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Ein Hauch von Münster Der Dortmunder "Tatort" im Schnellcheck

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Kämpfen zum Vergnügen der Dortmunder Elite bis zum Tod: osteuropäische Boxer mit Geldproblemen

(Foto: WDR/Thomas Kost)

Verbrannte Kampfsportler, ein tödlicher Fightclub mitten in Dortmund und ein verstörter Junge mit Martial-Arts-Kenntnissen: Die Story von "Tod und Spiele" präsentiert sich recht ausgefallen. Wirklich überraschend ist allerdings Fabers Verwandlung.

Das Szenario

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Neu im Team: Kommissar Pawlak (Rick Okon)

(Foto: WDR/Thomas Kost)

In einer alten Zeche werden die verbrannten Überreste zweier Kampfsportler gefunden. Krawallkommissar Faber (Jörg Hartmann) freut sich nicht nur über das veranstaltete "Grillfest", sondern auch darüber, dass die Täter einen ziemlich auffälligen Hinweis in Form eines Hotelzimmerschlüssels hinterlassen haben. Vor Ort angekommen entdecken die Dortmunder Ermittler unter dem Bett einen verstörten Jungen, der sich später als ziemlich potenter Martial-Arts-Kämpfer entpuppt.

Fabers Kollegin Bönisch (Anna Schudt), die das Hotel von früheren amourösen Abenteuern her kennt, mietet sich dort ein und versucht Undercover herauszufinden, warum in der Mittelklasseabsteige einer der reichsten Russen der Welt residiert. Zusammen kommen Faber, Bönisch, Kommissarin Dalay (Aylin Tezel) und Neuzugang Pawlak (Rick Okon) einem Fightclub auf die Spur, in dem sich osteuropäische Boxer zum Vergnügen der Dortmunder Elite Kämpfe auf Leben und Tod liefern.

Die eigentliche Botschaft

Geld korrumpiert die Menschen. Das ist zwar nun keine besonders neue Erkenntnis, aber dem vom Leben satten Oligarchen Oleg (Samuel Finzi) dabei zuzusehen, wie er sich mit dicken Geldbündeln das Glück kaufen will, das hat schon etwas Trauriges. Nicht ganz so traurig findet das allerdings Kommissarin Bönisch, die sich durchaus davon beeindrucken lässt, wie der Russe spontan mal eine ganze Kneipe kauft, um den Wirt davon abzuhalten, zu früh Feierabend zu machen.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Faber als fast schon gut gelaunter Feelgood-Kommissar, das kommt unerwartet. Es hat fast schon etwas Anrührendes, wie er Kollegin Bönisch hinterherschmachtet und ein Bonmot nach dem anderen abfeuert. So erfrischend das auch ist, zum gemütstechnischen Standard sollte Fabers Sinneswandlung trotzdem nicht werden.

Der Plausibilitätsfaktor

Ein Fightclub in der schwarz-gelben Ruhrmetropole, der die degenerierte Elite Dortmunds bei Laune hält, das ist schon ein recht gewagtes Szenario - und zwar eines, das lange nicht an die verstörenden Themen herankommt, die das Dortmunder Ermittlerteam sonst so beschäftigen.

Die Bewertung

7 von 10 Punkten. "Tod und Spiele" ist ein solider Krimi, der so gar nicht in die Kontinuität des düsteren Dortmunder Ermittlungskosmos passen will und in dem ein Hauch von Münster mitschwingt: Kann man machen, sollte aber eine Ausnahme bleiben.

Quelle: n-tv.de

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