Unterhaltung

Alle wollen seine Bembel Heinz Schenks Nachlass wird versteigert

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Fiktet Ayhan (l), und Michael Müller haben für die Neugestaltung ihres Restaurants am in Wiesbaden (Hessen) Bembel einige Stücke ersteigert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr als hundert Interessierte kommen und sehen sich an, wo Heinz Schenk einst gelebt hat. Der gesamte Besitz des bekannten Showmasters wird versteigert. Besonders begehrt sind die Bembel des Fernsehwirts "Zum Blauen Bock".

Als der erste Bembel aufgerufen wird, kommt Bewegung in die Schar der Bieter. Für 420 Euro bringt Auktionator Stefan Niederauer den kleinen Apfelweinkrug aus dem Haus von Heinz Schenk schließlich an den Mann. Als ein großer Jubiläumskrug gar 1800 Euro erzielt, ziehen einige Interessenten lange Gesichter. Eigentlich wollten Andreas Fürtig und Roman Bekkaoui aus Frankfurt am Main nach der Auktion unbedingt einen Krug auf ihren Motorrädern mit heim nehmen. Beide tragen eine gehäkelte Mütze in Bembel-Form auf dem Kopf. Später holen sie sich für kleines Geld ein paar Gerippte (Apfelweingläser) aus dem Partykeller des Showmasters. Die beiden Motorradfans haben im Sommer an einer Rallye rund um die Ostsee teilgenommen - Teamname: "Kommando Heinz Schenk - Erbarme Dich, die Hesse komme".

"Als der "Blaue Bock" lief, da saß ich als kleiner Junge frisch geduscht vorm Fernseher", sagt Michael Bauer, der ebenfalls gern einen Bembel ergattert hätte. "Ich bin quasi mit Heinz Schenk aufgewachsen." In der Nachbarschaft von Wiesbaden-Naurod seien die Schenks jedoch kaum präsent gewesen. Auch beim örtlichen Äppelblütefest hätten sie sich nicht blicken lassen.

Eiche rustikal und Ledersessel

Wo es sich früher Heinz Schenk und seine Frau Gerti auf rehbraunen Leder-Fernsehsesseln vor der Schrankwand aus rustikalem Eichenholz bequem machten, stehen sich am Morgen bei der Vorbesichtigung die Neugierigen auf den Füßen. "Ein bisschen beklemmend ist das schon, hier in das Private einzudringen", raunt ein Mann seiner Begleiterin zu. Zur Versteigerung sind dann nur Besucher zugelassen, die für zehn Euro eine Bieterkarte kaufen.
Aus dem engen Freundeskreis der Schenks war auch Kritik an der Auktion im Privathaus gekommen. Dies passe überhaupt nicht zu der zurückgezogenen Lebensweise des Künstlers.

Im Alter von 89 Jahren war der Showmaster 2014 gestorben, wenige Monate nach seiner Frau Gerti. Schenk moderierte die Sendung "Zum Blauen Bock" von 1966 an mehr als 130 Mal. "Man erschaudert schon, wenn man hier durch das Wohnzimmer geht. Als wäre er gestern noch da gewesen", erzählt ein Fan, der extra aus Heidelberg angereist ist. Er ist scharf auf die VHS-Sammlung mit allen Sendungen "Zum Blauen Bock". Er bekommt sie später für mehr als 500 Euro.

Schenks Haus soll abgerissen werden

Das Wohnhaus ist bereits für rund eine Million verkauft - wie ein Nachbar erzählt, soll es abgerissen werden. Das Geld fließt zusammen mit dem Erlös aus der Versteigerung an die neue "Heinz-Schenk-Stiftung", die junge Unterhaltungskünstler fördern will. "So hat es Schenk gewollt", betont der Nachlassverwalter und ehemalige Manager, Horst Klemmer. Angehörige gebe es nicht. Der gebürtige Mainzer Schenk, der als hessischer Fernsehwirt berühmt wurde, war ein Sammler und Technikfan. In seinem Haus finden sich Dutzende Geräte - vom Weltempfänger über zahlreiche Kameras bis zum Faxgerät. Daneben kommen Gemälde, Zinnteller und viele Fotos unter den Hammer. Auf der gleichen Ebene wie das Schlafzimmer gibt es eine Sauna und ein Schwimmbad. "Schenk hat hier regelmäßig seine Bahnen gezogen", erzählt Klemmer. Die Sauna bekommt für 50 Euro einen neuen Besitzer.

Neben den Bembeln seien auch Memorabilien "besonders beliebt", erzählt Auktionator Niederauer. Das sind private Erinnerungsstücke wie signierte Platten oder Fotos, an die man sonst nicht so leicht gelangt. Die angemeldeten Bieter stammen nach den Worten des Verkaufsprofis hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - aber auch aus Japan und Argentinien hatten sich Interessenten gemeldet.
Anders als bei vielen anderen Auktionen, bei denen es um besondere Diskretion geht und die Verkäufer anonym bleiben, verkaufe er hier viele Dinge nur deshalb, weil sie aus dem Haus von Heinz Schenk stammten, sagt Niederauer.

Ein großer Teil der Bembel geht schließlich an einen Gastronomen aus Bad Homburg - er will in seinem Lokal eine Heinz-Schenk-Gedächtnis-Vitrine einrichten, aus den Bembeln soll auch ausgeschenkt werden.

Quelle: ntv.de, Andrea Löbbecke, dpa

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