Unterhaltung

Inger Nilsson wird 50"Ich bin nicht Pippi!"

04.05.2009, 16:38 Uhr

Einmal "Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf", immer"Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf"!

"Ich bin nicht Pippi Langstrumpf!" sagt Inger Nilsson immer und immer wieder, aber es hat wenig geholfen. Auch zum 50. Geburtstag der Schwedin am 4. Mai wird sich alle Welt wieder einmal daran erinnern, wie unwiderstehlich sie zwischen 1968 und 1970 die freche, selbstbewusste, lustige und wahnsinnig starke Kinderbuch-Figur im Fernsehen und auf der Kinoleinwand verkörpert hat. Inger Nilsson braucht schon Erinnerungsstützen, wenn sie daran zurückdenkt: Als sie vor einem Jahr den Anfang von "Pippi in Taka-Tuka-Land" im Fernsehen sah, wusste die Film-Pippi nicht mehr, wie die Geschichte endet.

Als Pippis literarische Mutter Astrid Lindgren 2002 bei ihrem Begräbnis in Stockholm von Zehntausenden wie eine Königin geehrt wurde, hielt Inger Nilsson eine der Trauerreden. Das war für sie vielleicht auch eine Art der Aussöhnung mit ihrer schwierigen Rolle im "richtigen" Leben. Bis dahin hatte sie sich auch bitter über viele negative Folgen ihres weltweiten Kinderruhms geäußert: Karriereanläufe als erwachsene Schauspielerin scheiterten stets, so dass die kinderlos gebliebene Inger Nilsson ihren Lebensunterhalt als Arzthelferin sichern musste.

Ausgenutzt als Pippi?

Nilsson machte nie einen Hehl daraus, dass sie sich als Kinderschauspielerin ausgenutzt fühlt: Sie wurde mit einem höchst bescheidenen Honorar ein für alle Mal abgespeist, während andere wie der TV-Sender SVT und seine deutschen Co-Produzenten auch nach knapp 40 Jahren weiter an den endlosen Wiederholungen der Fernseh- und Kino-Version von Pippi Langstrumpf munter verdienen.

Für die Schauspielerin dagegen vergingen fast 20 Jahre, ehe sie über eine US-Produktion wieder vor einer Kamera stand. Nach einer kleineren Rolle in der deutschen Neuverfilmung von Kurt Tucholskys "Schloss Gripsholm" im Jahr 2000 konnte man Inger Nilsson mehrfach in ZDF-Krimis aus der Reihe "Der Kommissar und das Meer" an der Seite von Walter Sittler sehen. Bei den Dreharbeiten sagte sie, mit welcher Begründung Regisseure immer wieder ihre Bewerbungen um Rollen abgewiesen hatten: "Sie sind der Star unserer Kindheit, und dabei muss es bleiben."

Und täglich grüßt Pippi Langstrumpf

Dabei hat die blonde Schwedin äußerlich nichts mehr mit der rothaarigen Lindgren-Heldin aus ihrer Kindheit gemeinsam. Acht Jahre alt war sie, als ihr Vater von der Suche nach einer Fernseh-Pippi hörte. 8000 Mitbewerberinnen schlug Inger Nilsson aus dem Feld. Vor Astrid Lindgrens Sarg sagte sie: "Ich versichere Dir, Astrid, auch wenn es schon 30 Jahre her ist, dass Pippi das erste Mal im Fernsehen gezeigt wurde, so ist kein Tag vergangen, ohne dass nicht jemand mit mir über sie gesprochen hat." Ob Inger Nilsson wohl noch den kompletten Namen ihrer täglichen Begleiterin kann? Und ob sie deren vollen Namen "Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf" noch lustig findet?

Quelle: dpa