Kino

Härter. Blutiger. Tödlicher. Besser? Der "Collector" ist zurück

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Arkin sieht sich mit der Sammlung des "Collectors" konfrontiert.

(Foto: Studiocanal)

Die "Saw"-Reihe begründet im Horrorgenre eine neue Ära. Blutrünstige Slasher-Filme sind urplötzlich trendy. Vier der sieben Teile gehen auf das Konto der Drehbuchautoren Dunstan und Melton. Aber Dunstan will mehr. Als Regisseur erschafft er den massenmordenden "Collector". Sein Markenzeichen: Von jedem Tatort nimmt er genau ein Opfer mit, lebendig. In dessen Haut sollte man nicht stecken.

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Vier "Sream"-Filme gibt es bisher.

(Foto: Studiocanal)

Totgeglaubte leben länger. Das ist so abgegriffen, wie es klingt. Aber es stimmt eben auch: Der Beweis ist das Genre des Horrorfilms. Immer wieder totgesagt, erfindet es sich immer wieder neu und wird dann erfolgreicher als jemals zuvor. So ist es auch Mitte der 1990er Jahre, als Kult-Regisseur Wes Craven die "Scream"-Reihe startet. Der "Ghostface"-Killer, der sich maskiert und mit einem Messer bewaffnet auf die Jagd nach Sidney (Neve Campbell) macht, öffnet das Genre für ein neues, junges und frisches Publikum. Vier "Scream"-Teile gibt es bis heute - alle bei Studiocanal erschienen. Ein fünfter soll noch folgen.

Rund zehn Jahre später ist es dann der "Jigsaw"-Killer, der dem Horrorgenre einen weiteren Kick gibt. "Saw" läuft 2004 auf dem Fantasy Filmfest und die Mischung aus blutigem Slasher- und Survival-Horror kommt beim Publikum blendend an. Sieben Teile hat die "Saw"-Reihe bis heute. Vier von ihnen gehen auf das Konto des kongenialen Drehbuchautoren-Duos Marcus Dunstan und Patrick Melton. Aber der Traumberuf von Dunstan ist Filmregisseur. Und so lässt er seinen eigenen Massenmörder von der Leine: "The Collector". Er ist ganz in Schwarz gekleidet und tötet alles und jeden, egal ob Mann, Frau oder Kind. Moralische Bedenken kennt er genausowenig wie Mitleid. Seine Tatorte und Opfer sind vollkommen willkürlich. Sein Markenzeichen: Von jedem Schauplatz seines mörderischen Treibens nimmt er ein Opfer mit. Lebendig. Um es seiner Sammlung einzuverleiben. Briefmarken sind ihm wohl zu langweilig.

Eine Sammlung, die wächst

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"The Collector" ist bei Splendid erschienen.

(Foto: Splendid)

Dunstan legt die "Collector"-Reihe von Beginn an als Trilogie an. Im ersten Teil sorgt der bedrückende Sound des "Nine Inch Nails"-Drummers Jerome Dillon für eine absolut beängstigende und beklemmende Stimmung bei der mörderischen Hatz durch ein mit Fallen gespicktes Wohnhaus. Im zweiten Teil "The Collection" sind es dann die blutigen Special Effects von Gary Tunnicliffe ("My Bloody Valentine"), die den Film ausmachen. Der funktioniert zwar auch, ohne dass der Zuschauer den Auftakt der Reihe gesehen hat. Für ein besseres Verständnis des Vorgehens des Sammlers - wie er so tickt - hat es aber durchaus Sinn, "The Collector" vor "The Collection" zu sehen.

In "The Collector" muss der chronisch klamme und hochverschuldete Kleinkriminelle Arkin (Josh Stewart; "The Dark Knight Rises", "The Walking Dead") schleunigst an Geld kommen. Ein Einbruch in einer Villa soll all seine Geldprobleme lösen. Er weiß, dass in einem Safe im Haus ein riesiger Diamant liegt - und dass die vierköpfige Familie verreist ist. Eigentlich. Als er seinen Coup in die Tat umsetzt, bemerkt er aber, dass er nicht allein im Haus ist. Und schon ist ihm der Diamant egal, denn es geht um nichts weniger als sein nacktes Leben.

