Unterhaltung

"Schönheitspapst" im ZwielichtJustiz ermittelt gegen Mang

09.02.2012, 18:29 Uhr
16054203
Tritt gerne bei Promi-Veranstaltungen auf: Werner Mang. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Dem plastischen Chirurgen Mang steht juristischer Ärger ins Haus: An seiner exklusiven Bodenseeklinik soll ein Arzt ohne Approbation operiert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung. Der selbst erklärte "Visionär" mit Hang zur Selbstdarstellung streitet die Vorwürfe ab.

Schönheitsoperationen an der Bodenseeklinik von Werner Mang werden zum Fall für die Justiz. Gegen den prominenten Professor wird wegen des Verdachts der Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Kempten bestätigte einen "Spiegel"-Bericht. Ein früherer Arzt der Klinik soll Operationen ohne ausreichende Approbation durchgeführt haben. Nach dem Mann wird gefahndet. Die Klinik betonte, kein Patient sei verletzt worden, es gehe lediglich um eine bürokratische Frage.

"Wir haben Ermittlungen gegen den Leiter der Klinik wegen des Verdachts auf Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung in 274 Fällen eingeleitet", bestätigte Katrin Eger, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kempten. Nun müsse geprüft werden, ob der Leiter der Klinik von den Operationen des falschen Arztes wusste.

Nach Angaben der Bodenseeklinik beziehen sich die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe jedoch "auf keinerlei Behandlungen oder gesundheitliche Schäden von Patienten". Es gehe lediglich um die Frage, ob der beschuldigte Arzt, der ein erfahrener Facharzt für Plastische Chirurgie sei, eine ausreichende behördliche Erlaubnis hatte.

Von Arzt fehlt jede Spur

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab es bereits mehrere Durchsuchungen. Unter anderem wurden in der Bodenseeklinik Unterlagen beschlagnahmt. Der Aufenthaltsort des beschuldigten Mediziners ist laut Eger unbekannt. "Wir fahnden nach ihm."

In einer Presseerklärung gab die Klinik bekannt, der Arzt habe bei der Bewerbung eine Schweizer Zulassung vorgelegt und mitgeteilt, dass er für Deutschland eine beschränkte Erlaubnis zur Operation unter Aufsicht habe. Bevor er seine Operationszulassung als angestellter Arzt zurückerhalten hat, habe er in Lindau als Hospitant unter Aufsicht 15 Eingriffe erfolgreich durchgeführt.

Mang ist siegesgewiss

Weder der Verwaltung der Bodenseeklinik noch Mang sei vor diesem Hintergrund ein Vorwurf zu machen. "Der beauftragte Anwalt geht davon aus, dass die Ermittlungen gegen Prof. Mang in Kürze eingestellt werden", heißt es in der Erklärung.

Mang hatte die Vorwürfe gegen sich in Interviews bereits Ende vergangenen Jahres zurückgewiesen. Der selbsternannte "Schönheitspapst" führt die Bodenseeklinik seit mehr als 20 Jahren und bezeichnet sich selbst als "Visionär".

Quelle: dpa/AFP