Odyssee auf dem offenen Meer davon - ein Schicksal, das man auch dem Rudi wünscht. "Ich piss' auf die 100.000 Euro" droht Nino, der "Trash-Pate" großkotzig, doch daraus wird nichts, denn das Preisgeld gewinnt ein anderer.

Das Schöne an Grenzerfahrungen wie "Big Brother" ist ja, dass die Promis die Gelegenheit haben, sich endlich selbst kennenzulernen. Das muss man sich mal vorstellen: Da rennt Menowin, die alte Silberwimper, seit 27 Jahren in der Weltgeschichte rum und weiß überhaupt nicht, wer er ist! Und dank einer Fernseh-Show findet er sich innerhalb von zwei Wochen selbst. Haben die Macher, die so unfassbare Wunder ermöglichen, nicht einen Nobelpreis verdient?

"Im Schritt wieder schön geföhnt"

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Die theatralischen Darbietungen des Menowin Fröhlich wirken nur wie ermüdende Wiederholungen.

(Foto: Sat.1 / Arne Weychardt)

Damit die lahme TV-Chose auf ihre abendfüllende Sendezeit kommt, lümmeln die bereits rausgepfefferten Kandidaten im Studio rum und dürfen auch noch mal kurz was sagen. So ist zum Beispiel Balkan-Biest Désirée verdammt froh, "im Schritt wieder schön geföhnt" zu sein und Wuchtbrumme Willi war es vergönnt, einen Eimer Linsensuppe zu essen. Zwischendurch wird immer wieder in den Keller geschaltet, wo "die Crowd" sich feiert, als hätte sie gerade die Meisterschaft im Kimmenkratzen gewonnen. Denn viel mehr außer sich zu jucken, zu jammern, zu pupsen und zu heulen haben sie im Keller nicht gemacht. Als dann auch noch der Song "Ein Hoch auf uns" ertönt, fragt sich der Zuschauer: Wie viele Synapsen sind im Kellergewölbe tatsächlich flöten gegangen? Es fallen traumatisierende Stammel-Sätze wie: "Ey, Alter, give me five, wie geil, ey, hihi, boah, wir sind die Jackson Five, Alta!" (Meno)

Dann endlich - ein Hoffnungsschimmer am TV-Horizont. Die ersten der finalen Flitzpiepen fliegen. Den fünften Platz macht "der positiv denkende Mensch" JJ, gefolgt von "Lippenpumperin" Sarah. "Ey, Mann, hihi", ist ja unglaublich, die Sarah hat "voll die Gänsehaut", als sie das Studio betritt. Doch auf einmal ist die sympathische Blondine "urscht am Heulen". Ihr Gefühlsausbruch ist so ergreifend, dass man, wenn "Donnerschtag" wäre, sie sofort auf die "Gäschteliste" setzen würde.

Dramatisch wird es, als "Big Brother" die drei Finalisten, "George-Michael-Gedenkfrisur"-Träger Menowin, "Don Promillo" Nino und "Odo" fragt, was sie mit dem 100.000-Euro-Gewinn machen würden. Odonkor würde einen Teil spenden und mit dem anderen seinen Keller ausbauen und Nino würde seine Schulden bezahlen. Nur Drama-Dackel Meno drückt wie gewohnt auf die Tränendrüse. Obwohl im Haus ständig seine neu aufgenommene Mucke ertönt, hat er kein Geld und keine Wohnung und würde von dem Gewinn erstmal neue Möbel kaufen. Angebrachter wäre doch hier die Aussage: Einen Teil des Geldes investiere ich in die Beseitigung meiner Wischmopp-Frise, oder nicht?

Neue Möbel braucht der Meno

Kurz bevor der Zuschauer in einen komatösen Schlaf fällt, werden zur mentalen Unterstützung die Gattinnen ins Haus geschaltet. Ninos Frau Larissa fängt sofort an zu heulen, vermutlich, weil sie ahnt, dass sie ihren Mann demnächst mit "Rudi" teilen muss.

Aber wer ist die Frau zwischen Ninos und Davids Gattin? Die sozialen Netzwerke spekulieren: Ist das Menos Mutti? Oder seine Bewährungshelferin? Nein, es ist seine "engste Vertraute" Sabine. Und die Sabine sagt so Sachen wie "Du schaffst das, halte durch!", was so klingt, als habe der arme "Meno " fünf Jahre sibirischer Einzelhaft vor sich. Aber da ist der Zuschauer auch schon (Zitat Twitter) "am Rande der Egalität".

Am Ende siegt die Ehrlichkeit: David Odonkor gewinnt "Promi Big Brother 2015". Konnte ja keiner länger mehr mit ansehen, diese gespielte Dramatik des Herrn Fröhlich. Der "Waschbärbumser" (O-Ton "Zündy") muss sich mit dem "ewigen zweiten Platz" begnügen. Doch dann der Trostpreis: "Meno " erhält einen Gutschein in Höhe von 10.000 Euro für neue Möbel. "Danke, Big Brother, dass ich mich kennenlernen durfte".

Quelle: n-tv.de

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