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"Adriaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaan!"50 Jahre Rocky - Blick zurück voller Emotionen

02.01.2026, 19:04 Uhr dff697a9-ec36-4d60-a8dd-b9e0363450ecVon Sabine Oelmann
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So kennt man ihn, so liebt man ihn: Rocky Balboa, gleichsam schlagkräftig wie verletzlich. (Foto: picture alliance / Sammlung Richter)

Bei "Rocky" hat man sofort die Titelmelodie im Kopf. Oder den Gassenhauer "Eye of the Tiger". Und vor allem ikonische Bilder: Sylvester Stallone reckt die Fäuste in die Höhe, blutende Gesichter und natürlich Adrian, die Liebe seines Lebens. "Rocky - The Complete Films" ist ein Ritt durch die vergangenen 50 Jahre und eine wahre Schatztruhe.

Man mag von Sylvester Stallone halten was man will - seine Nähe zu Trump und ein paar Aussagen von Pamela Anderson, die behauptete, er hätte ihr zum Anfang ihrer Hollywood-Karriere ein unmoralisches Angebot gemacht - stimmen den Blick auf den 79-Jährigen momentan nicht wirklich milde. Aber in diesem Fall liegt die Konzentration einzig und allein auf der Tatsache, dass Stallone Kino-Geschichte geschrieben hat, die einzigartig ist.

Bei einigen Schauspielern sollte und kann man das Werk von der Person trennen. Vor allem, wenn es um eine Art Lebenswerk geht, fast ein Vermächtnis. Das wird klar - und man kann sich die Filme ja nicht ständig anschauen - wenn man den fulminanten "Rocky"-Bildband vor sich auf dem Tisch liegen hat. Es sind Bilder, die den Betrachtenden in andere Zeiten versetzen, in eine Zeit zurück beamen, als der Kalte Krieg auch im Box-Ring stattfand (nicht anders als heute vielleicht). Eine Zeit, in der James Brown sang "Living in America" und man damit eine Sehnsucht nach Freiheit verband, die den ewigen amerikanischen Traum fütterte, dass ein jeder es von ganz unten nach ganz oben schaffen kann.

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Wenn sein Manager Mickey (Burgess Meredith) in der Nähe ist, dann ist alles gut. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Drei Oscars

So wie Sylvester Stallone - er schaffte mit dem Boxerdrama den Durchbruch zum Weltstar. Geschrieben von dem damals noch Unbekannten und mit schmalem Budget realisiert, wurde der Film über Nacht zur Sensation, auch, weil "Rocky" drei Oscars gewann. In Zusammenarbeit mit Sylvester Stallone versammelt dieses Buch die gesamte "Rocky"-Saga. Ein Vorwort des New Yorkers und zahlreiche Interviews, die er im Laufe seiner Karriere gab, nehmen die Leser mit in die Entwicklung des Helden.

Mit "Rocky" legte der 30-jährige Silvester Gardenzio Stallone 1976 den Grundstein für seine lange und erfolgreiche Filmreihe. Die großformatige Retrospektive nun schickt den Underdog aus Philadelphia noch einmal in den Ring und zeichnet die komplette Saga nach.

Mit der Figur des Boxers Rocky Balboa, der sich allen Widrigkeiten zum Trotz mit Mut, Beharrlichkeit und Leidenschaft aus dem Elend zu Starruhm hoch boxt, schrieb sich Sylvester Stallone die Rolle seines Lebens auf den Leib: "Rocky" ließ das klassische amerikanische Märchen vom Aufstieg durch eigene Kraft wahr werden, für die Titelfigur wie für ihren Darsteller. Stallone spielte an den Kinokassen Millionen ein. Das Rocky-Phänomen entwickelte sich schließlich zu einem Franchise mit sechs Filmen. Stallone sagt selbst: "Ich war zu dem Zeitpunkt damals ziemlich im Keller. Ich bin mit angezogener Handbremse unterwegs gewesen. Was ich - und viele andere - wollten war allerdings, der "Champion" seines eigenen Lebens zu sein. Eine einzige Chance! Um wenigstens zu versuchen, den Traum wahr werden zu lassen. Wenn man dann scheitern würde, dann hätte man es wenigstens versucht." Für Stallone war "Rocky" diese Chance: "Ich bin der lebende Beweis dafür, dass es funktionieren kann."

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"Es geht nicht darum, wie stark du zuschlagen kannst, es geht darum, was du einstecken und ob du trotzdem weitermachen kannst." (Foto: Taschen)

In Zusammenarbeit mit Sylvester Stallone und MGM entstand dieses Buch und versammelt sämtliche Höhepunkte und Tiefschläge der gesamten Rocky-Saga. Eine Fülle an Bildern, darunter viele Aufnahmen des Sportfotografen Neil Leifer, die während der Dreharbeiten entstanden, werden durch Archivmaterial aus der Bibliothek der Filmakademie und dem MGM-Archiv ergänzt. Ein Vorwort von Stallone und zahlreiche Interviews, die er im Laufe seiner Karriere gab, lassen die Entwicklung des Helden und der außergewöhnlichen Filmreihe nachverfolgen.

Doch nicht nur "Rocky" ist eng mit dem Namen Stallone verbunden, auch die Franchises zu "Rambo" und "The Expendables" machten ihn zum bekanntesten und populärsten Actionhelden der Filmgeschichte. Für seine Leistungen als Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur wurde er mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt.

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Rocky. The Complete Films
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Er müsste mich töten

Filmhistoriker und Herausgeber Paul Duncan hat bei Taschen zahlreiche Titel veröffentlicht, darunter "Das Star Wars Archiv", "Das James Bond Archiv, "Das Charlie Chaplin Archiv", "The Godfather Family Album", "Taxi Driver", "Film Noir" und "Horror Cinema" sowie verschiedene Werke über Regisseure, Filmgenres und Filmstars.

Noch einmal "Rocky": "Um mich zu schlagen, muss er mich töten. Um mich zu töten, müsste er die Größe haben, mir gegenüber zu stehen. Wenn er das macht, dann muss er das Risiko eingehen, selbst zu sterben. Ich weiß nicht, ob er dafür bereit ist." Man liebt ihn für Sätze wie diese, weil sie einfache Botschaften enthalten, weil sie alle Zeiten überstehen und immer gültig sind. Weil man gern so wäre wie er, wenn es darauf ankäme: Austeilen können - aber vor allem einstecken und weitermachen.

Quelle: ntv.de