Film und Serien

Vom Sexspiel zum tödlichen Geschlechterkampf"Girls Against Boys": Du willst es doch auch!

05.08.2013, 07:34 Uhr
imageVon Thomas Badtke
1216
Lu und Shae als tödliche Rache-Engel: Shaes Ex-Freund muss dran glauben. (Foto: Capelight)

Wenn man aussieht wie Shae, liegt einem die Männerwelt zu Füßen. Doch als ihr Freund - ein verheirateter Familienvater - sie eiskalt abserviert und sexuell bedrängt, gerät ihre Welt ins Wanken. Gemeinsam mit Freundin Lu startet sie einen mörderischen Rache-Feldzug.

0317
Ein Quickie, der tödlich endet: Das war Lus Plan. (Foto: Capelight)

Es beginnt wie ein Sexspiel: Auf dem Bett eines Hotel-Schlafzimmers liegt ein Mann. Er trägt eine Polizeiuniform, seine Hände sind mit Handschellen ans Bettgestänge gefesselt. Eine aufreizend gut aussehende junge Frau, äußerst knapp bekleidet, verbindet ihm die Augen. In wohliger Vorfreude auf das, was da kommen mag, lässt der Mann es geschehen. Dann ist der Spaß vorbei, bevor er überhaupt richtig angefangen hat: Die Frau greift sich die Waffe des Mannes, der Sicherungshebel klickt - und der Mann wird urplötzlich aus seinem sexuellen Tagtraum gerissen. Die Frau fährt mit dem Lauf der Waffe aufreizend langsam über seinen nun zitternden Körper, macht zwischen seinen Beinen halt - und drückt ab. Sie hat ihren Höhepunkt gehabt, er nie wieder einen.

Die junge Frau heißt Lu (Nicole LaLiberte; "Kaboom"). Und der Polizist auf dem Bett hat den Tod ihrer Meinung nach verdient, denn er hat ihrer neuen Freundin Shae (Danielle Panabaker; "The Ward", "Freitag der 13.") auf dem Polizeirevier nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdient gehabt hätte. Shae ist in der Nacht zuvor vergewaltigt worden. Von einer flüchtigen Party-Bekanntschaft. Davor hat sie auch noch ihr Freund sitzenlassen, weil er - verheiratet und Vater eines Kindes - es nun doch lieber noch einmal mit seiner Ehefrau versuchen wollte. Als Shae ihn vor dessen Haus zur Rede stellen will, wird auch er ihr gegenüber handgreiflich.

0916
Frauen und Waffen: Das ist eine tödliche Mischung. (Foto: Capelight)

Deshalb hat es der Polizist in Lus Augen verdient zu sterben. Deshalb hat es auch Shaes verheirateter Freund verdient zu sterben. Und deshalb hat es auch Shaes Vergewaltiger verdient zu sterben. Und so beginnen die beiden Rache-Engel eine mörderische Tour durch die böse Männerwelt. Neben der Waffe des Polizisten kommen dabei auch scharfe Brotmesser und eine Stichsäge zum Einsatz. Allerdings wird mit jeder Menge schwarzen Humors gekillt und gemetzelt.

Geschlechterkampf war nie schöner!

Und das tut "Girls Against Boys" des Regisseurs Austin Chick ("Der Börsen-Crash") sehr gut. Ein Beispiel: Als Shae Lu bei einem Gespräch in einem Diner fragt, wieso sie so sei, wie sie ist und die Männer so abgrundtief hasse, antwortet diese schluchzend, dass sie als Kind von ihrem Vater an dessen Freunde als Sex-Spielzeug ausgeliehen wurde. Dann hält sie kurz inne - und lacht. Alles Quatsch: Es mache ihr einfach nur Spaß. Zugegeben, das ist recht derber Humor. Aber der passt in diesem Film wie die Stichsäge als Peinigungswerkzeug für den Vergewaltiger.

2D-BD-RGB
"Girls Against Boys" ist bei Capelight erschienen. (Foto: Capelight)

Im Horror-Genre wird so ein Film wie "Girls Against Boys" in die Rape-and-Revenge-Schublade gesteckt. Dort trifft er beispielsweise auf "Hard Candy" mit Ellen Page. Wie dieser wirft er auch Fragen auf. Nicht zuletzt, weil die Themen Feminismus und Gender derzeit in sind. Auch am Thema Selbst- und Lynchjustiz, wenn die helfende Hand des Gesetzes gänzlich versagt hat, dürften sich die Geister scheiden.

Dabei liegt es "Girls Against Boys" aller möglichen Interpretationen zum Trotz aber fern, zu sehr in Gesellschaftskritik zu verfallen. Er gibt lediglich Denkanstöße. Das reicht auch vollkommen aus. Darüber hinaus will der Film nur eines: Jawoll, unterhalten.

Und das schafft er problemlos. Spätestens nach der ersten Szene hat "Girls Against Boys" die Aufmerksamkeit der männlichen und weiblichen Zuschauer ganz auf seiner Seite. Das ändert sich im weiteren Filmverlauf bis zum Twist am Ende des Streifens auch nicht mehr. Zu verdanken hat der Zuschauer das neben der Story und der sehr gefälligen musikalischen Untermalung vor allem den beiden langbeinigen und wenig bekleideten Hauptdarsteller(inne)n: "Girls Against Boys" - Geschlechterkampf war nie schöner!

"Girls Against Boys" bei Amazon bestellen

Quelle: ntv.de