Kino

"A Film With Me In It" Auch der Tod kann lustig sein

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Grandioses Zusammenspiel: Mark Doherty (l.) und Dylan Moran.

Geht es Ihnen nicht gut? Fühlen Sie sich wie in einem schlechten Film? Spüren Sie gar den Anflug einer Depression? Dann sollten Sie sich die irische Komödie "A Film With Me In It" anschauen. Sie werden sehen: Es gibt immer noch jemanden, dem es noch schlechter geht.

Die Filmindustrie in Hollywood dreht ein immer schnelleres Rad: Actionsequenzen en masse, das Ganze in 3D, und kaum in den Kinos, landen die Blockbuster dann auf den Wühltischen der Elektronikmärkte. Selbst bei intelligent gemachten Streifen wie Christopher Nolans "Inception" verging in Deutschland nur ein halbes Jahr vom Kinofilm zur DVD-Veröffentlichung. Aber es geht auch anders - wie  "A Film With Me In It" beweist.

Die irische Komödie war einer der Überraschungsfilme des Fantasy Filmfests 2009. Und nun, rund eineinhalb Jahre danach, erscheint endlich die DVD. Ohne Schnickschnack und großes Brimborium. Erfolgreiche Verkaufszahlen seien dem Film dennoch gewünscht. Er hat es sich verdient.

Erst hast du kein Glück …

Denn "A Film With Me In It" ist eine irische Komödie voll mit tiefschwarzem Humor, absurden Skurrilitäten und derben Gemeinheiten. Ab und an fühlt man sich an "Das Leben des Brian" erinnert, auch wenn "A Film With Me In It" auf den ersten Blick nichts mit dem Kultklassiker von Monty Python gemein zu haben scheint: Die Geschichte von "A Film With Me In It" handelt von Mark, einem erfolglosen Schauspieler, und seinem besten Kumpel Pierce, einem sprichwörtlichen Taugenichts und Tagedieb, ein alkoholkranker Drehbuchautor auf Dauerentzug, der sein kaum vorhandenes Geld bei Pferdewetten verliert.

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Es kann bekanntlich alles immer noch schlimmer kommen ...

Beide wohnen im gleichen Mietshaus, Mark allerdings in der düsteren Kellerwohnung, einer Bruchbude sondergleichen: Das Wohnzimmerfenster klemmt und hätte zu Zeiten der Französischen Revolution einer Guillotine alle Ehre gemacht. Der Kronleuchter wackelt bedenklich. Der Putz bröckelt, die Badezimmertür geht nur von innen auf. Die Küchenlampe, die eigentlich nur eine Glühbirne ist, leuchtet nur, wenn der Zufall es will, ansonsten flackert und knistert sie so vor sich hin.

Rein zufällig hat Mark aber eine bildhübsche Freundin (Sally) - noch, wohlgemerkt. Denn Mark ist auch mit einem im Rollstuhl sitzenden, taubstummen Bruder gesegnet, den er pflegt - und einem Hund, der seine besten Tage hinter sich hat, wenn er sie denn je gesehen hat. Zudem macht ihm der Vermieter die Hölle heiß, der seit Monaten auf die Miete wartet, deshalb auch keine Reparaturen an Marks Wohnung vornimmt, und der zu allem Überfluss auch noch ein Auge auf Sally geworfen hat.

… und dann kommt noch Pech hinzu

Vom Glück verfolgt scheint Mark also nicht zu sein. Aber das Leben lehrt: Es kann immer noch schlimmer kommen. Und es kommt schlimmer. Rein zufällig, versteht sich. Plötzlich hat Mark einen toten Hund, einen toten Bruder, eine tote (Ex)-Freundin und einen toten Vermieter am Hals. Zu allem Überfluss steht plötzlich, wie aus heiterem Himmel, eine Polizistin vor Marks Haustür, die sich auch nicht abwimmeln lässt. Um es vorwegzunehmen: Auch sie ist am Ende des Films tot.

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Die DVD "A Film With Me In It" erscheint am 7. Januar 2011.

Wer bei dem ganzen Szenario aber an einen Amoklauf von Mark denkt: weit gefehlt. Wie der perfide Zufall es so will, hat Mark mit dem Sterben der Protagonisten des Films nichts zu tun. Glauben will ihm das aber nicht einmal sein bester Kumpel Pierce. Und was soll dann erst die Polizei über die zu zahlreichen "Haushaltsunfälle" denken? Eine Lösung muss her, und wie in Hollywood spielen die beiden Buddies mehrere Möglichkeiten durch, sich der Leichen zu entledigen, ohne zu großes Aufsehen zu erregen und ohne Spuren zu hinterlassen, schließlich kennt man ja "CSI". Ob es gelingt?

"A Film With Me In It" ist einer dieser wenigen Filme, die man gesehen haben muss und die hervorragend in einen trüben Januarabend passen. Das liegt an dem rabenschwarzen Humor, der immer wieder für Lacher sorgt, an dem grandiosen Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Mark (Mark Doherty; auch Drehbuchautor) und Pierce (Dylan Moran; "Notting Hill", "Shaun of the Dead", "Run Fatboy Run") und an der musikalischen Untermalung. Die englische Originalfassung ist zwar wegen des irischen Akzents schwerer zu verstehen, aber dennoch um Längen besser als die deutsche Synchronisation.

Quelle: n-tv.de

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