Ein ganz in Schwarz gehüllter Mann ist im Haus, hat es mit tödlichen Fallen versehen und macht sich an den Mitgliedern der Familie des Hauses zu schaffen. Erst stirbt der Vater auf bestialische Weise, dann ist die Mutter dran, zwischendurch noch schnell die ältere Tochter der Familie. Bleibt noch die kleine Hannah …

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"The Collection" ist bei Planet Media Home Entertainment erschienen.

(Foto: Planet Media Home Entertainment )

In "The Collection" ist der Sammler wieder unterwegs.  Mittlerweile sind er und sein Vorgehen - von jedem seiner Mordschauplätze nimmt er genau ein lebendiges Opfer mit - bekannt. Auf die Schliche ist ihm die Polizei aber noch nicht gekommen. Als Elena (Emma Fitzpatrick; "The Social Network"), wohlbehütete Tochter aus steinreichem Hause, spurlos verschwindet, ändert sich das. Ihr Vater engagiert schwerbewaffnete Söldner - und lässt Arkin aus dem Krankenhaus entführen. Der hat es irgendwie geschafft, dem sadistischen Massenmörder bei einem Nachtclub-Massaker zu entkommen, bei dem auch Elena gewesen sein soll. Nun soll Arkin dem Söldnertrupp helfen, dem Spuk um den brutalen Killer ein Ende zu setzen und Elena zu befreien. Arkin weiß, dass wohl keiner von ihnen diese Nacht überleben wird. Und er weiß auch: Es wird Blut fließen. Viel Blut.

Härter ist auch besser

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Emma Fitzpatrick spielt Elena.

(Foto: Studiocanal)

Genau das muss der Zuschauer abkönnen. Wer kein Blut sehen kann, sollte sich weder "The Collector" und noch weniger "The Collection" anschauen. Selten dürfte mehr Kunstblut geflossen sein als im zweiten Teil der Sammler-Trilogie. Menschen werden zerquetscht, zerhackt, zerstückelt. Ja, sie explodieren sogar. Es wird geschrien, bis sprichwörtlich die Ohren bluten. Gut, dass Elena ein Hörgerät hat. Sie ist es auch, die den Film - abseits des Slasher- und Splatter-Trips - sehenswert macht. Den Namen sollte man sich auf alle Fälle merken!

Ist im ersten Teil noch Arkin der Sympathieträger, nimmt Elena diesen Part im zweiten Teil ein und füllt ihn perfekt aus. Der Zuschauer will einfach nicht, dass sie zu Schaden kommt. Er will, dass sie das Grauen überlebt. Aber der Sammler will genau das nicht. Als die Söldner und Arkin an sein Haus klopfen, setzt er alle Hebel und Fallen in Bewegung, um zu entkommen. Und wenn diesmal alle sterben müssen. Am Ende passiert natürlich genau das nicht. Und damit wäre der perfekte Cliffhanger für den Schluss der gewaltstrotzenden Horror-Trilogie gelegt.

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Vorsicht, sonst winkt ein schneller Tod.

(Foto: Studiocanal)

Der "Collector"-Fan darf gespannt sein, auf welchen Schwerpunkt Dunstan im dritten und letzten Teil der Trilogie dann setzen wird. Im ersten ist es klar die düstere Atmosphäre, die den Film auszeichnet. Der zweite steht ganz im Zeichen der blutigen Action. Die katapultiert den Film und damit auch dessen Macher Dunstan und Melton auf eine völlig neue Stufe. Dagegen verblasst selbst der blutigste "Saw"-Streifen - und das will noch immer etwas heißen.

Gerade dieser Gewaltorgiensprung vom ersten zum zweiten Teil macht deutlich, dass es sich bei "The Collection" nicht nur um eine simple Fortsetzung eines erfolgreichen Films handelt. Vielmehr ist es eine Weiterentwicklung, die Lust auf noch mehr macht: Noch härter. Noch blutiger. Noch tödlicher. Noch besser!

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Quelle: n-tv.de

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