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Willkommen in Amerikas finsterem Hinterland Mörderische "Texas Killing Fields"

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Brian kennt den Serienkiller - ohne es zu wissen.

(Foto: Ascot Elite)

Seit 1971 wurden mehr als 60 Leichen meist junger Frauen im sumpfigen Umkreis von Texas City gefunden. Die Einheimischen meiden das Gebiet, bekannt als "Texas Killing Fields": Es ist verflucht. Als wieder eine junge Frau dort verschwindet, versucht ein ungleiches Ermittlerduo den Serienkiller zu fassen. Aber der hat andere Pläne.

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Mike (Sam Worthington) und Brian (Jeffrey Dean Morgan) überzeugen als ungleiches Polizistenduo.

(Foto: Ascot Elite)

Eine US-amerikanische Flagge an eine Hauswand gemalt, farbenprächtig leuchtet sie dort im Licht der Sonne. Auf dem Grundstück daneben weht das Star Spangled Banner in einer leichten Brise an einem Mast im Garten. Dazu ein Schild: "Unsere Familie unterstützt unsere Truppen. Danke, dass ihr unserem Land dient." Willkommen im vor Nationalstolz triefenden gottesfürchtigen Süden der USA. Willkommen in Texas City. Willkommen in den Texas Killing Fields. So nennen die Einheimischen das faulige Sumpfgebiet des Mississippi-Deltas rund um ihre Stadt. Nur die Mutigsten wagen sich, es zu betreten, denn dort wabert der Dunst des Bösen, lauert der sichere Tod: Im 19. Jahrhundert wurden die Indianer von den Weißen dort hineingetrieben. Aufgrund fehlender Nahrung wurden sie zu Kannibalen. Nun treibt ein Serienkiller dort sein Unwesen. Abgesehen hat er es auf Mädchen und junge Frauen. Seit 1971 sind mehr als 60 Leichen, zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt,  dort gefunden worden.

Als in Texas City die Leiche einer jungen Frau auftaucht, ahnt das ungleiche Detective-Duo Mike Souder (Sam Worthington; "Avatar - Aufbruch nach Pandora", "Terminator - Die Erlösung") und Brian Heigh (Jeffrey Dean Morgan; "Watchmen") noch nicht, in welchen Strudel aus Gewalt, Verbrechen und Mord sie da gerade geraten sind. Erst als sie kurz darauf ein Notruf über eine seit Tagen vermisste Frau aus dem Umland erreicht, vermutet zumindest Brian einen größeren Zusammenhang. Mike will davon nichts wissen, auch weil der Notruf von seiner Ex-Frau Pam Stall (Jessica Chastain; "The Help", "The Tree Of Life") kommt, ebenfalls Polizistin, zuständig aber für das County und nicht Texas City.

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Jessica Chastain brilliert als toughe Pam Stall.

(Foto: Ascot Elite)

Mike, der Einheimische, mimt den verbitterten Bad Cop. Er lässt bei Verdächtigen schon einmal die Fäuste sprechen, um deren Zungen zu lockern. Bran dagegen ist aus New York in den unwirtlichen Süden gezogen, ein aus dem Ruder gelaufener Fall war der Grund dafür. Er ist glücklicher Familienvater, Katholik, glaubt noch an das Gute in jedem Menschen und versucht zu helfen, wo er nur kann. Vor allem die kleine Ausreißerin Ann (Chloe Moretz; "Let Me In") hat es ihm angetan, ihre Mutter schafft an und Brian versucht, Ann dieses Schicksal zu ersparen.

Aber auch in Brians neuer Heimat Texas City läuft es alles andere als rund: Nach dem Leichenfund wird eine junge Mutter in der Nacht zu Hause überfallen. Nur mit Glück kann sie sich und ihre kleine Tochter retten. Als Brian den Täter verfolgt, wird er niedergeschlagen - der Täter hat einen Komplizen. Als dann auf dem Revier in derselben Nacht noch ein Anruf eingeht, auf der eine Frau um Hilfe schreit, während sie umgebracht wird, und der Anruf irgendwo aus dem umliegenden Sumpfgebiet stammt, wissen die beiden Detectives, dass der Serienkiller ihnen eine Botschaft schicken will. Die Zeit läuft ihnen davon. Der Mörder hat sein nächstes Opfer bereits ausgewählt und Brian und Mike kennen es: Ann ist verschwunden.

Düster wie die Seele des Serienmörders

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"Texas Killing Fields" ist bei Ascot Elite erschienen.

(Foto: Ascot Elite)

"Texas Killing Fields" ist so finster wie sein Titel. Die unheilvolle Stimmung ist den ganzen Film über zu spüren. Dazu trägt die musikalische Untermalung von Dickon Hinchliffe ("Rampart", "Winter’s Bone") genauso bei wie die Regiearbeit von Ami Canaan Mann. Sie ist die Tochter des Erfolgsregisseurs Michael Mann ("Heat"), der "Texas Killing Fields" mitproduziert hat. Aus dem Schatten ihres Vaters kann sie damit aber - im Gegensatz beispielsweise zu Sofia Coppola ("Somewhere") - noch nicht treten. Vielmehr sind die Fußstapfen des berühmten Vaters - wie bei ihrer Kollegin Jennifer Lynch ("Unter Kontrolle") - (noch) zu groß, allerdings ist "Texas Killing Fields" auch erst Ami Canaan Manns zweiter Film.

Dass er beim Zuschauer einen bleibenden Eindruck hinterlässt, dafür ist in erster Linie die Besetzung verantwortlich. Die Besetzung der beiden gegensätzlichen Detectives mit Sam Worthington und Jeffrey Dean Morgan passt perfekt. Worthington mimt den wortkargen, abgebrühten Cop, glänzt mit süffisantem Sarkasmus und ist damit das perfekte Gegenstück zu Morgans gutgläubiger, weltverbesserischer Polizisteninterpretation.

Die Rolle von Jessica Chastain, nominiert 2012 für einen Oscar in "The Help", kommt im Vergleich zu den männlichen Hauptdarstellern zwar etwas kurz, dennoch ist bereits nach wenigen Szenen ihre charismatische Leinwandpräsenz erkennbar. Auch Chloe Moretz sollte der Zuschauer im Gedächtnis behalten. Sie gehört zweifellos zu den aufstrebenden Jungdarstellern Hollywoods, was bereits "Let Me In" gezeigt hat.

"Texas Killing Fields" ist somit etwas für Fans von Crime-Thrillern, die im Gegensatz zu den CSI-TV-Serien noch Ecken und Kanten aufweisen. Das Ende des Films birgt auf alle Fälle Diskussionsstoff.

 

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Quelle: n-tv.de

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