Weltweite WürdigungenEunice Kennedy Shriver gestorben
Die als Vorkämpferin für die Rechte von behinderten Menschen bekannte Schwester des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy ist tot.
Eunice Kennedy Shriver starb im Alter von 88 Jahren in einem Krankenhaus in Cape Cod im US-Bundesstaat Massachusetts, wie die Familie bekannt gab. Kennedy Shriver war Gründerin der Special Olympics, bei denen behinderte Athleten sportlich ihre Kräfte messen.
Kennedy Shriver war vor einer Woche in die Klinik gebracht worden, sie hatte kürzlich eine Reihe von Schlaganfällen erlitten. Am Montag kamen ihre Tochter Maria und ihr Schwiegersohn Arnold Schwarzenegger, Gouverneur von Kalifornien, an ihr Krankenbett, um Abschied zu nehmen.
Obama würdigt Einsatz für Behinderte
Weltweit wurde Kennedy Shrivers Einsatz gegen die Ausgrenzung von geistig und körperlich Behinderten gewürdigt. US-Präsident Barack Obama lobte die Verstorbene als Aktivistin, "die unserem Land und unserer Welt gezeigt hat, dass keine körperlichen und geistigen Grenzen den menschlichen Geist in Schranken weisen können". Der britische Premierminister Gordon Brown erklärte, Kennedy Shriver habe "das Leben von Millionen verändert".
Eine besonders persönliche Würdigung kam von Kennedy Shrivers schwerkrankem Bruder Edward Kennedy, der an einem nicht heilbaren Gehirntumor leidet. Seine Schwester habe "zutiefst die Botschaft unserer Mutter und unseres Vaters beherzigt: Dass derjenige, dem viel gegeben ist, viel geben muss", erklärte der Senator. Schon als kleines Mädchen habe sich die Schwester ausgezeichnet durch "großartigen Humor, scharfen Verstand und die endlose Leidenschaft, Gutes zu tun".
Eunice Kennedy wurde als fünftes von neun Kinder des politisch mächtigen Kennedy-Clans geboren. Ihr Bruder, Präsident John F. Kennedy, wurde 1963 ermordet. Ihr Bruder Robert F. Kennedy wurde 1968 als Präsidentschaftskandidat von einem Attentäter erschossen. Nur noch zwei der Geschwister sind am Leben - Edward und Jean.
Gründerin der Special Olympics
Das Schicksal ihrer geistig behinderten Schwester Rosemary hatte Eunice Kennedy in den 60-er Jahren zur Vorkämpferin für die Akzeptanz von Behinderten werden lassen. 1962 begann sie, sportliche Wettkämpfe für behinderte Athleten zu organisieren. Daraus erwuchs die Special-Olympics-Bewegung, die inzwischen weltweit fast drei Millionen Mitglieder zählt.
1971 wurden die Special Olympics vom Nationalen Olympischen Komitee der USA anerkannt, im Jahr 1988 folgte die weltweite Anerkennung als olympische Veranstaltung - verbunden mit dem Recht, die fünf olympischen Ringe im Logo zu tragen. Bei den letzten Special Olympics in Shanghai traten Teilnehmer aus 164 Ländern an.
Eunice Kennedy Shriver hinterlässt neben ihrem Mann, dem demokratischen Aktivisten Robert Sargent Shriver, fünf Kinder. Dazu zählt Maria Shriver, die mit dem Exschauspieler und kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger verheiratet ist. Obwohl Mitglied einer eingefleischten demokratischen Familie, unterstützte Eunice Shriver ihren republikanischen Schwiegersohn bei dessen Wahl zum Gouverneur. Schwarzenegger war am Freitag zusammen mit seiner Frau an die Seite der Kranken geeilt.