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Auf zum Atom! Brandenburg-"Polizeiruf" im Schnellcheck

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Richter im Zwiespalt: Lukasz Franczak (Maciej Stuhr).

(Foto: rbb/Degeto/Oliver Feist)

Der letzte Sonntagabendkrimi des Jahres 2019 erhöht noch einmal kräftig die Schlagzahl: Es geht um Erpressung, Mord und die Auswüchse der Energiewende. Und es macht einen Heidenspaß, den deutsch-polnischen Kommissaren Lenski und Raczek beim Ermitteln zuzuschauen.

Das Szenario

Die investigative Journalistin Anne Gerling (Antje Traue) wird eines Morgens mit gebrochenem Genick in ihrem verunglückten Wagen gefunden. Alles sieht zunächst nach einem gewöhnlichen Autounfall aus, bis Kommissar Raczeck (Lucas Gregorowicz) herausfindet, dass gleich zwei Radmuttern gelöst waren - irgendjemand wollte Gerling tot sehen. Als die Obduktion kurz darauf auch noch ergibt, dass das gebrochene Genick der Journalistin unmöglich vom Aufprall stammen kann, vermuten Raczeck und seine Kollegin Lenski (Maria Simon), dass Ergatome etwas mit der Sache zu tun hat.

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Sind einem großen Ding auf der Spur: die Kommissare Lenski (Maria Simon, l.) und Raczek (Lucas Gregorowicz).

(Foto: rbb/Degeto/Oliver Feist)

Bereits seit Monaten recherchierte Gerling dem multinationalen Energiekonzern hinterher, der im deutsch-polnischen Grenzgebiet ein neues Kernkraftwerk bauen möchte und das Projekt mit allen Mitteln vorantreibt - Erpressung und Mord inklusive? Auf der Suche nach Beweisen stoßen Raczeck und Lenski immer tiefer in das Dickicht aus Halbwahrheiten und Lügen rund um die Vergabe der Baugenehmigung für den Reaktor vor. Sie finden heraus, dass die zentrale Spielfigur ein polnischer Richter ist, der nicht nur ein Verhältnis mit der ermordeten Journalistin hatte, sondern auch das Zünglein an der Waage in einem Prozess ist, in dem es für Ergatome um alles geht.

Die eigentliche Botschaft

"Tod einer Journalistin" beschränkt sich nicht auf ein Thema, sondern wagt gleich einen Rundumschlag: Es geht um die bedrohte Pressefreiheit, um die demokratiebedrohenden Härten der jüngsten polnischen Justizreform und nicht zuletzt um die Energiewende.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Sind wir mal ganz ehrlich: Wer an diesem Montag vor Silvester das Pech hat, keinen Urlaub zu haben und Mittagspause machen zu "dürfen", wird mit den Kollegen wohl eher übers anstehende Böllern auf der Straße als übers Böllern im Fernsehen reden.

Der Plausibilitätsfaktor

Hoch. Dass es dieser "Polizeiruf" schafft, innerhalb von nur 90 Minuten die vielen aufgegriffenen Themen angemessen zu erzählen und glaubhaft miteinander zu verknüpfen, verdient Respekt.

Die Bewertung

8 von 10 Punkten. "Tod einer Journalistin" ist eine spannende Mischung aus Krimi und Politthriller, die ganz wunderbar aus dem Jahr hinausträgt.

Quelle: ntv.de

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