Unterhaltung

Geklaute Babys, gestohlene Zeit Der "Polizeiruf" im Schnellcheck

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Die Hallmanns (Katharina Heyer und Tobias Oertel) sind eine Familie, die keine ist.

(Foto: rbb/Andrea Hansen)

Jetzt klauen die Polen also auch noch Babys, der pure Wahnsinn. Stimmt natürlich nicht, wie jeder weiß, der bei diesem deutsch-polnischen "Polizeiruf" bis zum Schluss durchhält - also so gut wie niemand.

Das Szenario

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Lenski (Maria Simon, 2.v.l. und Raczek (Lucas Gregorowicz, r.) stellen das polnische Paar zur Rede.

(Foto: rbb/Andrea Hansen)

Der sechs Monate alte Leon wird aus einem Brandenburger Krankenhaus entführt, während die junge Mutter (Katharina Heyer) nur mal eben Kaffee holen ist. Dank eindeutiger Aufnahmen aus einer Überwachungskamera ist der Täter zwar schnell überführt, das deutsch-polnische Kommissarduo Lenski (Maria Simon) und Raczek (Lucas Gregorowicz) hat trotzdem keine Chance, ihn zu stellen: Nur wenige Stunden nach der Entführung wird Leon in einer polnischen Klinik abgegeben, kurz darauf ziehen die Ermittler den ermordeten Entführer aus einem grenznahen Fluss.

Die Mordermittlungen enthüllen Verstörendes: Leons Eltern haben den Kleinen einer polnischen Arbeiterfamilie abgekauft, aber auch mit dem zweiten mutmaßlichen Vater ist Leon nicht blutsverwandt - stattdessen ist der Entführer gleichzeitig auch der Erzeuger. Lenski und Raczek müssen sich zwischen Recht und Moral entscheiden - vor allem der polnische Kommissar kämpft dabei mit einer inneren Zerrissenheit, die er aus seiner eigenen schwierigen Beziehung mitbringt.

Die eigentliche Botschaft

Wer nach dem Gesetz handelt, handelt nicht immer zum Wohle der Menschen. Oder so ähnlich. Ganz klar wird das nicht, weil sich der Plot immer wieder in sich selbst verheddert.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

In welcher Minute man eingeschlafen ist und warum sich das so viel schlechter anfühlt als zu Zeiten des bräsigen Kommissars Krause - damals war's zwar auch langweilig, die Lizenz zum Wegpennen wurde allerdings frei Haus geliefert.

Der Plausibilitätsfaktor

Eigentlich recht hoch: Die Abtreibungsgesetze in Polen gehören mit zu den schärfsten in Europa, illegale Adoptionen gegen viel Geld sind nichts Seltenes.

Die Bewertung

5 von 10 Punkten. "Das Beste für mein Kind" ist ein zäher Krimi, der nie so richtig in Fahrt kommt und an seinen eigenen Ambitionen scheitert. Dafür gibt es schöne Kreisverkehre zu bestaunen.

Quelle: ntv.de

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