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Die Mode ist tot? Es lebe die Mode!

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Waridi Schrobsdorff, Gründerin von FA254.

Mode und Berliner - vor allem an heißen Tagen ein Thema für sich. Nichtsdestotrotz bringt die Mercedes Benz Fashion Week wieder viel Buntes, Elegantes, Interessantes und Intelligentes nach Berlin. Zum Beispiel die "African Designers for Tomorrow".

Die Mode ist tot? Ganz und gar nicht, in Berlin geht es diese Woche quasi um nichts anderes: Bei der Fashion Week zeigen vom 7. bis 10. Juli internationale Designer und junge aufstrebende Labels ihre Entwürfe für den kommenden Frühling und Sommer. Von Michael Michalsky über Erfolgsgeschichten wie die von Frida Weyer bis hin zu Mode aus Afrika und so einigen Newcomern wie Franziska Michael gibt es mehr als ein Dutzend Messen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, vor allem für Edel-, Freizeit- und Ökomode.

Über 3.000 Marken zeigen, was sie haben - bei sommerlichen Temperaturen werden rund 200.000 Fachbesucher erwartet. Hauptattraktion sind die Laufstegschauen im Modezelt am Brandenburger Tor mit renommierten Namen wie Lena Hoschek, Marc Cain, Riani und Minx. Und bei dem im Januar neu ins Leben gerufenen Berliner Mode Salon präsentieren sich zum Abschluss am Freitag wichtige deutsche Designer.

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Elegance - Made in Africa!

Dass wir in Deutschland und nicht in Paris, Mailand oder New York sind merkt man daran, dass es diesen Schwerpunkt gibt: Mode und Technologie. Kleidung mit Notfallsensoren, Wärmeschals mit Leuchtfunktion und sprechende Handschuhe zeigen, dass Mode nicht nur schön sein soll oder teuer oder elegant oder ausgefallen, sondern vor allem praktisch.

Alles andere als billig

Doch noch einmal zurück zu: "Die Mode ist tot" - dem Motto bei Michael Michalsky. So, wie wir den Berliner Kreativmeister einschätzen, kann er das nur ironisch meinen, oder? Nicht ganz. Er ist schon ein wenig erzürnt, denn bloß weil sein Motto provozieren will, heißt das ja noch lange nicht, dass er pleite ist: "Der Aufbau einer Couture-Kollektion ist alles andere als billig", sagt er, als man ihm unterstellt, genau dies zu sein, und sinniert: "In unserer Welt, in der alles schneller, wertloser und austauschbarer wird, muss man sich als Modemacher neu positionieren." Weise Worte des Mannes, der dafür bekannt ist, die beste Fashion-Party in der Stadt zu schmeißen und dem ein bisschen Gebashe eigentlich nix anhaben kann. Obwohl: "Solange man über mich redet, solange bin interessant für die Leute", tröstet er sich selbst.

Auch andere haben anstrengende Zeiten hinter sich. Zum Beispiel die "African Designers For Tomorrow": Nachwuchsdesigner aus Afrika haben in diesem Wettbewerb eine Plattform gefunden, um afrikanische Mode mit europäischen Trends zu kombinieren. Ins Leben gerufen hat dies das ehemalige kenianische Model Waridi Schrobsdorff. "Ich freue mich sehr, dass wir im Rahmen der diesjährigen Fashionweek jungen afrikanischen Talenten die Möglichkeit geben werden, ihr Können zu präsentieren."

Luxus aus Afrika - ja, bitte!

Ab dem 7. Juli geht's los: Ebay bietet den jungen Designern die Plattform dafür, dass die Wahrnehmung Afrikas in Europa nachhaltig verändert werden könnte: "Unser Fokus liegt ganz klar auf dem Verkauf. Nicht so sehr auf der Show. Und das ist auch keine Charity, hier geht es um Wirtschaftlichkeit, darum, dass Mode ein wichtiger Faktor ist und dass Afrika da eine Menge zu bieten hat." Schrobsdorff lacht, aber hinter ihr liegen Monate der Vorbereitung und ein Leben zwischen Berlin und Nairobi, manchmal in Addis Abeba. "Ich bin ungefähr alle sechs Wochen in Nairobi," so Schrobsdorff, "und so anstrengend das auch sein mag: es ist jetzt eine große Freude, die Ergebnisse präsentieren zu können."

Es gibt anlässlich der Fashion Week auch einen Pop Up-Store, wo einige der Designer gezeigt werden, die sie letztes Jahr in Zusammenarbeit mit der Traditionsfirma Lodenfrey präsentiert hat. Aber: "Wir promoten jetzt vor allem unsere Leute, die den African Designer for Tomorrow-Wettbewerb gewonnen haben, Doreen Mashika und Anthony Mulli. eBay hat eine limitierte Kollektion geordert, die ab dem 7. Juli erhältlich ist. Ich bin wirklich schon sehr gespannt, wie das laufen wird. Damit können wir erstmal testen, wie die Entwürfe auf dem deutschen Markt überhaupt ankommen."

Hier geht es nicht darum, Hilfe in einer Art Einbahnstraße zu leisten, sondern darum, gegenseitig voneinander zu lernen und zu profitieren. Auf Urbanara und Monoqi findet man die Artikel für die Home Collection und die Accessoires, die sich bei "African Designers For Tomorrow" hervorgetan haben. "Mir ist es wichtig, dass die Menschen Afrika auf eine andere Art und Weise sehen", sagt die 51-Jährige, der man ihr Alter nicht ansieht, "es kann nicht sein, dass dieser Kontinent immer einen Beigeschmack hat, immer diesen Blick von hier nach da im Sinne von "von oben nach unten". Ich möchte, dass man weiß, dass auch Luxusprodukte mit hoher Qualität aus Afrika sein können."

Quelle: ntv.de, mit dpa