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Schwarzeneggers letzter Akt Wenig Applaus für Arnie

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Arnie in seinem Element.

(Foto: AP)

Ruhestand oder zurück vor die Kamera? Man weiß es noch nicht, eines steht jedoch fest: Sein Abschied aus dem Politik-Geschäft wird nicht ganz so spektakulär wie der aus dem Showbusiness.

Ein Action-Held gibt niemals auf. Das ist Arnold Schwarzeneggers Mantra, auch in den letzten Tagen seiner Amtszeit als Gouverneur von Kalifornien. Zwar gilt er in der Landeshauptstadt Sacramento längst als "Lame Duck", als lahme Ente, die politisch nichts mehr bewirken kann. Doch der frühere Muskelmann ist nicht zu bremsen. Er wolle den Bürgern Kaliforniens "bis zur letzten Sekunde" dienen, tönte er Anfang Dezember. "Ich habe immer gesagt, ich werde weitermachen und durch die Ziellinie laufen", bekräftigte der 63-jährige Republikaner.

Am 3. Januar gibt er das Zepter an seinen im November gewählten Nachfolger, den Demokraten Jerry Brown, ab. Schwarzenegger hinterlässt ihm eine Milliardenbürde, die selbst "Conan der Barbar" nicht stemmen könnte. Bei seinem Endspurt rief der gebürtige Österreicher jetzt noch einmal den Finanznotstand aus. Der scheidende Gouverneur schlägt drastische Einsparungen vor allem im Sozial- und Gesundheitsbereich in Höhe von sieben Milliarden Dollar vor. Im kommenden Finanzjahr, das im Juli beginnt, wird im "goldenen Staat" ein Defizit von 19 Milliarden Dollar erwartet. In seinen sieben Amtsjahren musste der "Gouvernator" acht Mal eine Haushalts-Krisensitzung einberufen.

Doch keine "Action"?

Er werde kräftig "aufräumen", die Wirtschaft ankurbeln, Arbeitsplätze schaffen und das Milliardendefizit in der Haushaltskasse abbauen. Mit diesen Versprechen zog der Hollywoodstar 2003 in den Wahlkampf und "terminierte" den höchst unpopulären Demokraten Gray Davis. Ihm wurde vorgeworfen, den Staat mit seinen knapp 40 Millionen Einwohnern an den Rand des Ruins getrieben zu haben, Gleiches muss sich nun Schwarzenegger anhören.

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Der Multimillionär wird der nächsten Generation jedenfalls nicht auf der Tasche liegen.

(Foto: AP)

Er habe sich als "Action-Star mit einem tönernen Fuß" entpuppt, zog kürzlich ein Kolumnist der "Los Angeles Times" Bilanz, mit Blick auf Schwarzeneggers Versprechen, das veraltete Steuersystem in Kalifornien umzukrempeln. Per Volksbegehren wurde die Grundsteuer im Jahr 1978 auf ein Minimum festgeschrieben. Damit gehen dem Staat Steuerprofite von teuren Immobilien durch die Lappen. Er lebt weitgehend von der Einkommenssteuer, die starken Konjunkturschwankungen unterworfen ist. Da konnte auch Schwarzenegger nichts ausrichten. Zudem hat die Rezession seine Wahlheimat besonders schwer getroffen. Kalifornien hat mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 12 Prozent und mit der höchsten Zahl von Zwangsversteigerungen nach dem Kollaps des Immobilienmarktes in den USA die Nase "vorn".

Der grüne Gouvernator

Nach einer siebenjährigen Achterbahnfahrt ist Schwarzeneggers Beliebtheitsgrad in Kalifornien auf den Nullpunkt gesunken. Doch von Frust keine Spur. "Ich wünschte, es wäre noch nicht vorbei", versicherte der Gouverneur im November in Jay Lenos "Tonight Show". Kalifornien zu dienen, sei eine seiner besten Entscheidungen gewesen. Als "Reform-Gouverneur" habe er eine Menge erreicht: Straßen, Deiche und Schulen gebaut, die knappen Wasserressourcen neu verteilt und sich für dem Umweltschutz stark gemacht. Als "grüner" Gouverneur hat er tatsächlich das meiste erreicht. Eine seiner größten Errungenschaften feierte Schwarzenegger 2006 mit der Unterzeichnung eines Gesetzes zur strikten Reduzierung von Treibhausgasen.

Die Zelte in Sacramento abzubrechen, dürfte Schwarzenegger leicht fallen. Dort stieg er bei Dienstbesuchen in einem Hotel ab, die meiste Zeit verbrachte der vierfache Familienvater bei Ehefrau Maria Shriver in Los Angeles. Die Flüge im Privatjet zahlte der Multimillionär selbst. Auch wies der Gouverneur zum Nulltarif gerne darauf hin, dass er kein Gehalt kassierte.

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Seit Jahrzehnten skandalfrei mit Maria, einer Kennedy.

(Foto: AP)

Das Heer der Arbeitslosen wird er in seiner Wahlheimat wohl kaum vergrößern. Im Herbst twitterte er noch, er wolle "ein oder zwei Bücher" schreiben. Vielleicht folgt er gar dem Ruf nach Hollywood. Das Sprücheklopfen und Schauspielern hat er in seiner politischen Lehrzeit gewiss nicht verlernt.

Quelle: ntv.de, Barbara Munker, dpa