Audio

Wieder was gelernt Corona-App - besser spät als schlecht

49b366dde9dd72eb631772c84eccf252.jpg

(Foto: dpa)

Es gibt für fast alles eine App. Im Kampf gegen das Coronavirus mussten wir in Deutschland bislang ohne auskommen. Doch auch das ändert sich jetzt. Die offizielle Corona-App soll helfen, Infizierte und deren Kontakte aufzuspüren und so das Virus bremsen. Warum kommt sie erst jetzt? Was kann die App und hat sie auch Schwächen?

Darum geht's in dieser Folge von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Solange es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, müssen wir es anders bekämpfen. Zum Beispiel, indem wir versuchen, Infektionsketten zu entdecken und sie zu durchbrechen. Wichtig dafür ist das sogenannte Tracing, also das Zurückverfolgen von Infizierten und ihren Kontakten. Bisher war das vor allem Aufgabe der Gesundheitsämter. Doch vielleicht gibt es bald Unterstützung bei der Corona-Nachverfolgung. Eine App soll beim Tracing helfen. Angekündigt wurde sie schon im April, fertig ist sie erst jetzt. Zu spät ist das nicht, sagt der Softwareentwickler Henning Tillmann, Co-Vorsitzender des digitalpolitischen Think-Tanks D64. Für ihn ist wichtiger, dass die Technologie durchdacht ist und gut funktioniert. Von der dezentralen Datenverarbeitung der deutschen Corona-App ist er überzeugt.

Henning Tillmann.png

Henning Tillmann, Softwareentwickler und Co-Vorsitzender des Digitalvereins D64.

"Es gibt drei gute Argumente für den dezentralen Ansatz. Erstens der Datenschutz. Durch das dezentrale Matching wird sichergestellt, dass nicht so viele Daten auf einem Server liegen. Das zweite ist die Datensparsamkeit, auch im Sinne der Datensicherheit. Wenn nicht ein Server vorliegt, wo alle Daten liegen, der auch sehr schnell ein Angriffsziel werden kann, werden die Daten besser geschützt. Und das dritte Argument ist einfach die technische Praktikabilität, weil Apple und Google die benötigten Schnittstellen für den dezentralen Ansatz geschaffen haben. Nur dadurch kann das vernünftig funktionieren."

Auf seinem Twitter-Account erklärt Henning Tillmann im Detail, wie die App funktioniert. Welche technischen Hürden die Entwickler nehmen mussten und warum die App scheitern kann, obwohl sie technisch ausgereift ist, hören Sie im Podcast.

Alle Folgen von "Wieder was gelernt" finden Sie in der ntv-App, bei Audio Now, Apple Podcasts und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Kopieren Sie die Feed-URL und fügen Sie "Wieder was gelernt" einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

"Wieder was gelernt" ist ein Podcast für Neugierige: Was passiert, wenn es keinen Corona-Impfstoff gibt? Schuldet China der Welt wegen der Corona-Pandemie Schadenersatz? Und bekommen wir durch Corona wieder mehr Produkte "Made in Germany"? Hören Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein bisschen schlauer.

Quelle: ntv.de, jwa