"22 Jahre, 22.000 Euro Schulden, Zukunft versaut"Zwegat setzt auf Abschreckung
Deutschlands erfolgreichster Schuldnerberater ist wieder da. Peter Zwegat fragt ab 21.15 Uhr in "Raus aus den Schulden" wieder: "Sie haben mich gerufen. Was kann ich für Sie tun?" Doch nicht alle, denen Zwegat in der neuen Staffel helfen wollte, waren begeistert.
Deutschlands erfolgreichster Schuldnerberater ist wieder da. Peter Zwegat, der Mann, dem die Schuldner vertrauen, fragt ab 21.15 Uhr in zwölf neuen Folgen von "Raus aus den Schulden" wieder: "Sie haben mich gerufen. Was kann ich für Sie tun?"
Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Klienten aus?
Peter Zwegat: Die Auswahl der Klienten soll exemplarisch für die Alltagsarbeit einer normalen Beratungsstelle stehen. Die Fälle sollen außerdem den Lebensalltag von vielen Betroffenen widerspiegeln. Entweder hat man ein ähnliches Schicksal oder man kennt jemanden in der Verwandtschaft oder im Kollegenkreis, dem ähnliches widerfahren ist. Ich mache Filme mit wahren Begebenheiten. Filme leben auch von der Spannung. Wenn sich z.B. alle über 100.000 alleinerziehende Mütter mit Schuldenproblemen filmen lassen würden, ginge irgendwann die Spannung verloren. So ähnlich, als wäre in dem Krimi immer der Gärtner der Mörder. Nach dem vierten Film würden wohl viele wegzappen.
Einige Klienten kooperieren nicht mit Ihnen. Wann ist bei Ihnen das Ende der Fahnenstange erreicht und Sie geben den Fall ab?
Der Zufall wollte es, dass in die kommende Staffel drei Beratungsabbrüche fallen – nicht geplant und aus unterschiedlichen Gründen und lange nicht erkennbar. Das ist so wie im normalen Beratungsalltag. Mitarbeit ist erforderlich. Man fällt nicht vom Himmel und meine Arbeit ist letztendlich Hilfe zur Selbsthilfe. Das erfordert auch Einsicht und den Willen zur Veränderung durch die Klienten. Insbesondere junge Menschen tun sich damit oft schwer.
Konnten Sie in den letzten Jahren eine Entwicklung bei den Schuldnern feststellen? Werden sie z.B. jünger oder ist immer mehr der Mittelstand betroffen?
Die Schuldnerstruktur hat sich in den letzten Jahren nicht grundlegend geändert. Es ist nur festzustellen, dass Jugendliche sich zunehmend häufiger verschulden. Alle Bevölkerungsschichten sind betroffen, natürlich auch der Mittelstand, der immer kleiner wird.
Sollte "Schuldnerberatung" ein Schulfach werden?
"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" hörte ich als Schuljunge oft. Schuldnerberatung müsste nicht Schulfach sein, sondern der Umgang mit Geld und die Folgen daraus, wenn man seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt. Es fängt mit dem Einteilen von Taschengeld an und hört mit dem Brechen von Verträgen und deren Folgen noch lange nicht auf. 22 Jahre, 22.000 Euro Schulden, wirtschaftlich am Ende und die berufliche Zukunft versaut - längst kein Einzelfall mehr, wenn auch Gott sei Dank noch nicht die Regel. Also nicht immer, aber immer öfter!
Was möchten Sie Ihren Zuschauern durch die Sendung mit auf den Weg geben?
Den wichtigen Rat und den einen oder anderen Fingerzeig, dass man ja hinfallen kann. Man muss nur einmal mehr aufstehen, als man hinfällt. Dabei kann man sich helfen lassen von Experten, deren Rat kostenlos ist. Man muss bereit sein, aus seinen Fehlern zu lernen, sich zu verändern und vielleicht auch, kleinere Brötchen zu backen. Ich bin stolz darauf, Bildungsfernsehen in Unterhaltung zu verpacken, was viele nicht sehen oder nicht sehen wollen. Die Filme, für die ich stehe, geben Lebenshilfe – wenn man sie denn brauchen kann und annehmen will. Also Prävention pur, raffiniert verpackt.
Wie schätzen Sie Ihr TV-Coaching bei den Zuschauern ein? Glauben Sie, es wirkt präventiv? Lassen sich dadurch ein paar private Schuldenkrisen verhindern?
In vielen Zuschauerzuschriften lese ich, dass Sie Ähnliches erlebt hätten und den einen oder anderen Tipp genutzt hätten. Viele teilen auch mit, dass sie es gar nicht erst so weit kommen lassen wollen. Ob alle ihr Vorhaben umsetzen können, kann ich nicht beurteilen. Die Warnungen und Hinweise kommen jedenfalls an. Viele Menschen sprechen mich auf der Straße, am Flughafen oder Bahnhof an und bedanken sich. Das gibt mir Mut und Kraft.
Was haben Sie persönlich aus der Zeit beim Fernsehen gelernt?
Zunächst, dass man viel Zeit und Geduld mitbringen muss. Es ist das Anstrengendste, was ich je in meinem Leben gemacht habe und ich war weiß Gott nicht faul. Dann Demut vor den vielen Händen und Füßen, die ein gutes Team ausmachen und die dann auch für Erfolg stehen und: Nicht alles glauben, was man sieht – außer bei uns!
Sie hatten Gastauftritte u.a. bei C.I.S. – Chaoten im Sondereinsatz und bei Cindy aus Marzahn. Gibt es weitere Pläne für Gastauftritte?
Ja, wenn ich mir die Zeit abknapsen kann, mich das Projekt interessiert und mir die angebotene Rolle Spaß macht. Aber nicht als Leiche im Tatort!
Wie sparsam gehen Sie mit Ihrem eigenen Geld um?
So sparsam, dass ich an meine Altersvorsorge gedacht habe.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne einmal in der Tageszeitung lesen?
"Politiker halten, was sie versprechen", "Politiker versprechen, dass sie nicht mehr in Wahlperioden denken", "Die ganze Welt lobt Deutschlands Menschen- und Tierrechte zu Recht!" und "Erstmalig: Der erste Monat lang kein Krieg in jedem Teil der Erde – Ende nicht absehbar".