Unterhaltung
Der Mond verbirgt ein dunkles Geheimnis.
Der Mond verbirgt ein dunkles Geheimnis.
Donnerstag, 13. Oktober 2011

The truth is out there: "Apollo 18": Die geheime US-Mondmission

von Thomas Badtke

1972 ist das Jahr der letzten offiziellen Nasa-Mission zum Mond. Doch bereits 1974 startet die US-Weltraumbehörde eine weitere Mond-Expedition. Sie bleibt geheim, ebenso wie ihr Grund. Jahrzehnte später tauchen Videoaufnahmen dieser "nie stattgefundenen" Mission auf. Der Film "Apollo 18" zeigt, wieso wir nie wieder gewagt haben, zum Mond zurückzukehren.

Der Mond. Er ist immer da. Thront hoch oben über der Erde - und beobachtet uns. Er zeigt sich nie ganz, steckt voller Geheimnisse. Einige sollten besser verborgen bleiben. Aber das wissen die US-Amerikaner nicht, als sie ihr Apollo-Programm starten. Es herrscht Kalter Krieg mit den Sowjets. Das All ist der auserkorene Schauplatz des ultimativen Kräftemessens der beiden verbliebenen Erden-Großmächte: Wer ist als erster oben? Wer umrundet den Blauen Planeten zuerst? Wer rammt als erste Nation seine Flagge in den Mondstaub?

Die US-Amerikaner waren die ersten Menschen auf dem Mond - oder doch nicht?
Die US-Amerikaner waren die ersten Menschen auf dem Mond - oder doch nicht?

Am 16. Juli 1969 startet Apollo 11 zum Mond, bemannt, mit Mondfähre. Der erste Mensch betritt den Erdtrabanten. Ein kleiner Schritt für ihn selbst, ein gewaltiger für die Menschheit. Er ist US-Amerikaner. Danach führt die Nasa das Apollo-Programm erfolgreich fort, ehe es 1972 mit Apollo 17 offiziell für beendet erklärt wird. Völlig überraschend, quasi aus heiterem Himmel. Eine Apollo-18-Mission gab es nie - offiziell zumindest nicht.

Was ist wirklich passiert?

Aber es gibt Videoaufzeichnungen von eben dieser "nie stattgefundenen" Mission. Bilder, zum Großteil mit einer wackeligen Handkamera aufgenommen. Verwackelt. Unscharf. Aber sie beweisen, dass es eine Apollo-18-Mission gab. Wie kann das sein? Die Nasa gibt vor, es nicht zu wissen und bestreitet die Echtheit.

Gab es die Apollo-18-Mission wirklich?
Gab es die Apollo-18-Mission wirklich?

Frei nach "Akte X": Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen. Oder frei nach Timur Bekmanbetov ("Die Wächter der Nacht", "Wanted"): Die Wahrheit liegt auf dem Mond. Der kasachische Regisseur und Produzent stellt sich mit dem Regie-Newcomer Gonzalo Lopez-Gallego mehreren sich aufwerfenden Fragen: Wieso waren die US-Amerikaner seit den 1970er Jahren nie wieder auf dem Mond? Wieso wurde das erfolgreiche Apollo-Programm von der Nasa so urplötzlich zu den Akten gelegt? Was ist auf dem Mond wirklich passiert?

Routinemission mit Hindernissen

"Apollo 18" zeigt die Bilder einer Mondmission, die im Auftrag des Verteidigungsministeriums im Dezember 1974 stattfand. Die Geheimhaltungsstufe war so hoch, dass nicht einmal die Angehörigen der Astronauten wissen durften, wohin diese tatsächlich unterwegs waren. Drei Männer wurden für die Mission ausgewählt. Jeder von ihnen stellt sich zu Beginn des Films kurz in einem Interview vor: Nathan Walker, Kommandant der Mission; Benjamin Anderson, Pilot der Mondlandefähre; John Grey, Pilot des Apollo-Kommandomoduls, das im All auf die Rückkehr des Mondmoduls warten soll.

Der Start der Mission gelingt ohne Probleme, auch der Flug und die Landung der Mondfähre mit Walker und Anderson an Bord verläuft reibungslos. Alles sieht nach einer Routinemission aus: die ersten Schritte auf der Oberfläche des Erdtrabanten, Sonden aufstellen, Bodenproben einsammeln und dabei einen Blick auf die in hunderttausenden Kilometern Entfernung liegende Erde werfen.

Der Mann auf dem Mond - ist Russe

Deine Spuren im Sand ...
Deine Spuren im Sand ...

Aber etwas scheint dennoch da oben vorzugehen: Es ist nicht greifbar, bleibt nur eine Ahnung, ein Schatten, der plötzlich im Augenwinkel auftaucht. Es gibt Funkinterferenzen, die das Videosignal und die Kommunikation der Erde und Grey im Kommandomodul stören. Und zudem verschwindet wie von Geisterhand eine der beim ersten Landgang gesammelten Gesteinsproben.

Richtig unheimlich wird es, als die beiden beim nächsten Landgang Fußspuren entdecken. Es sind nicht die ihren, denn die Abdrücke verfügen nicht über das typische geriffelte Sohlenprofil. Eine Sensation. Die aber wenig später noch dadurch übertroffen wird, dass sie eine russische Raumkapsel auf dem Mond finden - und einen toten russischen Kosmonauten.

Die dunkle Seite des Mondes

Zu allem Überfluss weiß das Verteidigungsministerium das bereits, als Grey die Kommandozentrale auf der Erde zur Rede stellt. Aber da ist bereits alles zu spät. Ein atemloser Alptraum nimmt seinen Lauf, aus dem es kein Entrinnen gibt - weder für Walker noch für Anderson oder Grey. Der Mond hat ein dunkles Geheimnis und er will es für sich behalten.

"Apollo 18" (Senator) läuft in den deutschen Kinos. Die Videoaufnahmen finden sich auf lunartruth.org.
"Apollo 18" (Senator) läuft in den deutschen Kinos. Die Videoaufnahmen finden sich auf lunartruth.org.

"Apollo 18" ist ein sogenannter Found-Footage-Film: Er verwendet "gefundene" Archivaufnahmen und mit Hilfe dieser "gefundenen" Videoaufnahmen der eigentlich "nie stattgefundenen" Apollo-18-Mission ist ein nervenzerreißender Weltraumthriller entstanden, bei dem nicht gesagt werden kann, was Realität und was Fiktion ist. Sind die "gefundenen" Videobilder wirklich echt, könnte sich die Apollo-18-Mission, die laut Nasa "nie stattgefunden" hat, sich genauso abgespielt haben, wie in Lopez-Gallegos Regiedebüt.

"Apollo 18" steht damit in einer Reihe von Found-Footage-Klassikern wie "Blair Witch Projekt" oder "Paranormal Activity". Der Streifen überzeugt nicht nur Fans von Verschwörungstheorien rund um die Mond-Missionen der USA, er kann auch bei Weltraumthriller-Liebhabern ("Sunshine", "Moon") punkten und bietet zudem noch jede Menge Diskussionsstoff für den Stammtisch. Wer mitreden will, sollte ins Kino gehen!

Bilderserie

Quelle: n-tv.de