Kino

Highschoolqueen, bye-bye Charlize Theron macht sich zum Horst

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Ihr Ex hat nur Augen für - seine eigene Frau.

(Foto: dpa)

In der Rolle der ehemaligen Highschool-Beauty Mavis überzeugt sie - das gilt jedoch nicht für den Mann ihrer Begierde. Da macht sie sich vor den Augen einer ganzen Kleinstadt - hier entschuldigen wir uns gleich mal bei allen Horsts - zum Deppen! Frustriert, schön und einsam trampelt sie sich durch "Young Adult". Und man muss Charlize Theron dafür lieben!

So wie sie wollen alle sein. Denkt sie. Mavis (Charlize Theron) war einmal das schönste - nicht unbedingt das beliebteste - Mädchen der Highschool. Aber alles lief perfekt für sie: Sie hatte den richtigen Blond-Ton, den schönsten Körper, das entzückendste Lächeln, und sie hatte den Boy-Friend, den alle Mädchen haben wollten. Selbstverständlich standen die anderen Jungs trotzdem bei ihr Schlange und die anderen Mädchen dachten sich: Was hat sie, was ich nicht hab? Im Nachhinein vielleicht ganz einfach zu beantworten, die Frage: Mavis hatte keine Angst, kein Gewissen, keine Freundinnen. Sie benutzte die anderen und schaffte es immer, Jungs und Mädchen für ihre Zwecke einzuspannen.

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Immerhin hat der Klassen-Nerd ein bisschen mehr für sie übrig -das ist ihr nur egal.

(Foto: dpa)

Jetzt, knapp 20 Jahre später, hat das Blatt sich gewendet. Sie sieht immer noch fantastisch aus, aber in ihr herrscht eine große Leere. Sie ist mittlerweile 37 Jahre alt und steht vor einem Trümmerhaufen: Mavis ist frisch geschieden, hat keine Kinder, die Jugendbuchreihe ("Young Adult"), die sie als Ghostwriterin verfasst, soll eingestellt werden, sie trinkt eindeutig zu viel, ihr treuester Begleiter ist ein kleiner Pinscher.

Als sie jedoch erfährt, dass Buddy Slade (Patrick Wilson), ihre große Jugendliebe, Vater geworden ist, fasst sie einen Plan. Sie, die seit Jahren nicht mehr in ihrem kleinen Heimatort gewesen ist, will ihn aus seinem spießigen Familienleben befreien und endlich das Leben mit ihm leben, das sie sich an seiner Seite erträumt, das ihr "damals" natürlich nicht gereicht hat. Doch die Rückkehr in ihre Vergangenheit erweist sich als viel schwieriger als gedacht.

Rettung naht

Sie, die Tolle, erhält auf ihrer Odyssee Unterstützung, von einem unattraktiven Außenseiter - den sie seine Unattraktivität übrigens auch pausenlos spüren lässt. Ihr ehemaliger Klassenkamerad Matt (Patton Oswalt) kann die Vergangenheit ebenfalls nicht abschütteln. Er meint es gut mit Mavis und möchte sie von ihren Plänen, die nur im Chaos enden können, abhalten - erfolglos. Um sie dennoch vor dem Gröbsten zu bewahren, gesellt er sich an ihre Seite: "Jungs wie ich sind eben in Mädchen wie dich verliebt, da kann man nichts machen!"

Charlize Theron kämpfte um ihre Liebe. Foto: Paul Buck

Mavis kämpft um ihre Liebe - vergeblich.

Aber kein noch so guter Rat kann Mavis von ihrem Vorhaben abbringen, Buddys Liebe zurückzuerobern. Sie dabei zu beobachten, tut nicht nur Matt weh: Der Zuschauer ist hin- und hergerissen zwischen Verständnis, Daumendrücken und Fremdschämen - also eine klassische Tragikkomödie mit Herz und Witz. Dass "Young Adult" witzig und warm ist, verwundert nicht weiter, wenn man erfährt, wer hinter der Kamera dafür verantwortlich ist: Bereits mit "Juno" landeten der dreifach für einen Oscar nominierte Regisseur Jason Reitman ("Up in the Air") und die Oscar-prämierte Drehbuchautorin Diablo Cody einen modernen Komödienklassiker.

Nur mit Diablo

Regisseur Jason Reitman sagt, es habe für ihn viele Gründe gegeben, die Regie des Films zu übernehmen. Den wichtigsten habe jedoch Drehbuchautorin Diablo Cody geliefert: "Sie ist eine ziemlich mutige Autorin und ich fand, dass der dritte Akt des Films ganz besonders gewagt ist. Der Film ist witzig und raffiniert. Und ich bin ziemlich scharf darauf, raffinierte Geschichten zu erzählen, mit Hauptfiguren, deren Agenda bisweilen auch düster sein darf."

Die Rolle der Mavis charakterisiert Reitman folgendermaßen: "Ich hoffe, dass Mavis eine Figur ist, wie sie das Kinopublikum noch nie auf der Leinwand gesehen hat. Ich denke, es gibt eine lange Historie männlicher Figuren, die wir zu hassen lieben. Dagegen gibt es nicht allzu viele weibliche Figuren, von denen man das behaupten könnte. Sie muss großartig geschrieben sein und genauso großartig gespielt werden. Deshalb habe ich Vertrauen, dass der Film funktioniert."

Damit könnte er richtig liegen: Gerade dann, wenn man denkt, dass sie - Mavis - es jetzt kapiert hat, und man anfängt, sie gern zu haben, sagt sie wieder etwas so Berechnendes, Enttäuschendes, dass man schon über seine eigene Blödheit lachen muss. "Ich bin ein großer Fan davon, nicht immer genau die Absichten der Figuren zu kennen, und mir gefällt die Idee, mit Anspielungen und Ambivalenz zu spielen. Ich würde sagen, dass das auf die eine oder andere Weise auf alle meine Filme zutrifft", resümiert der Regisseur.

Der Film wurde auf der Berlinale vorgestellt und läuft ab 23. Februar in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de

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