Unterhaltung

Stones trauern mit Mick JaggerL'Wren war nicht nur eine von vielen

19.03.2014, 08:16 Uhr
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Am 21. Februar begann die Asien-Tournee in Abu Dhabi. Jetzt haben die Stones die restlichen Konzerte bis auf weiteres abgesagt. (Foto: REUTERS)

Mick Jagger ist der Inbegriff des Rockstars, der sein Leben lang Frauen abschleppt. Doch in der schönen Amerikanerin L'Wren Scott hatte er offenbar seine späte große Liebe gefunden. Nun ist sie tot. Die Band hat alle Konzerte abgesagt.

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Die große, außergewöhnliche L'Wren Scott war seit 2001 mit Mick Jagger zusammen. Anscheinend fand er in der schönen Amerikanerin seine späte große Liebe. (Foto: dpa)

Was sind Liebesbeziehungen von ein paar Monaten oder Jahren im Vergleich zu mehr als 50 Jahren Bandgeschichte? Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und der Mitte der 70er dazugestoßene Ron Wood haben bei ihren Bandkollegen unzählige Freundinnen kommen und gehen sehen. Sie haben zum Teil um diese Frauen konkurriert oder waren nacheinander mit ihnen zusammen. Eine davon ist zum Beispiel das deutsche Model Uschi Obermaier.

Besonders Mick Jagger ist der Inbegriff des Womanizer-Rockstars. Bekannte Partnerinnen auf Zeit waren etwa die Italienerin Carla Bruni, die heute mit dem ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy verheiratet ist, und die Sängerin Marianne Faithfull, die auch mit Keith Richards zusammen war. Faithfull beschrieb viele Anekdoten aus dem Leben mit Mick Jagger in ihrer Mitte der 90er erschienenen Autobiografie. Neben seinen längeren Beziehungen, davon zwei Ehen, werden Jagger hunderte von Affären nachgesagt. Die verlassenen Frauen boten der Klatschpresse jahrzehntelang Stoff für Geschichten über Jagger, den Gigolo. Der 70-Jährige hat sieben Kinder mit vier Frauen, die heute zwischen 15 und Mitte 40 sind.

Doch der Tod von Mick Jaggers langjähriger Freundin L'Wren Scott geht den gealterten Musikern, jetzt alle um die 70 Jahre alt, offenbar wirklich nahe. Den Rest ihrer Asien- und Australien-Tournee haben sie kurzfristig abgesagt. In Australien und Neuseeland fallen sieben Konzerte aus, alle waren ausverkauft. Auf der Homepage der Rolling Stones steht zu den abgesagten Auftritten: "Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood bedanken sich bei all ihren Fans für die Unterstützung in dieser schweren Zeit. Wir hoffen, dass sie den Grund für die Nachricht verstehen."

Schulden und Depressionen

Auf seiner Facebook-Seite hat Mick Jagger einen Tag nach der Todesnachricht ein paar Zeilen geschrieben: "Ich versuche immer noch zu verstehen, wie meine Geliebte und beste Freundin ihr Leben auf so tragische Weise beenden konnte", heißt es da. Der Selbstmord der Endvierzigerin ist nicht offiziell bestätigt, doch Jagger geht offensichtlich davon aus. Innerhalb von gut 12 Stunden klickten fast als 85.000 Menschen den "Gefällt mir"-Button als Ausdruck ihrer Anteilnahme. Fast 19.000 schrieben gleich selbst einen mitfühlenden Kommentar und kondolierten dem Frontmann der Stones mehr oder weniger wortreich.

Jagger schreibt von den "wundervollen Jahren" und dem "großartigen Leben" zusammen. Scott stammte aus Utah und hatte sich nach einer Karriere als Model in den vergangenen Jahren ein eigenes Modelabel aufgebaut. "Sie war eine große Persönlichkeit und ihr Talent habe nicht zuletzt ich sehr bewundert", trauert der Sänger und bedankt sich für die Anteilnahme. "Ich werde sie nie vergessen." Dass der Sänger sich von L'Wren Scott getrennt hat, hat sein Management heftig dementiert. Freunde von ihm berichten, Jagger sei am Boden zerstört.

Bekannt ist inzwischen, dass die Designerin Schulden in Millionenhöhe hatte und sogar ihre Teilnahme an der London Fashion Week absagen musste. Warum die Geschäfte nicht liefen, ist unklar. Ihre Kleider wurden von Popstar Madonna, den Hollywood-Stars Sarah Jessica Parker, Angelina Jolie und Nicole Kidman getragen. Auch die US-amerikanische First Lady Michelle Obama zeigte sich in Kreationen von L'Wren Scott. Die Marke wurde in Luxus-Boutiquen in aller Welt angeboten. Doch offenbar wollte sie keine Hilfe ihres millionenschweren Freundes Mick haben. Auch von Depressionen ist die Rede.

Quelle: ntv.de, nsc